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Westdeutscher Rundfunk (WDR)Planet Schule

Westdeutscher Rundfunk (WDR),

Planet Schule

Die Entdeckung der Zeit

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Video „Der Mensch wird zum Göttlichen“ aus der Reihe Zeitenwende: Die Renaissance zeigt die Renaissance als eine Epoche tiefgreifender Veränderungen in Europa. Im Mittelpunkt stehen herausragende Persönlichkeiten wie Michelangelo, Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer sowie Johannes Gutenberg. Der Film verdeutlicht, wie sich das Menschenbild in der Renaissance wandelte und der Mensch zunehmend als schöpferisches, selbstbestimmtes und verantwortliches Individuum verstanden wurde. Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Technik entwickelten sich in außergewöhnlicher Geschwindigkeit. Der Buchdruck verbreitete neues Wissen, die Mäzene der Familie Medici förderten Kunst und Bildung, und Künstler wurden erstmals zu europaweit bewunderten Persönlichkeiten. Anhand eindrucksvoller Rekonstruktionen, historischer Schauplätze und Experteninterviews wird die Renaissance als eine Zeitenwende dargestellt, die bis heute das europäische Denken prägt.

Zwei Folgen (Die Entdeckung der Zeit, der Mensch wird zum Göttlichen) stellen die Renaissance und Entwicklungen des menschlichen Selbstbildes vor. Dabei werden die Entwicklung der Wissenschaften während der Renaissance vorgestellt und die Folgen für Religion und die Reformation dargestellt.

Die Ikone der RENAISSANCE ist Leonardo da Vinci. Er porträtiert die Mona Lisa, dabei sieht er selbst sich gar nicht als Maler. Das große Universalgenie da Vinci preist sich in seinen Bewerbungsschreiben an die großen italienischen Höfe der Renaissance als Erfinder und Ingenieur. In Mailand konstruiert er einen Roboter-Ritter. Robotiker von heute analysieren seine Arbeiten. Offensichtlich hat Leonardo die Grundprinzipien zur Schaffung von mechanischen Menschen erkannt - doch ihm fehlten Antrieb und moderne Materialien.

Der Uhrmacher Henlein konstruiert die Taschenuhr. Zeitmessungen und Himmelsbeobachtungen revolutionieren die Vorstellung von der Mechanik der Himmelskörper. Kopernikus liefert den mathematischen Beweis für das heliozentrische Weltbild und schafft die Basis für die Zukunftstechnologien GPS und Raumfahrt. Grundlegende Fortschritte in der Navigation auf hoher See eröffnen neue Horizonte, Amerika wird entdeckt. Kolumbus Heldentat entwickelt sich zur lebensbedrohlichen Katastrophe für die Ureinwohner. Die gewaltigen Mengen Raubgold und -silber der Konquistadoren führen zur ersten Weltwirtschaftskrise. Der Augsburger Handelsfürst Jakob Fugger wird zum Bill Gates der Renaissance und erfindet den sozialen Wohnungsbau. Die Renaissancepäpste stürzen die Kirche in eine existenzielle Krise, sind aber andererseits die Finanziers der großartigsten Bau- und Kunstwerke der europäischen Geschichte. Michelangelo baut die größte Kirche der Christenheit und Martin Luther pilgert nach Rom. Er erlebt den Ablasshandel, ein System, das es erlaubt, Höllenstrafen schon im Diesseits durch Zahlungen zu reduzieren. Dank Gutenberg werden Ablassbriefe zu Tausenden gedruckt, ein Goldregen für die Politik der Habsburger. Die Ablasse finanzieren die Megabauten der Päpste in Rom und ihren opulenten Lebensstil. Martin Luther – ein kleiner Mönch - stellt sich den Titanen der Kirche in den Weg. Kein Revolutionär, sondern Reformator. Nur zwei Generationen nach Luther wird mit dem Dreißigjährigen Krieg ein religiös motivierter Krieg die westliche Welt verheeren.




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Für den Religionsunterricht eröffnet das Video zahlreiche Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der theologischen Anthropologie und der europäischen Geistesgeschichte. Der Film eignet sich besonders für die Themen Menschenbild, Menschenwürde, Freiheit, Individualität, Humanismus sowie das Verhältnis von Glaube und Vernunft. Die Lernenden können untersuchen, wie sich das mittelalterliche Verständnis des Menschen als Teil einer von Gott vorgegebenen Ordnung zu einem neuen Verständnis des Menschen als kreativem Gestalter seiner Welt entwickelte. Als Einstieg bietet sich die Betrachtung von Renaissancekunst an, verbunden mit der Frage, warum Menschen plötzlich so realistisch, kraftvoll und selbstbewusst dargestellt wurden. Während der Filmsichtung können Beobachtungsaufträge zu den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Religion, Wirtschaft und Gesellschaft vergeben werden. Anschließend können die Lernenden die Leitfrage diskutieren, ob die Renaissance eine Befreiung des Menschen oder eine Herausforderung für traditionelle religiöse Vorstellungen bedeutete. Besonders ergiebig ist ein Vergleich zwischen mittelalterlichem und humanistischem Menschenbild. Ebenso können Bezüge zur biblischen Vorstellung des Menschen als Ebenbild Gottes hergestellt werden. In höheren Jahrgangsstufen eignet sich der Film als Ausgangspunkt für Diskussionen über moderne Vorstellungen von Autonomie, Selbstverwirklichung und Verantwortung. Rollenspiele aus der Perspektive eines Humanisten, eines mittelalterlichen Theologen oder eines Renaissancekünstlers fördern Perspektivwechsel und Urteilsbildung. Durch die Verbindung von Geschichte, Religion, Kunst und Philosophie unterstützt das Medium kompetenzorientiertes Lernen und ermöglicht einen reflektierten Zugang zu den kulturellen und religiösen Grundlagen Europas.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8G.4a Auseinandersetzung in der Kirche. Von der Reformation zur Ökumene.

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.2 Anthropologie und Religion.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8.3 Konfessionen wahrnehmen und verstehen: Reformation und Ökumene.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Wir machen eine Zeitreise ins Mittelalter!
  • Der Ablasshandel
  • Martin Luther

Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 1. Der Mensch als Geschöpf und „Schöpfer“.

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