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lpb Landeszentrale für politische Bildung

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„Evakuiert“ und „Unbekannt verzogen“

Die Deportation der Juden aus Württemberg und Hohenzollern 1941 bis 1945

Veröffentlichung:1.1.2002

Das Unterrichtssequenz „Evakuiert und Unbekannt verzogen“ mit 36 Seiten bietet eine fundierte Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Deportation von Jüdinnen und Juden aus Württemberg und Hohenzollern in den Jahren 1941 bis 1945. Es richtet sich vor allem an Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II sowie an Akteure der Gedenkstätten- und Projektpädagogik und ist so konzipiert, dass es direkt im Unterricht eingesetzt werden kann.

Das Medium „Evakuiert“ und „Unbekannt verzogen. Die Deportation der Juden aus Württemberg und Hohenzollern 1941 bis 1945“ bietet eine umfassende Darstellung der nationalsozialistischen Verfolgung und Deportation jüdischer Menschen in Südwestdeutschland. Es beschreibt die schrittweise Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, die Reichspogromnacht, die systematische Enteignung sowie die Deportationen nach Riga, Izbica, Auschwitz und Theresienstadt. Dabei wird deutlich, wie die nationalsozialistische Verwaltung durch bewusst verharmlosende Begriffe wie „Evakuiert“ oder „Unbekannt verzogen“ den Beginn des industriellen Massenmordes verschleierte. Neben der historischen Einführung enthält das Medium zahlreiche Originaldokumente, Zeitzeugenberichte, Fotografien, didaktische Impulse, Literaturhinweise und regionale Beispiele aus Württemberg und Hohenzollern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der heutigen Erinnerungskultur, den Gedenkstätten sowie der Bedeutung historischer Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie der gymnasialen Oberstufe im Themenfeld Judentum, Nationalsozialismus, Holocaust, Menschenwürde, Verantwortung und Erinnerungskultur. Die zahlreichen historischen Quellen ermöglichen einen kompetenzorientierten Unterricht, in dem Lernende eigenständig mit Originaldokumenten arbeiten und historische Entwicklungen nachvollziehen können. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung von Sachinformationen mit individuellen Biographien und regionalen Bezügen, wodurch Geschichte konkret und lebensnah erfahrbar wird. Die Dokumente regen dazu an, die schrittweise Entrechtung jüdischer Menschen nachzuvollziehen und über die Verantwortung von Staat, Verwaltung, Gesellschaft und einzelnen Menschen nachzudenken. Im Religionsunterricht lassen sich Bezüge zu den biblischen Vorstellungen von Menschenwürde, Gerechtigkeit, Nächstenliebe und der Verantwortung für den Mitmenschen herstellen. Ebenso bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten für Quellenarbeit, Gruppenarbeit, Projektunterricht, Gedenkstättenarbeit oder die Vorbereitung von Exkursionen zu Erinnerungsorten. Die enthaltenen didaktischen Anregungen unterstützen Lehrkräfte dabei, historische Bildung mit ethischer Reflexion zu verbinden und die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten sowie der Achtung vor jedem Menschen herauszuarbeiten. Die Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Opfer fördert Empathie, historische Urteilskompetenz und die Bereitschaft, jeder Form von Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.

Ziel des Materials ist es, Lernende für die konkreten historischen Abläufe der nationalsozialistischen Judenverfolgung im südwestdeutschen Raum zu sensibilisieren. Besonderer Wert wird dabei auf die regionale Verankerung gelegt: Anhand von Beispielen aus Württemberg und Hohenzollern werden abstrakte historische Prozesse greifbar und lokal erfahrbar gemacht. Durch biografische Zugänge – also durch die Darstellung individueller Schicksale deportierter Menschen – wird der Geschichtsunterricht personalisiert und Empathie gefördert.

Didaktisch setzt das Material auf vielfältige Methoden. Es enthält Arbeitsblätter, Lückentexte, Quellenauszüge, Bildmaterialien und Aufgaben zur selbstständigen Recherche und Präsentation. Die Schülerinnen und Schüler werden so zu einer aktiven Auseinandersetzung mit historischen Quellen angeregt und lernen, diese kritisch einzuordnen. Damit fördert das Material nicht nur fachliche, sondern auch methodische und soziale Kompetenzen.

Der Einsatz im Unterricht ist flexibel möglich. Der Einstieg kann über Zeitzeugenberichte oder authentische Dokumente erfolgen, die das Thema greifbar machen. In der Arbeitsphase bieten sich Gruppenarbeiten, Diskussionen und Präsentationen an. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von Erinnerungskultur für unsere heutige Gesellschaft reflektieren – etwa im Hinblick auf demokratische Werte und den Umgang mit Antisemitismus in der Gegenwart.

