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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Aristoteles IV: Politik als bürgerliche Gesellschaft

Veröffentlichung:11.9.2020

Das Video behandelt die politische Philosophie des Aristoteles und zeigt, wie sie aus seiner Ethik hervorgeht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen in einer Gemeinschaft zusammenleben und eine gerechte politische Ordnung gestalten können. Aristoteles entwickelt dabei keine ideale Staatsform, sondern sucht nach der jeweils bestmöglichen Verfassung unter konkreten historischen und gesellschaftlichen Bedingungen. Das Video erläutert seine Lehre von den Mischverfassungen, die verschiedene politische Elemente miteinander verbinden, sowie seine Vorstellung von Bürgern als aktiv am Gemeinwesen beteiligten Menschen. Politik erscheint dabei nicht als Angelegenheit weniger Herrschender, sondern als gemeinsame Aufgabe freier Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus werden die Bedeutung von Bildung, Charakterbildung, Maß, Verantwortung und Gemeinwohl für das politische Zusammenleben hervorgehoben. Das Video verdeutlicht, weshalb Aristoteles bis heute als einer der wichtigsten Begründer der politischen Philosophie gilt.

Wenn für Platon die Polis auf der Aristokratie beruhte, so ist es für Aristoteles die Gemeinschaft der Bürger, die in Streit und Konsens das „mögliche Beste“ erfasst. Aristoteles wird in seiner praktischen Philosophie zum ersten entschiedenen Exponenten des Republikprinzips. Die republikanische Polis ist immer eine Rechtsgemeinschaft der Verschiedenen. Regieren und regiert werden bedingen und erfordern einander wechselseitig.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Oberstufe sowie für die Fächer Ethik, Philosophie und Sozialkunde. Es eröffnet vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Fragen von Demokratie, Gemeinwohl, politischer Verantwortung und gesellschaftlicher Teilhabe. Lernende können zunächst untersuchen, weshalb Aristoteles Politik als Fortsetzung der Ethik versteht und welche Verbindung zwischen persönlicher Lebensführung und gesellschaftlicher Verantwortung besteht. Besonders gewinnbringend ist die Diskussion über die Bedeutung aktiver Bürgerschaft in demokratischen Gesellschaften. Lernende können aktuelle politische Herausforderungen analysieren und überlegen, welche Formen von Partizipation heute notwendig sind, um demokratische Gemeinwesen zu erhalten. Methodisch eignen sich Debatten, Planspiele, Verfassungsvergleiche oder Fallanalysen zu politischen Entscheidungsprozessen. Die aristotelische Vorstellung einer Mischverfassung kann dabei mit modernen demokratischen Systemen und dem Prinzip der Gewaltenteilung verglichen werden. Darüber hinaus bietet das Video zahlreiche Anknüpfungspunkte für die politische Bildung im Religionsunterricht. Fragen nach Gerechtigkeit, Verantwortung, Gemeinsinn, Freiheit und Menschenwürde können aus philosophischer und theologischer Perspektive reflektiert werden. Die Ausführungen zur Bürgergesellschaft ermöglichen zudem Gespräche über die Voraussetzungen gelingenden Zusammenlebens sowie über die Rolle von Bildung, Charakterbildung und sozialem Engagement. Das Medium fördert die Fähigkeit, politische Ordnungen kritisch zu beurteilen, demokratische Werte zu reflektieren und die eigene Verantwortung für das Gemeinwesen wahrzunehmen.

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