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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Heidegger: „Vertauschte Fronten“

Veröffentlichung:5.5.2022

Das Video vertieft die Einführung in das Denken Martin Heideggers und konzentriert sich insbesondere auf dessen Verständnis von Wahrheit, Sein und philosophischem Fragen. Heidegger versteht Wahrheit nicht als bloße Übereinstimmung von Aussage und Wirklichkeit, sondern als einen dynamischen Prozess der Entbergung und des Sichtbarwerdens. Ausgehend vom griechischen Begriff der Aletheia beschreibt er Wahrheit als Unverborgenheit, als ein Geschehen, in dem Wirklichkeit sichtbar wird. Das Video erläutert Heideggers Kritik an rein wissenschaftlichen oder ideologischen Weltdeutungen und zeigt, wie er die Philosophie als einen Weg des Fragens versteht. Zugleich wird die große Wirkungsgeschichte seines Denkens dargestellt. Dabei werden bedeutende Denkerinnen und Denker wie Emmanuel Levinas, Hannah Arendt und weitere Vertreter der Phänomenologie und Hermeneutik vorgestellt, die sich mit Heideggers Werk auseinandergesetzt und es weiterentwickelt haben. Das Video macht deutlich, wie prägend Heideggers Fragen nach Sein, Wahrheit und menschlicher Existenz für die Philosophie des 20. Jahrhunderts geworden sind.

Martin Heideggers philosophische Ansätze sind stark mit der Frage nach dem Sein und der Wahrheit verbunden. Er betont die dynamische Natur der Wahrheit als Entdeckungsprozess, besonders durch die griechische Sprache, wo Aletheia das Unverborgene des Seins bedeutet. Heidegger kritisiert Korrespondenz- und Kohärenztheorien der Wahrheit zugunsten eines Verständnisses als Enthüllung und Offenbarung. Seine Lehre und seine Faszination für Schüler, einschließlich seiner kritischen Auseinandersetzung mit Historismus und seinem Einfluss auf die philosophische Entwicklung des 20. Jahrhunderts, sind bemerkenswert. Bibelstelle: "Warum ist Sein und nicht vielmehr Nichts?" / Sein, Wahrheit, Aletheia, Entdeckung, Historismus, Griechisch, Philosophiegeschichte








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Für den Religionsunterricht bietet das Video zahlreiche Möglichkeiten, grundlegende Fragen nach Wahrheit, Wirklichkeit und menschlicher Existenz zu thematisieren. Lernende können untersuchen, welche unterschiedlichen Vorstellungen von Wahrheit in Philosophie, Wissenschaft und Religion vorkommen. Besonders anregend ist die Frage, ob Wahrheit lediglich überprüfbare Fakten beschreibt oder ob sie auch als persönlicher und existenzieller Erfahrungsprozess verstanden werden kann. Die von Heidegger betonte Bedeutung des Fragens eröffnet Zugänge zu religiösen Suchbewegungen, zur Gottesfrage sowie zur Reflexion über Sinn und Orientierung im Leben. Methodisch bietet sich an, zentrale Begriffe wie Wahrheit, Sein, Wirklichkeit und Unverborgenheit in philosophischen Gesprächen zu erschließen und mit biblischen Vorstellungen von Wahrheit zu vergleichen. Ebenso können Lernende diskutieren, welche Bedeutung Fragen für Erkenntnis und Glauben haben und weshalb Philosophie häufig weniger Antworten als neue Perspektiven eröffnet. Die Beschäftigung mit Hannah Arendt und Emmanuel Levinas ermöglicht darüber hinaus einen Zugang zu ethischen Fragestellungen, etwa zur Verantwortung gegenüber anderen Menschen oder zur Bedeutung politischer und gesellschaftlicher Freiheit. Das Video eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zur Existenzphilosophie, zur Wahrheitsthematik, zur philosophischen Anthropologie sowie zum Verhältnis von Glauben und Denken. Es fördert die Fähigkeit, komplexe Fragestellungen auszuhalten, kritisch zu reflektieren und unterschiedliche Zugänge zur Wirklichkeit miteinander ins Gespräch zu bringen.

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