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Stiftung Vernetzt denken

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Generationengerechtigkeit Teil 3

Zeitpunkte-Generationengerechtigkeit

Veröffentlichung:29.5.2023

Die dritte Folge zur Generationengerechtigkeit widmet sich dem Konzept der Zeitpunkte-Generationengerechtigkeit. Dabei wird nicht mehr nur die Gerechtigkeit zwischen gleichzeitig lebenden Altersgruppen betrachtet, sondern vielmehr die zwischen Menschen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten leben – also der heutigen und zukünftigen Generationen. Die zentrale Frage lautet: Haben zukünftige Generationen die gleichen Chancen, ihre grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen wie die heutige?

Als Maßstab dient erneut das Prinzip der Chancengerechtigkeit. Generationengerechtigkeit ist dann gegeben, wenn die Chancen der Nachkommen mindestens so groß sind wie die der aktuellen Generation. Dabei wird bewusst auf Wünsche verzichtet, da diese wandelbar und unbegrenzt sind, während Bedürfnisse – wie Nahrung, Bildung oder Gesundheit – universeller und grundlegender sind.

Eine besondere ethische Fragestellung ist, ob wir überhaupt Verantwortung für Menschen tragen können, die noch nicht geboren sind. Die Antwort darauf liegt in einem Vergleich: So wie wir uns moralisch verpflichtet fühlen, Menschen in anderen Teilen der Welt zu helfen – etwa durch Spenden bei Naturkatastrophen – obwohl wir sie nicht kennen, sollte auch die zeitliche Distanz keine Rolle spielen. Moralisches Handeln kann sich also auch auf kommende Generationen beziehen.

Ein häufig genanntes Gegenargument beruft sich auf das Prinzip der Reziprozität: Man sei nur jenen gegenüber verpflichtet, von denen man auch etwas erwarten könne. Da zukünftige Generationen nichts für uns tun könnten, seien wir ihnen nichts schuldig. Dem wird jedoch das Prinzip der indirekten Reziprozität entgegengesetzt: Wenn wir selbst von den Bemühungen vergangener Generationen profitieren, liegt es in unserer Verantwortung, auch für kommende Generationen Gutes zu tun.

Zur praktischen Umsetzung dieser Gerechtigkeit benennt das Video drei zentrale Bereiche. Ökologisch sollte die Umwelt nur in einem Maß belastet werden, das sie auch wieder verkraften kann. Ökonomisch gilt es, bestehende Infrastruktur zu erhalten und gleichzeitig zukunftsweisend zu investieren – etwa in Bildung oder nachhaltige Energieversorgung. Sozial ist es entscheidend, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen in Institutionen zu bewahren, denn nur stabile Gesellschaften können Gerechtigkeit garantieren.

Diese Perspektiven auf Zeitpunkte-Generationengerechtigkeit bieten eine wertvolle Grundlage für den Unterricht und regen zur Auseinandersetzung mit langfristiger Verantwortung, Nachhaltigkeit und ethischen Prinzipien an.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht, Ethikunterricht sowie den Politikunterricht der Sekundarstufe. Es ermöglicht einen anschaulichen Einstieg in die Frage, was Gerechtigkeit aus christlicher und gesellschaftlicher Perspektive bedeutet. Vor dem Ansehen können die Lernenden sammeln, was sie persönlich zum Leben brauchen und welche Dinge sie sich lediglich wünschen. Während des Videos erstellen sie beispielsweise eine Tabelle mit den Überschriften Bedürfnisse und Wünsche und ordnen verschiedene Beispiele den beiden Kategorien zu. Anschließend diskutieren sie, welche Bedürfnisse allen Menschen unabhängig von Alter oder Herkunft zustehen sollten und welche Verantwortung der Staat sowie die Gesellschaft dafür tragen. Im Religionsunterricht lassen sich Verbindungen zur katholischen Soziallehre, zur Menschenwürde und zur Option für die Armen herstellen. Ebenso bietet sich eine Verbindung zur Bewahrung der Schöpfung an, indem überlegt wird, welche natürlichen Ressourcen auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben müssen. Biblische Texte wie die Speisung der Fünftausend, die Seligpreisungen oder das Doppelgebot der Liebe eröffnen zusätzliche Perspektiven auf Gerechtigkeit und Solidarität. Methodisch eignet sich das Video für Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Placemat Verfahren, Streitgespräche oder die Bearbeitung aktueller Beispiele aus Umweltpolitik, Rentenpolitik oder Bildungspolitik. Auf diese Weise entwickeln die Lernenden ihre Urteilsfähigkeit und erkennen, dass gerechtes Handeln nicht die Erfüllung aller Wünsche bedeutet, sondern die Sicherung der grundlegenden Bedürfnisse aller Menschen.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Was bedeutet Generationengerechtigkeit?

Generationengerechtigkeit bedeutet, dass alle Generationen die gleichen Chancen haben sollen, ihre grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen.


2. Welches Gerechtigkeitsprinzip steht im Mittelpunkt des Videos?

Das zentrale Prinzip ist die Chancengerechtigkeit. Keine Generation soll benachteiligt werden.


3. Worauf bezieht sich Generationengerechtigkeit?

Sie bezieht sich auf die gerechte Verteilung von Chancen, staatlichen Leistungen, Ressourcen, Schulden und Umweltbelastungen zwischen den Generationen.


4. Was ist der Unterschied zwischen einem Bedürfnis und einem Wunsch?

Ein Bedürfnis ist lebensnotwendig oder verhindert schwerwiegende körperliche oder psychische Schäden. Ein Wunsch geht darüber hinaus und ist nicht lebensnotwendig.


5. Welche Beispiele für Bedürfnisse nennt das Video?

Beispiele sind ausreichend Nahrung, Trinkwasser, Gesundheit, Bildung und andere grundlegende Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben.


6. Warum gehören Luxusgüter nicht zu den Bedürfnissen?

Weil Menschen ohne sie keine schwerwiegenden körperlichen oder psychischen Schäden erleiden. Sie sind Wünsche, aber keine lebensnotwendigen Bedürfnisse.


7. Warum können Wünsche nicht Maßstab der Generationengerechtigkeit sein?

Weil Wünsche unbegrenzt sind und sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Würden alle Wünsche erfüllt werden müssen, wäre das gegenüber anderen Generationen ungerecht.


8. Welche Bedeutung hat das Thema für den christlichen Glauben?

Der christliche Glaube fordert dazu auf, die Würde jedes Menschen zu achten, solidarisch zu handeln und die Schöpfung so zu bewahren, dass auch kommende Generationen gut leben können.


9. Welche politischen Bereiche sind besonders von Generationengerechtigkeit betroffen?

Vor allem Umweltpolitik, Bildungspolitik, Rentenpolitik, Sozialpolitik und die Staatsfinanzen.


10. Was lernen die Lernenden durch das Video?

Sie unterscheiden Bedürfnisse von Wünschen, verstehen das Prinzip der Chancengerechtigkeit und können politische Entscheidungen im Hinblick auf Generationengerechtigkeit kritisch beurteilen.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.3 Aspekte christlicher Anthropologie.

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.5 Zukunft der Erde, Zukunft des Menschen und kirchliche Positionen.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 3. Gesellschaftlich-politische Verantwortung aus christlicher Motivation.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 2. Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – eine Herausforderung an die Christen.

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