Der Einstieg gelingt über das Erstellen eines individuellen Jesusbildes mithilfe des digitalen Tools „Jesus-Creator“ (https://www.designerpfarrer.de/2023/04/25/jesuscreator/) Dabei werden die Lernenden für die Tatsache sensibilisiert, dass unser Bild von Jesus nicht objektiv ist, sondern stark von Kunst, Kultur, Theologie und gesellschaftlichen Einflüssen geprägt wird. Der Impuls der Homepage verweist auf die Vielfalt und Widersprüchlichkeit möglicher Darstellungen: Manche Jesusbilder wirken zu heilig, andere zu harmlos, zu europäisch, zu modern oder zu antik. Diese Beobachtung dient als Überleitung zur zentralen Fragestellung der Stunde: Über das Bild von Jesus wurde nicht nur heute, sondern bereits vor über 1700 Jahren gestritten – etwa auf dem Konzil von Nicäa.
In der anschließenden Erarbeitungsphase setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem historischen Streit um Jesu Wesen auseinander, indem sie Arbeitsblatt 1 bearbeiten. Dieses thematisiert die Auseinandersetzung auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 n. Chr., bei dem zentrale Fragen der Christologie diskutiert wurden. Dabei ist ein Differenzierungsimpuls zu beachten, um allen Lernenden einen Zugang zum Thema zu ermöglichen.
In der Anwendungsphase gestalten die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Jesusbild auf Grundlage der vorausgegangenen Inhalte mithilfe von Arbeitsblatt 2. Je nach verfügbarer Zeit können die Ergebnisse im Plenum präsentiert oder im Rahmen eines Rundgangs mit gegenseitiger Wertschätzung betrachtet werden. Der Unterricht verbindet somit individuelle Reflexion mit theologischer und historischer Einordnung und fördert sowohl kreative Ausdrucksfähigkeit als auch kritisches Denken im Umgang mit religiösen Bildern.