RU-digitalRU-digital-logo
Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Formationen mittelalterlichen Denkens

Veröffentlichung:1.2.2021

Das Video gibt einen fundierten Überblick über die drei großen Strömungen der mittelalterlichen Philosophie und Theologie. Im Zentrum stehen die Synthese von Glaube und Vernunft bei Thomas von Aquin, die mystische Tradition um Meister Eckhart sowie der Nominalismus von Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham. Der Referent zeigt, wie sich im Spätmittelalter die Beziehung zwischen Philosophie und Theologie grundlegend verändert. Während Thomas von Aquin von einer Harmonie zwischen Offenbarung und Vernunft ausgeht, betont die Mystik die unmittelbare Gotteserfahrung und der Nominalismus hebt die Grenzen menschlicher Erkenntnis hervor. Dadurch entstehen Entwicklungen, die weit über das Mittelalter hinausreichen und wichtige Voraussetzungen für Reformation, Neuzeit und moderne Wissenschaft schaffen.

Formationen mittelalterlichen Denkens: Glaube und Vernunft, Unio mystica und das Problem des Nominalismus

Mittelalterliches philosophisches Denken bildet sich in drei Grundformen aus: in der hochentwickelten scholastischen Disputationskunst mit den Exponenten Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Hier zeigt sich die Komplementarität von Glaube und Vernunft. Neben diesen eher aristotelisch geprägten Ansatz tritt die mystische Versenkung in das Eine, die den Platonischen Aufstieg zur höchsten Idee mit der tiefsten christlichen Gotteserfahrung verbindet (Meister Eckhart). Im Universalienstreit wird, prominent bei Johannes Duns Scotus und William von Occam, die Frage aufgeworfen, ob die Grundbegriffe eine eigene Existenz haben, oder ob das Sein nur den Einzeldingen zukommt (haecceitas). Damit wird die Verbindung zwischen Glaube und Vernunft, Philosophie und Theologie gelockert. Gottes Wille richtet sich nicht nach Maßstäben der metaphysischen Vernunft. Ein Einschlag, der im Verlauf der Neuzeit nach und nach erwogen werden wird.


Products

Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Oberstufe innerhalb der Themenbereiche Glaube und Vernunft, Gotteserkenntnis, Religionsphilosophie, Mittelalter, Reformation sowie Verhältnis von Religion und Wissenschaft. Als Einstieg kann die Lehrkraft die Frage stellen, ob religiöser Glaube und vernünftiges Denken miteinander vereinbar sind oder ob sie unterschiedliche Zugänge zur Wirklichkeit darstellen. Während der Rezeption können die Lernenden die drei vorgestellten Denkwege in einer Übersicht vergleichen und deren jeweilige Antworten auf die Frage nach Gott herausarbeiten. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, bei der einzelne Gruppen die Positionen von Thomas von Aquin, Meister Eckhart sowie Duns Scotus und Wilhelm von Ockham analysieren und präsentieren. Besonders gewinnbringend ist die Untersuchung der Frage, welche Folgen die Trennung von Glaube und Vernunft für das moderne Denken hatte. Darüber hinaus kann das Video als Grundlage für eine Diskussion über die Rolle von Religion in einer wissenschaftlich geprägten Welt dienen. Auch fächerübergreifende Bezüge zu Geschichte, Philosophie und Ethik bieten sich an. Das Medium fördert die Fähigkeit, komplexe philosophische und theologische Zusammenhänge zu erschließen, unterschiedliche Erkenntniswege zu vergleichen und die historischen Wurzeln heutiger Weltbilder kritisch zu reflektieren. Gleichzeitig eröffnet es den Lernenden die Möglichkeit, eigene Positionen zu Fragen nach Wahrheit, Glauben, Wissen und Gotteserkenntnis zu entwickeln.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.2 Der drei-einige Gott – das spezifisch christliche Gottesverständnis.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 7. Allgemeine Gottesidee, philosophischer Gottesbegriff und personales Gottesbild.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.