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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Humes Skepsis und die Natur des Menschen

Veröffentlichung:16.5.2021

Das Video behandelt zentrale Entwicklungen der europäischen Aufklärung und stellt insbesondere die philosophischen Positionen von David Hume, Karl Popper, Voltaire und Jean Jacques Rousseau vor. Ausgehend von Humes Kritik an sicheren Erkenntnisansprüchen wird erläutert, dass menschliches Wissen auf Erfahrung, Gewohnheit und überprüfbaren Hypothesen beruht. Anschließend wird die Verbindung zum kritischen Rationalismus Karl Poppers hergestellt, der wissenschaftliche Erkenntnis als grundsätzlich vorläufig versteht. Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die französische Aufklärung. Dabei werden Voltaires Kritik an religiösen und metaphysischen Gewissheiten sowie Rousseaus grundlegende Skepsis gegenüber Fortschritt, Wissenschaft und gesellschaftlicher Entwicklung vorgestellt. Besondere Aufmerksamkeit erhält Rousseaus Vorstellung vom Naturzustand des Menschen, seine Kritik an Eigentum und sozialer Ungleichheit sowie sein Konzept der Entfremdung des Menschen von seiner ursprünglichen Natur.

David Hume (1711-1776) nimmt den Faden von John Locke auf. Hume ist Skeptiker von Jugend an. Als Zwanzigjähriger notiert er schon, dass man die menschliche Natur beachten müsse, bevor man eigene Weltbilder aufstellen könne. Diese beruhen doch meist auf Phantasmen und Idiosynkrasien.

Letztgewissheit gibt es nicht. Ideen sind für Hume nur „Abbilder der Wahrnehmungen“, aber nicht wie seit Platon der Schlüssel zur eigentlichen Wirklichkeit. Über die Kontingenz kann der Mensch nicht hinauskommen. Kant hatte gute Gründe, wenn er meinte, dass ihn Hume aus dem „dogmatischen Schlummer“ gerissen habe.

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Für den Religionsunterricht bietet das Video zahlreiche Anknüpfungspunkte zu den Themen Menschenbild, Fortschritt, Freiheit, Erkenntnis, Gesellschaft und Religion. Besonders geeignet ist das Medium für die gymnasiale Oberstufe im Kontext von Aufklärung, Religionskritik, Anthropologie und Sozialethik. Lernende können zunächst die erkenntnistheoretischen Positionen Humes und Poppers untersuchen und diskutieren, ob es überhaupt absolute Wahrheiten geben kann. Dabei eröffnet sich ein fruchtbarer Dialog zwischen wissenschaftlichen Erkenntnisansprüchen und religiösen Wahrheitsvorstellungen. Die Ausführungen zu Voltaire ermöglichen eine kritische Auseinandersetzung mit der Theodizeefrage sowie mit religionskritischen Positionen der Aufklärung. Besonders ergiebig für den Religionsunterricht ist die Beschäftigung mit Rousseaus Kritik an Fortschritt und Zivilisation. Lernende können untersuchen, ob technischer Fortschritt tatsächlich zu einem besseren Leben führt oder ob moderne Gesellschaften neue Formen der Entfremdung hervorbringen. Dabei lassen sich aktuelle Fragestellungen zu Digitalisierung, Konsum, sozialer Ungleichheit und Identitätsbildung einbeziehen. Ebenso kann Rousseaus Vorstellung eines ursprünglichen guten Menschen mit biblischen Menschenbildern verglichen werden. Methodisch eignen sich philosophische Gespräche, Debatten, Dilemma Diskussionen, Gruppenarbeiten, Textanalysen sowie kreative Aufgaben, in denen Lernende eigene Vorstellungen von Freiheit, Natur und gelingendem Leben entwickeln. Das Video fördert die Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu reflektieren und unterschiedliche Deutungen des Menschen und seiner Lebenswelt argumentativ zu beurteilen.

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