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Die Kreuzigung Jesu - 33 | Zahlen schreiben Geschichte

Veröffentlichung:29.8.2025

Das Video beschäftigt sich mit der historischen Kreuzigung Jesu und ihrer Bedeutung für das Christentum sowie für die Entwicklung der christlichen Zeitrechnung. Es zeigt, wie historische Quellen, biblische Überlieferungen, archäologische Funde und astronomische Berechnungen miteinander in Beziehung gesetzt werden, um Zeitpunkt und Ort der Kreuzigung einzuordnen. Darüber hinaus wird die besondere Rolle Jerusalems als heiliger Ort des Christentums, des Judentums und des Islam dargestellt. Das Video regt zur Auseinandersetzung mit der Entstehung der christlichen Zeitrechnung an und hinterfragt kritisch deren weltweite Geltung. Dabei werden historische, religiöse und gesellschaftliche Perspektiven miteinander verbunden und die Bedeutung von Erinnerung, Überlieferung und Deutung für das Verständnis von Geschichte aufgezeigt.

Die ARTE-Dokumentation „Die Kreuzigung Jesu – 33 | Zahlen schreiben Geschichte“ beleuchtet eines der zentralen Ereignisse der Welt- und Heilsgeschichte: die Kreuzigung Jesu Christi. In der Reihe wird anhand historischer Jahreszahlen ein Blick auf entscheidende Wendepunkte der Geschichte geworfen. Diese Folge thematisiert die Kreuzigung nicht nur als historisches Ereignis, sondern auch als Fundament des christlichen Glaubens. Dabei zeigt der Film das Paradox der Kreuzigung: Einerseits gilt sie als historisch recht gesichert, da sie als Hinrichtung eines Aufständischen unter römischer Herrschaft kaum erfunden sein dürfte. Andererseits ist sie im Glauben der Christen weit mehr als ein historisches Faktum – sie wird als Heilsereignis verstanden, das den Beginn einer neuen Zeitrechnung markiert und im Glauben an Tod und Auferstehung Jesu bis heute jede Eucharistiefeier prägt.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II in den Themenbereichen Jesus Christus, Passion und Auferstehung, historische Jesusforschung, Bibel und Geschichte sowie Religion und Gesellschaft. Es eröffnet einen multiperspektivischen Zugang, indem biblische Texte, historische Quellen, archäologische Erkenntnisse und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verknüpft werden.

Zu Beginn bietet sich eine Sammlung des Vorwissens der Lernenden zur Kreuzigung Jesu und zur christlichen Zeitrechnung an. Während des Sehens können Beobachtungsaufträge vergeben werden, beispielsweise zur Rolle der Evangelien als Glaubenszeugnisse, zu den historischen Quellen über Jesus oder zur Bedeutung Jerusalems als religiöser Erinnerungsort. Ebenso können die Lernenden die unterschiedlichen Aussagen des Videos zu Geschichte und Glauben herausarbeiten.

Im Anschluss eignet sich das Medium für Gruppenarbeiten, in denen einzelne Aspekte vertieft werden. Mögliche Themen sind die historische Einordnung der Kreuzigung Jesu, die Bedeutung des Kreuzes als christliches Symbol, die Entstehung der christlichen Zeitrechnung, die Rolle von Pontius Pilatus, die Bedeutung des jüdischen Kalenders oder die Frage nach der historischen Zuverlässigkeit der Evangelien. Ebenso kann die Bedeutung Jerusalems für die drei monotheistischen Religionen untersucht werden.

Das Video bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den kompetenzorientierten Religionsunterricht. Die Lernenden vergleichen historische und biblische Quellen, unterscheiden zwischen historischen Erkenntnissen und Glaubensaussagen, reflektieren die Bedeutung religiöser Symbole und setzen sich mit der Frage auseinander, wie Geschichte erzählt und erinnert wird. Darüber hinaus eröffnet die kritische Diskussion über die weltweite Verbreitung der christlichen Zeitrechnung Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit kultureller Prägung, religiöser Vielfalt und unterschiedlichen Kalendertraditionen.

Besonders gewinnbringend ist eine abschließende Diskussion über die Frage, welche Bedeutung historische Erkenntnisse für den christlichen Glauben besitzen und in welchem Verhältnis Geschichte und Glaube zueinander stehen. Dadurch wird deutlich, dass religiöse Überzeugungen und historische Forschung unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Zugänge zur Wirklichkeit darstellen können.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Warum ist die Kreuzigung Jesu für das Christentum von zentraler Bedeutung?

Die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu bilden den Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Christen glauben, dass Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung die Menschen erlöst hat.


Welche historischen Quellen berichten über Jesus?

Neben den vier Evangelien wird besonders der jüdische Historiker Flavius Josephus als wichtige außerbiblische Quelle vorgestellt.


Warum unterscheiden sich die Evangelien in einzelnen Details?

Die Evangelien wurden aus unterschiedlichen Perspektiven und für verschiedene Gemeinden geschrieben. Sie möchten den Glauben an Jesus vermitteln und keine moderne Geschichtsschreibung verfassen.


