Das Video führt in den sogenannten Universalienstreit des Mittelalters ein und zeigt dessen weitreichende Bedeutung für Philosophie, Theologie und das Verhältnis von Glaube und Vernunft. Im Mittelpunkt stehen die Positionen von Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham, die grundlegende Fragen nach dem Wesen allgemeiner Begriffe, nach der Erkennbarkeit Gottes und nach den Möglichkeiten menschlicher Vernunft diskutieren. Das Video erläutert, wie sich im Spätmittelalter die Überzeugung herausbildete, dass philosophische Vernunft nur begrenzten Zugang zu Gott besitzt und Glaubensaussagen nicht vollständig rational begründet werden können. Dabei werden zentrale Begriffe wie Sein, Universalien, Analogie, Offenbarung, Vernunft, Glaube und Säkularisierung verständlich erklärt. Zugleich wird deutlich, wie diese Debatten die Entwicklung des neuzeitlichen Denkens vorbereitet haben.
Das mittelalterliche Denken ist nicht nur hell. Es ist auch voller Diskussion und genauen Unterscheidungen. Duns Scotus (1266-1308) und William von Ockham (1285-1347) gehen mit Verve der Frage nach, ob die Grund- und Allgemeinbegriffe „Universalien“ eigenständige Wesen haben oder nicht. Doch welches? Ockham kommt zur Erkenntnis, dass nur Einzeldinge (individua) ein solches Wesen haben. Sein kommt nur ihnen zu. Damit wird die Kluft zwischen Glauben und Wissen dramatisch vertieft: zum Guten oder zum Schaden von beidem? Darum kreisen die Debatten noch heute.