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Prof. Dr. Harald Seubert

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Locke II: Liberalismus, und Gewaltenteilung

Veröffentlichung:9.5.2021

Das Video führt in zentrale Positionen des britischen Empirismus ein und stellt insbesondere die Gedanken von John Locke, George Berkeley und David Hume vor. Ausgangspunkt ist die Frage, wie menschliche Erkenntnis entsteht und welche Rolle Wahrnehmung, Erfahrung und Sprache dabei spielen. Dabei wird Lockes Verständnis von Freiheit, Liberalismus und Gewaltenteilung ebenso erläutert wie Berkeleys berühmte These, dass Sein Wahrgenommenwerden bedeutet. Darüber hinaus wird die skeptische Erkenntnistheorie David Humes vorgestellt, der alle Erkenntnisansprüche an der Erfahrung misst und dogmatische Behauptungen kritisch hinterfragt. Das Video verdeutlicht die Bedeutung empirischer Beobachtung für das menschliche Denken und zeigt zugleich die Grenzen menschlicher Erkenntnis auf.

Locke hatte mit einem Hobbesianischen Weltbild eines starken Leviathan und einer souveränen Monarchie begonnen. Er wird aber, auch unter dem Einfluss seines Mentors Shaftesbury, zu Denker der liberalen Civil Society. Sie bildet eine Mitte zwischen dem Einzelnen und dem Staat. Kultur, Bildung, Handel sind Sache dieser Civil Society. Der Staat sollte sich auf elementare Kernaufgaben begrenzen. Der Bürger, der durch Arbeit die Natur verbessert, ist Garant der Freiheit. Es bedarf keiner letzten Prinzipien, sondern der Konventionen: Dann stellt sich Harmonie ein, wie im Taktschlag der elitären Ruderer in Cambridge, der sich wie von selbst findet, wenn jeder seinem Takt folgt. Von dieser Zivilisiertheit und der Einschränkung staatlicher Macht kann die kontinentale, vor allem die deutsche Philosophie viel lernen. Gerade heute!

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Für den Religionsunterricht eröffnet das Video vielfältige Zugänge zu grundlegenden Fragen nach Wahrheit, Erkenntnis, Freiheit und Menschenbild. Es eignet sich besonders für die gymnasiale Oberstufe in Unterrichtseinheiten zur Aufklärung, Erkenntnistheorie, Religionsphilosophie oder zur Frage nach den Grundlagen menschlichen Wissens. Lernende können zunächst die unterschiedlichen Positionen von Rationalismus und Empirismus vergleichen und diskutieren, ob Wissen eher aus Vernunft oder aus Erfahrung entsteht. Die Thesen Berkeleys bieten einen motivierenden Zugang zu philosophischen Grundfragen, da sie die Lernenden herausfordern, über die Beziehung von Wirklichkeit und Wahrnehmung nachzudenken. Im Anschluss können Bezüge zu religiösen Fragestellungen hergestellt werden, etwa zur Frage nach der Wahrnehmbarkeit Gottes oder nach den Grenzen menschlicher Erkenntnis. Besonders gewinnbringend ist die Auseinandersetzung mit Humes Skepsis gegenüber absoluten Wahrheitsansprüchen. Hier können Lernende untersuchen, welche Bedeutung Erfahrung für religiöse Überzeugungen besitzt und wie Glauben und Wissen zueinander stehen. Die Ausführungen zu Freiheit, Liberalismus und Gewaltenteilung ermöglichen zudem Verbindungen zur politischen Ethik und zur Verantwortung des Einzelnen in demokratischen Gesellschaften. Methodisch bieten sich philosophische Gespräche, strukturierte Debatten, Gedankenexperimente, Textanalysen sowie die Arbeit mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen an. Das Video fördert die Fähigkeit, unterschiedliche Erkenntniswege kritisch zu reflektieren und philosophische sowie religiöse Positionen argumentativ zu beurteilen.

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