Welche Rolle spielte Pontius Pilatus?

Pontius Pilatus war römischer Statthalter in Judäa und verurteilte Jesus zur Kreuzigung. Dadurch lässt sich das Ereignis historisch zeitlich einordnen.


Warum gilt Jerusalem als bedeutender Ort für das Christentum?

Jerusalem ist der Ort der Kreuzigung, des Todes und der Auferstehung Jesu. Deshalb entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Pilgerziel.


Welche Bedeutung hat das Kreuz als Symbol?

Das Kreuz war ursprünglich ein Zeichen der Hinrichtung und Schande. Im Christentum wurde es zum Symbol der Hoffnung, der Erlösung und des neuen Lebens.


Wie versucht die Forschung den Zeitpunkt der Kreuzigung zu bestimmen?

Historische Quellen, astronomische Berechnungen und Angaben der Evangelien werden miteinander verglichen. Das Video nennt den 3. April 33 als wahrscheinliches Datum.


Warum wird die christliche Zeitrechnung kritisch betrachtet?

Das Video weist darauf hin, dass sich die christliche Zeitrechnung weltweit durchgesetzt hat, obwohl viele Kulturen eigene Kalender besitzen. Dadurch entsteht die Frage nach kultureller Prägung und religiöser Vielfalt.


Welche Bedeutung haben archäologische Funde?

Archäologische Funde helfen dabei, historische Ereignisse besser einzuordnen und Informationen über die damalige Lebenswelt zu gewinnen. Sie können biblische Überlieferungen ergänzen, aber Glaubensaussagen nicht beweisen.


Was lernen wir über das Verhältnis von Geschichte und Glaube?

Geschichte untersucht historische Ereignisse mit wissenschaftlichen Methoden. Der Glaube deutet diese Ereignisse aus religiöser Perspektive. Beide Zugänge ergänzen sich, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele.

Die Dokumentation ist für den katholischen Religionsunterricht besonders wertvoll, weil sie Lernenden dazu anregt, das Geschehen der Kreuzigung Jesu sowohl aus historischer als auch aus theologischer Perspektive zu betrachten. Sie eröffnet den Zugang zu grundlegenden Fragen: War Jesus tatsächlich ein historischer Mensch? Warum wird ein Folterinstrument zum zentralen Symbol einer Religion? Und inwiefern verändert der Glaube an den Gekreuzigten das Verständnis von Zeit, Geschichte und Heil? Der Film macht anschaulich, dass die Kreuzigung nicht isoliert zu betrachten ist, sondern eine doppelte Bedeutung hat: Sie ist ein historisches Ereignis, das in den Kontext römischer Machtpolitik gehört, und zugleich ein heilsgeschichtliches Geschehen, das die Christenheit als Sieg Gottes über Sünde und Tod versteht.

Im Unterricht kann die Dokumentation genutzt werden, um Schülerinnen und Schüler mit der Spannung zwischen historischem Wissen und Glaubensaussage vertraut zu machen. Ein Einstieg über eine Szene des Films, die die Kreuzigung als historisches Faktum darstellt, kann dazu dienen, die Lernenden für die Frage nach der Historizität Jesu zu sensibilisieren. Anschließend kann in einer vertiefenden Phase herausgearbeitet werden, wie der Glaube über das Historische hinausgeht: Kreuz und Auferstehung sind keine bloßen Daten, sondern zentrale Glaubensgeheimnisse, die den Sinn des menschlichen Lebens und den Lauf der Geschichte deuten. In einer Diskussion lassen sich die Paradoxien der Kreuzigung thematisieren: das Paradox der Schwäche als Stärke, des Scheiterns als Sieg, des Todes als Weg zum Leben.

Ein besonderer Mehrwert für den Unterricht liegt auch in der Frage nach der christlichen Zeitrechnung. Der Film verdeutlicht, dass mit Christus eine neue Epoche beginnt, die nicht zyklisch, sondern linear auf ein Ziel hin verläuft. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, mit den Schülerinnen und Schülern über unterschiedliche Zeit- und Geschichtsverständnisse zu sprechen – etwa im Vergleich zum Judentum oder zu anderen Religionen – und die Bedeutung der Auferstehung als Zielpunkt des christlichen Glaubens zu reflektieren.

Methodisch bieten sich unterschiedliche Zugänge an: Die Lernenden können in Textarbeit biblische Passagen zur Kreuzigung und Auferstehung mit den Aussagen des Films vergleichen. Sie können sich in kreativen Formaten mit der Symbolik des Kreuzes auseinandersetzen, etwa in Form von Bildinterpretationen, Symbolcollagen oder kurzen Meditationstexten. Ebenso können Diskussionen zu Fragen nach der Relevanz der Kreuzigung heute angeregt werden: Warum ist das Kreuz bis heute ein Hoffnungszeichen? Welche Bedeutung hat es in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler? So wird die Auseinandersetzung mit der Kreuzigung zu einem Lernprozess, in dem historisches Verstehen, theologische Deutung und persönliche Glaubensfragen zusammenfinden.

Hessen

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