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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

John Locke: Die Tabula rasa

Veröffentlichung:2.5.2021

Das Video stellt zentrale Gedanken des englischen Philosophen John Locke vor und erläutert seine Bedeutung für Erkenntnistheorie, politische Philosophie und Religionsverständnis. Im Mittelpunkt steht Lockes Überzeugung, dass menschliche Erkenntnis auf Erfahrung beruht und dass Sprache eine entscheidende Rolle für das Denken und Erkennen spielt. Darüber hinaus werden seine Vorstellungen von Freiheit, Bürgergesellschaft, Arbeit, Eigentum und staatlicher Legitimation dargestellt. Das Video zeigt, wie Locke den mündigen Bürger als Fundament einer liberalen Gesellschaft versteht und warum Toleranz für ihn eine wesentliche Voraussetzung eines freiheitlichen Staates ist. Zugleich werden die Grenzen seiner Toleranzkonzeption sowie die Bedeutung religiöser Überzeugungen für das gesellschaftliche Zusammenleben kritisch thematisiert.

John Locke (1632-1704) ist ein ähnlich umfassender weitgespannter Geist wie Leibniz. Ehrentitel, die er schon zu Lebzeiten erhalten hat, geben davon ein Zeugnis ab: Locke wird als „moderner Aristoteles“ bezeichnet, eine Benennung, die er ablehnt, und als „Philanthropus“: als Menschenfreund, was er sich gern gefallen lässt. Mediziner, Mathematiker, Ökonom, Historiker: All dies war Locke in einer Person. Doch die theoretischen Interessen verfolgte er in pragmatischem Interesse, um das Leben besser zu machen. Very british möchte er „zum easy going“ beitragen.

Alle Erkenntnis beginnt für den großen Empiristen mit der Erfahrung. Zuerst ist der menschliche Geist eine tabula rasa. Durch Erfahrungen gelangt man zu Bildern und so zu Reflexionen und Begriffen. Königsweg ist die Induktion: Philosophie bleibt in der Ebene des Common sense.







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Für den Religionsunterricht bietet das Video zahlreiche Anknüpfungspunkte zu den Themen Menschenbild, Freiheit, Verantwortung, Staat, Religion und gesellschaftliches Zusammenleben. Besonders geeignet ist das Medium für die gymnasiale Oberstufe im Rahmen von Unterrichtseinheiten zu Aufklärung, Religionsfreiheit, Menschenrechten oder christlichen Grundlagen moderner Demokratien. Lernende können zunächst zentrale Aussagen Lockes zur Entstehung von Erkenntnis erarbeiten und diskutieren, welche Bedeutung Erfahrungen und Sprache für die eigene Wahrnehmung der Welt besitzen. Anschließend bietet sich eine Auseinandersetzung mit seinem Verständnis von Freiheit und Bürgergesellschaft an. Dabei können aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen wie staatliche Eingriffe, individuelle Verantwortung oder demokratische Partizipation einbezogen werden. Besonders gewinnbringend ist die Beschäftigung mit Lockes Toleranzbegriff. Lernende können untersuchen, weshalb Toleranz für ein friedliches Zusammenleben notwendig ist und zugleich diskutieren, ob Toleranz Grenzen benötigt. Hier ergeben sich vielfältige Bezüge zu religiöser Vielfalt, interreligiösem Dialog und aktuellen Debatten über gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ebenso kann Lockes Vorstellung einer Zivilreligion mit biblischen Menschenbildern sowie mit modernen Konzepten von Menschenwürde und Menschenrechten verglichen werden. Methodisch eignen sich Gruppenarbeiten, Debatten, philosophische Gespräche, Positionierungsmethoden sowie die Analyse aktueller Fallbeispiele. Das Video fördert die Fähigkeit, politische und religiöse Fragestellungen differenziert zu beurteilen und die Bedeutung von Freiheit, Verantwortung und Toleranz für demokratische Gesellschaften kritisch zu reflektieren.

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