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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Schelling I: Ich als Prinzip und die Natur

Veröffentlichung:14.9.2021

Das Video widmet sich der Entstehung der Naturphilosophie Friedrich Wilhelm Joseph Schellings und ihrer Auseinandersetzung mit der Philosophie Johann Gottlieb Fichtes. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Wirklichkeit allein vom Ich und dessen Selbstbewusstsein her verstanden werden kann oder ob die Natur einen eigenständigen philosophischen Ausgangspunkt bildet. Das Video zeichnet die engen geistigen Verbindungen zwischen Fichte, Schelling, Hegel und Hölderlin nach und zeigt die intensive philosophische Diskussion, die von den gemeinsamen Studienjahren im Tübinger Stift ausging. Besonderes Augenmerk liegt auf Schellings Überzeugung, dass Natur nicht bloß Objekt menschlicher Erkenntnis ist, sondern selbst ein lebendiger, organischer Zusammenhang. Dabei wird deutlich, wie Schelling die Natur als Ausdruck eines umfassenden geistigen Prozesses versteht, in dem Geist und Natur aufeinander bezogen sind und letztlich einer gemeinsamen Wirklichkeit entstammen. Das Video vermittelt damit einen wichtigen Einblick in die Entwicklung des Deutschen Idealismus und in die Suche nach einer Einheit von Mensch, Natur und Geist.

Schelling hatte sich zunächst emphatisch Fichtes Ich als Prinzip angeschlossen. Doch zunehmend entdeckte er die andere Seite: Das Nicht-Ich, das nicht einfach Objekt ist, sondern lebendige, sinnliche Natur. Schelling nähert sich von Kants Teleologie der Urteilskraft und Platons ‚Timaios‘ her, über den er schon als Siebzehnjähriger einen Kommentar geschrieben hatte, der Natur als Kehrseite der Ichphilosophie, die gerade nicht der Dreh- und Angelpunkt sein kann, zu dem Fichte sie erklärt. Um diese Achse kreist der Briefwechsel mit Fichte. Er zeigt Korrespondenzen und letztlich einen Gesprächsabbruch.


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Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Anknüpfungspunkte zu den Themen Schöpfung, Naturverständnis, Anthropologie, Religionsphilosophie und Umweltethik. Besonders geeignet ist das Medium für die gymnasiale Oberstufe im Rahmen von Unterrichtseinheiten zum Verhältnis von Mensch und Natur sowie zu philosophischen und theologischen Deutungen der Wirklichkeit. Lernende können zunächst die unterschiedlichen Positionen Fichtes und Schellings vergleichen und diskutieren, ob das menschliche Bewusstsein oder die Natur den Ausgangspunkt des Denkens bilden sollte. Besonders fruchtbar ist die Auseinandersetzung mit Schellings Verständnis der Natur als lebendigem Organismus. Dadurch eröffnen sich Verbindungen zu theologischen Vorstellungen von Schöpfung und zur Frage nach der Eigenwürde der Natur. Ebenso können aktuelle ökologische Fragestellungen aufgegriffen werden, etwa die Verantwortung des Menschen gegenüber der natürlichen Mitwelt oder die Bedeutung ganzheitlicher Naturverständnisse in Zeiten ökologischer Krisen. Die Verbindung von Natur und Geist ermöglicht darüber hinaus Gespräche über Transzendenz, Gotteserfahrung und die Frage nach dem Ursprung allen Lebens. Methodisch eignen sich philosophische Gespräche, Textanalysen, Naturbeobachtungen, Vergleiche zwischen naturwissenschaftlichen und theologischen Perspektiven sowie kreative Reflexionsaufgaben zur Beziehung zwischen Mensch und Natur. Das Video fördert die Fähigkeit, philosophische und religiöse Deutungen der Welt miteinander zu verknüpfen und die Bedeutung der Natur für das menschliche Selbstverständnis kritisch zu reflektieren.

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