Das Video widmet sich dem Denken des mittelalterlichen Mystikers und Theologen Meister Eckhart und stellt insbesondere seine Lehre von der Einheit Gottes, der Gelassenheit und der Gotteserfahrung vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Mensch zur Erfahrung des göttlichen Grundes gelangen kann. Der Referent erläutert zentrale Gedanken Eckharts, etwa die Vorstellung Gottes als des Einen, das über aller Vielheit steht, sowie die Bedeutung der inneren Sammlung und des Loslassens. Darüber hinaus werden die Auseinandersetzungen um Eckharts Lehre, das gegen ihn geführte kirchliche Verfahren und seine Wirkungsgeschichte bis in die moderne Philosophie hinein thematisiert. Auch Verbindungen zu Denkern wie Martin Heidegger und zu spirituellen Traditionen des Hinduismus und Buddhismus werden aufgezeigt. Im Zentrum steht die mystische Erfahrung einer letzten Wirklichkeit, die sich dem Menschen nicht durch theoretisches Wissen, sondern durch eine Haltung der Gelassenheit und Offenheit erschließt.
In seinen deutschen Texten wagt Eckhart den Blick in diesen „Lichtabgrund“, den man erst sehen kann, wenn man alles andere, Relative, hinter sich lässt: Dieses Verlassen-Können nennt Eckhart auch „Gelassenheit“. Denn „nur das eine macht uns selig“. Als Mystiker nähert er sich intuitiv dem Wesen des Absoluten. Aussagen, die der Mystiker trifft, gehen über dogmatische Unterscheidungen hinaus. Dies führte zu Anklagen gegen den Mystiker, die Meister Eckhart gar als „Wildsau im Weinberg des Herrn“ denunzieren.