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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Kant VI: Das radikal Böse und die Religion

Veröffentlichung:11.7.2021

Das Video widmet sich Kants Religionsphilosophie und seiner Auseinandersetzung mit dem Problem des Bösen. Ausgehend von den Postulaten der praktischen Vernunft werden die Fragen nach Gott, Freiheit und Unsterblichkeit der Seele weiter entfaltet. Im Mittelpunkt steht Kants Einsicht, dass der Mensch zwar das sittlich Gute erkennen kann, jedoch häufig nicht entsprechend handelt. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen seiner Zeit, insbesondere der Französischen Revolution, entwickelt Kant eine differenzierte Sicht auf die menschliche Natur und die Realität des Bösen. Das Video erläutert seine Schrift „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“, in der Kant die bleibende Spannung zwischen Wollen und Vollbringen thematisiert. Dabei werden Begriffe wie guter Wille, Schuld, Freiheit, Vernunftglaube sowie das Verhältnis von Moral und Religion verständlich dargestellt. Zudem wird aufgezeigt, wie Kant biblische Motive aufnimmt und in eine vernunftorientierte Religionsphilosophie übersetzt.

Das Video diskutiert die Rolle des Bösen in Kants "Metaphysik der Sitten" und die Handlungsfähigkeit des kategorischen Imperativs. Kant erkennt an, dass Menschen, obwohl sie das sittliche Gesetz kennen, oft dagegen rationalisieren und scheitern, es zu befolgen. Er betrachtet das Böse als eine reale Kraft und eine Herausforderung für die Ethik. In seiner Schrift "Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" argumentiert Kant, dass Religion notwendig ist, um den guten Willen wiederherzustellen und das sittliche Gesetz zu unterstützen. Er betont die Unzulänglichkeit des Menschen und die Notwendigkeit einer moralischen und religiösen Orientierung.



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Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für die gymnasiale Oberstufe in Unterrichtseinheiten zur Theodizeefrage, Anthropologie, Ethik, Religionsphilosophie und zum christlichen Menschenbild. Lernende können zunächst Kants Diagnose der menschlichen Ambivalenz untersuchen und diskutieren, warum Menschen oft gegen ihre eigenen moralischen Überzeugungen handeln. Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Bösen als Grunderfahrung menschlicher Existenz. Hier können biblische Vorstellungen von Schuld, Sünde und Umkehr mit Kants Vernunftethik verglichen werden. Das Video ermöglicht darüber hinaus einen vertieften Zugang zum Verhältnis von Moral und Religion. Lernende können erörtern, ob moralisches Handeln religiöse Grundlagen benötigt oder ob Vernunft allein ausreichend Orientierung bietet. Die Unterscheidung zwischen Vernunftglaube und geschichtlichen Glaubensformen eröffnet zudem Möglichkeiten, über die Bedeutung religiöser Traditionen in modernen Gesellschaften nachzudenken. Methodisch bieten sich philosophische Gespräche, Dilemma Diskussionen, Debatten, Textarbeit mit biblischen und philosophischen Quellen sowie Vergleiche zwischen Kant, Paulus und modernen theologischen Positionen an. Besonders fruchtbar sind Reflexionen über die Spannung zwischen moralischem Anspruch und menschlicher Wirklichkeit, die auch für die Lebenswelt der Lernenden von hoher Aktualität bleibt. Das Video fördert die Fähigkeit, ethische und religiöse Fragestellungen differenziert zu analysieren und die Bedeutung von Freiheit, Verantwortung und Hoffnung für das menschliche Leben zu reflektieren.

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