Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige didaktische Möglichkeiten. Nach einer vorbereitenden Einführung in die Themen Organspende, Menschenwürde und medizinische Ethik können die Lernenden zunächst ihre Erwartungen und persönlichen Haltungen zu den dargestellten Konflikten formulieren. Während oder nach dem Film empfiehlt sich eine Figurenanalyse, bei der die Beweggründe von Anna, Kate, den Eltern und weiteren Familienmitgliedern untersucht werden. Dadurch wird deutlich, dass moralische Entscheidungen selten eindeutig sind und unterschiedliche Werte miteinander in Konflikt geraten können. Anschließend können zentrale ethische Fragestellungen mithilfe des christlichen Menschenbildes, der Goldenen Regel, des Doppelgebotes der Liebe oder kirchlicher Aussagen zur Menschenwürde und Bioethik reflektiert werden. Ebenso lassen sich medizinethische Themen wie künstliche Befruchtung, genetische Selektion, Organspende, Selbstbestimmung und das Spannungsfeld zwischen Lebensschutz und persönlicher Freiheit diskutieren. Rollenspiele zu der Gerichtsverhandlung, Pro und Kontra Debatten, Standbilder zu Schlüsselszenen, Schreibgespräche oder das Verfassen innerer Monologe einzelner Figuren fördern Perspektivwechsel und Empathie. Ebenso eignet sich der Film für fächerübergreifenden Unterricht mit Ethik oder Biologie sowie für die Auseinandersetzung mit Sterbebegleitung, Trauer, Hoffnung und christlichen Vorstellungen von Leben und Tod. Die offene und emotionale Erzählweise ermöglicht intensive Gespräche über persönliche Erfahrungen und stärkt die Fähigkeit der Lernenden, komplexe moralische Fragestellungen begründet zu beurteilen.
"Der Film erzählt die Geschichte eines Mädchens, das als genetisch passendes 'Spenderkind' für seine krebskranke Schwester zur Welt kommt. Im Verlauf der Handlung beginnt sie, ihr Recht auf Selbstbestimmung einzufordern, was ethische Konflikte innerhalb der Familie auslöst. Zentrale Themen sind medizinische Ethik, Organ- und Gewebespende, Autonomie, Familie, Krankheit und Tod.
Im Religionsunterricht eignet sich der Film für eine Behandlung ab Klasse 9 oder 10. Er bietet Anknüpfungspunkte für eine Auseinandersetzung mit den Fragen von Lebenswert, Menschenwürde, Verantwortung, Elternschaft, Leid und Schuld. Methodisch bietet das Material Szenenanalysen, Rollenspiele, Argumentationsübungen, ethische Fallanalysen, kreative Schreibanlässe sowie Gruppenarbeiten zur Reflexion religiöser und weltanschaulicher Perspektiven. Die Filmästhetik (z. B. Rückblendenstruktur, Musik, emotionale Nahaufnahmen) kann ebenfalls analysiert werden. Der Film eignet sich auch zur interdisziplinären Arbeit mit Biologie, Ethik oder Deutsch. Die Materialien fördern die Urteilsbildung, Empathie und das Nachdenken über existenzielle Fragen."