Das Video widmet sich Platons Spätwerk Nomoi (Die Gesetze) und zeigt, wie der Philosoph seine idealen Vorstellungen von Staat und Gesellschaft in konkrete politische Wirklichkeit übersetzen möchte. Im Zentrum steht die Frage, wie eine gerechte und zugleich praktikable Gesetzgebung gestaltet werden kann. Das Gespräch dreier erfahrener Gesetzgeber kreist um Ursprung, Sinn und Funktion von Gesetzen sowie um deren Verhältnis zum Göttlichen. Dabei wird deutlich, dass Gesetze nach Platon nicht nur Regeln des Zusammenlebens darstellen, sondern Ausdruck einer höheren Ordnung sind. Das Video erläutert die Bedeutung von Präambeln, die den Menschen die Vernünftigkeit und den Sinn von Gesetzen erklären sollen, und zeigt die enge Verbindung von Politik, Ethik, Religion und Theologie. Darüber hinaus werden Platons Vorstellungen von göttlicher Ordnung, menschlicher Freiheit und einem gelingenden Gemeinwesen dargestellt. Die Gesetzgebung erscheint dabei als Versuch, das Ideal eines geordneten und gerechten Lebens unter den Bedingungen der realen Welt zu verwirklichen.
Nach der in den Himmel geworfenen idealen Polis in Platons ‚Politeia‘, wendet er sich ein zweites Mal der Frage der Gesetzgebung zu. Diesmal konkreter, auf Kompromiss und menschliche Bedürfnisse bezogen. Nicht die „Idee des Guten“ ist hier der Maßstab, sondern das „mögliche Beste.“ Das kommt den heutigen vielfachen Bedingungen des Politischen näher und ist teils hoch aktuell. Denn kein Gesetz ist Herr über die eigene Auslegung. Freilich: Aufs Urbild sollte man zuerst blicken, nicht aufs Abbild. Oder: Der Kompromiss muss schmerzen.