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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Gelassenheit und Eckhart als Skandalon

Veröffentlichung:12.1.2021

Das Video widmet sich dem Denken des mittelalterlichen Mystikers und Theologen Meister Eckhart und stellt insbesondere seine Lehre von der Einheit Gottes, der Gelassenheit und der Gotteserfahrung vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Mensch zur Erfahrung des göttlichen Grundes gelangen kann. Der Referent erläutert zentrale Gedanken Eckharts, etwa die Vorstellung Gottes als des Einen, das über aller Vielheit steht, sowie die Bedeutung der inneren Sammlung und des Loslassens. Darüber hinaus werden die Auseinandersetzungen um Eckharts Lehre, das gegen ihn geführte kirchliche Verfahren und seine Wirkungsgeschichte bis in die moderne Philosophie hinein thematisiert. Auch Verbindungen zu Denkern wie Martin Heidegger und zu spirituellen Traditionen des Hinduismus und Buddhismus werden aufgezeigt. Im Zentrum steht die mystische Erfahrung einer letzten Wirklichkeit, die sich dem Menschen nicht durch theoretisches Wissen, sondern durch eine Haltung der Gelassenheit und Offenheit erschließt.

In seinen deutschen Texten wagt Eckhart den Blick in diesen „Lichtabgrund“, den man erst sehen kann, wenn man alles andere, Relative, hinter sich lässt: Dieses Verlassen-Können nennt Eckhart auch „Gelassenheit“. Denn „nur das eine macht uns selig“. Als Mystiker nähert er sich intuitiv dem Wesen des Absoluten. Aussagen, die der Mystiker trifft, gehen über dogmatische Unterscheidungen hinaus. Dies führte zu Anklagen gegen den Mystiker, die Meister Eckhart gar als „Wildsau im Weinberg des Herrn“ denunzieren.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Oberstufe in den Themenbereichen Mystik, Gottesbilder, Spiritualität, Mittelalter, religiöse Erfahrung sowie interreligiöser Dialog. Als Einstieg kann die Lehrkraft die Lernenden mit der Frage konfrontieren, ob es Erfahrungen gibt, die sich sprachlich nur schwer ausdrücken lassen. Von dort aus kann der Zugang zur mystischen Gotteserfahrung eröffnet werden. Während der Rezeption des Videos können die Lernenden zentrale Begriffe wie Einheit, Gelassenheit, Gottesgrund, Gottesnacht oder Wunder ohne Warum sammeln und in einem gemeinsamen Begriffsnetz strukturieren. Anschließend bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der verschiedene Aspekte von Eckharts Denken untersucht werden. Eine Gruppe kann die Vorstellung Gottes als des Einen analysieren, eine weitere die Bedeutung der Gelassenheit, eine dritte die kirchliche Kritik an Eckharts Aussagen und eine vierte die Vergleiche mit östlichen Meditationstraditionen. Besonders gewinnbringend ist die Frage, ob religiöse Wahrheit eher durch Denken oder durch Erfahrung erschlossen wird. Darüber hinaus können die Lernenden Eckharts Aussagen mit modernen Formen von Achtsamkeit, Meditation und spiritueller Sinnsuche vergleichen. Das Medium eröffnet zugleich die Möglichkeit, über Grenzen religiöser Sprache nachzudenken und die Frage zu diskutieren, wie Menschen von Gott sprechen können, wenn Gott jede menschliche Vorstellung übersteigt. Durch die Verbindung von Philosophie, Theologie und Mystik fördert das Video die Fähigkeit zur differenzierten religiösen Urteilsbildung und eröffnet Zugänge zu einer oftmals wenig bekannten, aber bis heute einflussreichen Tradition christlicher Spiritualität.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.2 Der drei-einige Gott – das spezifisch christliche Gottesverständnis.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 7. Allgemeine Gottesidee, philosophischer Gottesbegriff und personales Gottesbild.

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