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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Fichte II: Ich und Nicht Ich

Veröffentlichung:30.8.2021

Das Video beleuchtet die frühe Wirkung der Philosophie Johann Gottlieb Fichtes und zeigt deren Einfluss auf die Romantik sowie den Deutschen Idealismus. Im Mittelpunkt steht die Begeisterung, die Fichtes Vorlesungen in Jena bei jungen Denkern und Dichtern wie Novalis, Hölderlin, Schelling und Hegel auslösten. Ausgehend von Fichtes Lehre vom Ich und seiner Freiheit wird deutlich, wie philosophische Fragen nach Selbstbewusstsein, Weltbezug und Identität weit über die akademische Philosophie hinauswirkten. Das Video zeigt, wie die Romantiker Fichtes Gedanken aufnahmen, weiterentwickelten und zugleich kritisch hinterfragten. Besondere Aufmerksamkeit gilt Hölderlins Überlegungen zum Verhältnis von Ich und Sein sowie Novalis’ Reflexionen über das Zusammenspiel von Denken, Gefühl und Leben. Dadurch entsteht ein lebendiges Bild einer Epoche, in der Philosophie, Literatur und Kultur in einem engen Austausch standen und gemeinsam nach neuen Antworten auf die Fragen des Menschseins suchten.



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Für den Religionsunterricht eröffnet das Video vielfältige Zugänge zu den Themen Identität, Selbstbewusstsein, Freiheit, Gefühl, Vernunft und Sinnsuche. Besonders geeignet ist das Medium für die gymnasiale Oberstufe in Unterrichtseinheiten zur Anthropologie, Religionsphilosophie, Romantik oder zum Verhältnis von Glaube und Vernunft. Lernende können untersuchen, welche Bedeutung das Ich für das menschliche Selbstverständnis besitzt und ob die Identität eines Menschen allein aus sich selbst heraus begründet werden kann. Die kritischen Einwände Hölderlins bieten dabei die Möglichkeit, über die Frage nachzudenken, ob dem Menschen ein tieferer Grund vorausliegt, der nicht vollständig durch Selbstbewusstsein erfasst werden kann. Daraus ergeben sich interessante Verbindungen zu religiösen Vorstellungen von Schöpfung, Berufung und Gottesbeziehung. Ebenso eignet sich die Auseinandersetzung mit Novalis dazu, das Verhältnis von Gefühl und Vernunft zu reflektieren und über die Bedeutung von Erfahrungen, Emotionen und Spiritualität für die menschliche Orientierung nachzudenken. Methodisch kann das Video durch philosophische Gespräche, kreative Schreibaufgaben, Textvergleiche zwischen philosophischen und theologischen Quellen, biografische Zugänge sowie die Analyse romantischer Literatur erschlossen werden. Besonders gewinnbringend ist die Diskussion darüber, ob der Mensch primär durch Denken, Fühlen oder Beziehung zu sich selbst und zur Welt bestimmt wird. Das Medium fördert die Fähigkeit, philosophische und religiöse Deutungen menschlicher Existenz miteinander ins Gespräch zu bringen und die Bedeutung von Freiheit, Selbstverständnis und Sinn kritisch zu reflektieren.

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