Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe im Zusammenhang mit den Themen Nationalsozialismus, Kirche im Dritten Reich, Widerstand, Gewissen, Menschenwürde, Antisemitismus und Erinnerungskultur. Der Film eröffnet einen persönlichen Zugang zur Geschichte, indem er historische Ereignisse mit den Lebensgeschichten einzelner Menschen verbindet. Die Lernenden können untersuchen, welche Handlungsmöglichkeiten Christinnen und Christen sowie jüdische Menschen unter einer Diktatur hatten und welche Bedeutung der Glaube für ihr Handeln besaß. Im Unterricht kann herausgearbeitet werden, warum manche Geistliche Widerstand leisteten, während andere schwiegen oder sich anpassten. Ebenso bietet sich eine Auseinandersetzung mit der Frage an, welche Verantwortung Religion und Kirche heute für Demokratie, Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten tragen. Methodisch eignen sich Quellenarbeit, Biografiearbeit, Gruppenpräsentationen zu einzelnen Persönlichkeiten, die Analyse historischer Dokumente sowie Diskussionen über Zivilcourage und Verantwortung. Auch ein Vergleich mit aktuellen Formen von religiöser Verfolgung oder Antisemitismus kann den Gegenwartsbezug verdeutlichen. Das Medium fördert historisches Lernen, ethische Urteilsbildung und die Bereitschaft, sich gegen Ausgrenzung, Hass und Menschenfeindlichkeit einzusetzen. Es macht deutlich, dass Glaube niemals zur Rechtfertigung von Gewalt und Unterdrückung missbraucht werden darf.
Der Dokumentarfilm *Nicht in Gottes Namen* des Bitburger Filmemachers Adolf Winkler beleuchtet die Verfolgung von Geistlichen und Ordensangehörigen im Nationalsozialismus, insbesondere im Gebiet des Bistums Trier. Der etwa 100-minütige Film kombiniert historische Filmaufnahmen, Fotografien, nachgestellte Szenen an Originalschauplätzen und Experteninterviews, um die Biografien von rund einem Dutzend betroffener Personen darzustellen. Zu den porträtierten Persönlichkeiten zählen katholische Priester, Ordensschwestern, evangelische Pfarrer sowie der letzte Oberrabbiner von Trier, Dr. Adolf Altmann.
Ein zentrales Beispiel für den Widerstand ist die Szene, in der die Pfarrer Johannes Schulz und Josef Zillicken am 27. Mai 1940 im Gasthaus Waldfrieden bei Maria Laach demonstrativ sitzen bleiben, als Reichsmarschall Hermann Göring eintritt und von anderen Gästen mit dem Hitlergruß begrüßt wird. Dieser stille Protest hatte schwerwiegende Konsequenzen für die beiden Geistlichen.
Winkler reiste für die Produktion an verschiedene Originalschauplätze, darunter Orte im Bistum Trier wie Elm, Mendig, Nickenich, Wassenach und Trier sowie die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald. Zudem besuchte er Amsterdam, den letzten Wohnort von Dr. Altmann, und ein Archiv in England, in dem dessen Briefe aufbewahrt werden.
Der Film wurde am 14. März 2025 im Rathaus von Schwalbach uraufgeführt und dient als Mahnmal gegen das Vergessen. Er richtet sich insbesondere an Schulen und Bildungseinrichtungen, die eine kostenlose Kopie zur Präsentation erhalten können.