Insgesamt zeichnet sich das Material durch seine hohe Praxisnähe, seine klare Struktur und seine Anschlussfähigkeit an Lehrpläne aus. Es verbindet historisches Lernen mit politischer Bildung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer reflektierten und empathischen Haltung gegenüber der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland.

Historische Einführung

Zu Beginn erhalten die Lernenden einen umfassenden Überblick über die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung von der Machtübernahme der Nationalsozialisten bis zu den Deportationen und der systematischen Ermordung. Im Unterricht dient dieser Teil als fachliche Grundlage für die weitere Arbeit und hilft dabei, die historischen Zusammenhänge zu verstehen.


Originalquellen und Dokumente

Das Heft enthält zahlreiche historische Dokumente wie Erlasse der Gestapo, Verwaltungsschreiben, Gesetzestexte, Zeitdokumente und weitere Originalquellen. Die Lernenden analysieren diese Quellen, erkennen die Sprache der nationalsozialistischen Verwaltung und arbeiten heraus, wie Ausgrenzung, Entrechtung und Deportation organisiert wurden. Gleichzeitig üben sie den kritischen Umgang mit historischen Quellen.


Fotografien und Bildmaterial

Historische Fotografien, Dokumente und Abbildungen veranschaulichen die Deportationen, die Sammellager sowie Erinnerungsorte. Im Unterricht werden die Bilder beschrieben, interpretiert und mit den historischen Quellen verglichen. Dadurch entwickeln die Lernenden einen emotionalen und zugleich sachlich fundierten Zugang zum Thema.


Zeitzeugen und Biographien

Das Material verweist auf autobiographische Berichte und exemplarische Lebensgeschichten jüdischer Menschen. Die Lernenden setzen sich mit individuellen Schicksalen auseinander und erkennen, welche Auswirkungen die nationalsozialistische Verfolgung auf einzelne Menschen und Familien hatte. Dadurch wird Geschichte aus der Perspektive der Betroffenen erfahrbar.


Didaktische Impulse

Das Heft enthält konkrete Unterrichtsvorschläge für unterschiedliche Jahrgangsstufen. Vorgeschlagen werden Quellenarbeit, Bildanalyse, Arbeit mit Biographien, Diskussionen, Projektunterricht sowie fächerverbindende Unterrichtseinheiten. Die Lernenden entwickeln historische Urteilskompetenz, reflektieren ethische Fragestellungen und setzen sich mit Verantwortung und Erinnerung auseinander.


Arbeit mit dem Gedenkblatt

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Gedenkblatt der Stiftung Geißstraße sieben. Dieses kann als Plakat, Quellensammlung oder Arbeitsgrundlage genutzt werden. Die Lernenden erstellen beispielsweise Zeitachsen, analysieren historische Ereignisse oder arbeiten eigenständig mit den Dokumenten.


Erinnerungsorte und Gedenkstätten

Das Material stellt Gedenkstätten wie den Stuttgarter Nordbahnhof, den Killesberg sowie die Gedenkstätte im Bikernieki Wald bei Riga vor. Im Unterricht können Exkursionen vorbereitet oder virtuelle Erkundungen durchgeführt werden. Die Lernenden setzen sich mit Erinnerungskultur und der Bedeutung des Gedenkens für die Gegenwart auseinander.


Künstlerische Zugänge

Vorgestellt werden Entwürfe für Denkmäler, Mahnwege und Projekte zur Erinnerungskultur. Im Unterricht entwickeln die Lernenden eigene Ideen für Gedenkorte, gestalten Ausstellungen oder setzen sich kreativ mit der Frage auseinander, wie Erinnerung sichtbar gemacht werden kann.


Literarische Materialien

Das Heft empfiehlt unter anderem Jugendbücher und autobiographische Berichte sowie den Roman Jakob der Lügner. Diese Texte ermöglichen einen persönlichen Zugang zur Geschichte und können mit den historischen Quellen verglichen werden. Im Unterricht analysieren die Lernenden Figuren, Erzählperspektiven und historische Bezüge.


Filme und Medien

Ergänzend werden Dokumentarfilme, Filmsequenzen und weitere audiovisuelle Medien vorgestellt. Diese können als Einstieg oder Vertiefung genutzt werden. Die Lernenden vergleichen filmische Darstellungen mit historischen Quellen und reflektieren die Wirkung unterschiedlicher Medien.


Regionale Dokumentationen und Literaturhinweise

Das Material enthält umfangreiche Literatur, Links und regionale Dokumentationen zu jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. Lernende können eigenständig lokale Spurensuchen durchführen, regionale Biographien recherchieren oder Projekte zur Geschichte ihres Heimatortes entwickeln.

Hessen

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