Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe im Themenfeld soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde, Verantwortung und christliche Nächstenliebe. Die abwechslungsreichen Methoden ermöglichen einen handlungsorientierten Unterricht, in dem die Lernenden eigene Erfahrungen und Vorstellungen mit gesellschaftlichen Fragestellungen verbinden. Der Einstieg über das Traumhaus eröffnet einen lebensweltnahen Zugang und macht deutlich, dass Wohnen weit mehr bedeutet als ein Dach über dem Kopf. Im anschließenden Rollenspiel setzen sich die Lernenden mit Auswahlprozessen auf dem Wohnungsmarkt auseinander und reflektieren, welche Vorurteile, wirtschaftlichen Interessen oder sozialen Kriterien Entscheidungen beeinflussen können. Besonders gewinnbringend ist der Perspektivwechsel anhand der Geschichte einer älteren Frau, deren Lebensumfeld durch steigende Mieten bedroht wird. Die Diskussion fördert Empathie, Perspektivübernahme sowie die Fähigkeit, unterschiedliche Interessen abzuwägen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Das Medium bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zu biblischen Themen wie Gastfreundschaft, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und dem Schutz benachteiligter Menschen. Ebenso eignet es sich für Projektunterricht, Gruppenarbeit, Rollenspiele und Diskussionen sowie für eine fächerverbindende Zusammenarbeit mit Politik oder Sozialwissenschaften. Die Unterrichtseinheit stärkt die Urteilsfähigkeit, soziale Kompetenz und das Bewusstsein dafür, dass bezahlbarer Wohnraum eine wichtige Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben und gesellschaftliche Teilhabe ist.
Das Material besteht aus drei eigenständigen Spiel- und Reflexionseinheiten:
Traumhaus gestalten: Die Lernenden entwerfen in Kleingruppen ihre persönlichen Traumhäuser und reflektieren im Anschluss gemeinsam über Wohnbedürfnisse, Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie die Bedürfnisse verschiedener gesellschaftlicher Gruppen wie Jugendliche, Familien oder Senior:innen.
Auswahlverfahren – Rollenspiel: Fünf Bewerber:innen mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund bewerben sich bei einem fiktiven Vermieter oder einer Vermieterin um dieselbe Wohnung. Die Gruppe entscheidet, wer die Wohnung bekommt – und diskutiert im Anschluss Kriterien, Vorurteile und strukturelle Benachteiligungen am Wohnungsmarkt.
Perspektivwechsel – Diskussion: In einer kontrastierenden Debatte übernehmen die Schüler:innen Positionen zur Wohnsituation einer älteren Frau, die ihre Wohnung wegen steigender Mieten verlassen muss. Argumentativ gestützt entwickeln sie Lösungsideen für einen sozial gerechten Umgang mit Wohnraummangel.
Diese Unterrichtseinheiten sind methodisch abwechslungsreich (Kreativarbeit, Rollenspiel, Diskussionsformate) und fördern zentrale Kompetenzen wie ethisches Urteilen, Perspektivübernahme, Empathie und soziale Verantwortung. Für den katholischen Religionsunterricht lassen sich dabei Bezüge zur katholischen Soziallehre, insbesondere zu den Prinzipien der Solidarität, der Gerechtigkeit, der Option für die Armen und dem Recht auf menschenwürdiges Wohnen herstellen. Auch Bibelstellen zu Gastfreundschaft, Besitz, Gerechtigkeit oder Heimat können fruchtbar eingebunden werden (z. B. Jes 58,7 oder Mt 25,35).
„Wohnopoly“ eignet sich für projektorientierten Unterricht, Sozialaktionen, Gruppenstunden oder als Einstieg in Themen wie Armut, Stadtentwicklung, Gemeinwohl und Zusammenleben in der Gesellschaft.