Das Video führt in das Denken Anselms von Canterbury ein und zeigt dessen zentrale Bedeutung für die mittelalterliche Philosophie und Theologie. Vor dem Hintergrund eines christlich geprägten Europas entwickelt Anselm die berühmte Formel fides quaerens intellectum, den Glauben, der nach Verstehen sucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Glaube und Vernunft miteinander verbunden werden können. Das Video erläutert Anselms Überzeugung, dass der Glaube nicht auf Denken verzichten muss, sondern gerade zum Denken anregt. Besonders ausführlich wird sein berühmter Gottesbeweis dargestellt, der von der Idee Gottes als desjenigen ausgeht, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann. Dabei wird deutlich, wie Anselm versucht, die Existenz Gottes aus dem Begriff Gottes selbst heraus zu begründen. Das Video zeigt zudem die Verbindung seines Denkens zur augustinischen Tradition und macht deutlich, wie philosophische Reflexion und religiöse Erfahrung im Mittelalter miteinander verschränkt werden.
Im elften Jahrhundert entstand ein christliches Europa mit dem Bau großer Kathedralen und einer neuen Phase des Denkens, die sich intensiv mit Glauben und Vernunft beschäftigte. Anselm von Canterbury, ein bedeutender Denker dieser Zeit, verband Glaube und Vernunft und entwickelte den ontologischen Gottesbeweis, der besagt, dass Gottes Existenz im Begriff Gottes selbst impliziert ist. Dieser Ansatz betont, dass Gott das Höchste ist, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, und dass die Existenz Gottes notwendig ist. Diese Ideen wurden bis hin zu Nikolaus von Kues weiterentwickelt und beeinflussten das christliche Denken nachhaltig.