Das Video widmet sich der Entstehung der Naturphilosophie Friedrich Wilhelm Joseph Schellings und ihrer Auseinandersetzung mit der Philosophie Johann Gottlieb Fichtes. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Wirklichkeit allein vom Ich und dessen Selbstbewusstsein her verstanden werden kann oder ob die Natur einen eigenständigen philosophischen Ausgangspunkt bildet. Das Video zeichnet die engen geistigen Verbindungen zwischen Fichte, Schelling, Hegel und Hölderlin nach und zeigt die intensive philosophische Diskussion, die von den gemeinsamen Studienjahren im Tübinger Stift ausging. Besonderes Augenmerk liegt auf Schellings Überzeugung, dass Natur nicht bloß Objekt menschlicher Erkenntnis ist, sondern selbst ein lebendiger, organischer Zusammenhang. Dabei wird deutlich, wie Schelling die Natur als Ausdruck eines umfassenden geistigen Prozesses versteht, in dem Geist und Natur aufeinander bezogen sind und letztlich einer gemeinsamen Wirklichkeit entstammen. Das Video vermittelt damit einen wichtigen Einblick in die Entwicklung des Deutschen Idealismus und in die Suche nach einer Einheit von Mensch, Natur und Geist.
Schelling hatte sich zunächst emphatisch Fichtes Ich als Prinzip angeschlossen. Doch zunehmend entdeckte er die andere Seite: Das Nicht-Ich, das nicht einfach Objekt ist, sondern lebendige, sinnliche Natur. Schelling nähert sich von Kants Teleologie der Urteilskraft und Platons ‚Timaios‘ her, über den er schon als Siebzehnjähriger einen Kommentar geschrieben hatte, der Natur als Kehrseite der Ichphilosophie, die gerade nicht der Dreh- und Angelpunkt sein kann, zu dem Fichte sie erklärt. Um diese Achse kreist der Briefwechsel mit Fichte. Er zeigt Korrespondenzen und letztlich einen Gesprächsabbruch.