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Erste Seligsprechung in Estland: Eduard Profittlich starb in sowjetischer Haft

Veröffentlichung:8.9.2025

Das Audio „Erste Seligsprechung in Estland. Eduard Profittlich starb in sowjetischer Haft“ stellt das Leben des Jesuiten und Bischofs Eduard Profittlich vor, der als erster Seliger Estlands geehrt wurde. Der aus Deutschland stammende Ordensmann wirkte seit den dreißiger Jahren in Estland und entschied sich während der sowjetischen Besatzung bewusst dafür, bei den ihm anvertrauten Gläubigen zu bleiben, obwohl ihm die Flucht möglich gewesen wäre. Er wurde von den sowjetischen Behörden verhaftet und starb 1942 in der Haft. Das Audio beschreibt die historischen Hintergründe der sowjetischen Unterdrückung, die Bedeutung des christlichen Martyriums sowie den langen Weg bis zur Seligsprechung. Gleichzeitig wird deutlich, welche Rolle Eduard Profittlich heute für die katholische Kirche in Estland und für das Erinnern an die Opfer totalitärer Systeme spielt. Das Medium verbindet Kirchengeschichte, Zeitgeschichte und Glaubenszeugnis miteinander und macht deutlich, wie Glaube, Gewissen und Verantwortung auch unter schwierigsten Bedingungen gelebt werden können.

Die Deutschlandfunk-Sendung Tag für Tag mit dem Beitrag „Erste Seligsprechung in Estland: Eduard Profittlich starb in sowjetischer Haft“ widmet sich der Person Eduard Profittlich, einem katholischen Erzbischof deutscher Herkunft, der in Estland wirkte und 1942 in sowjetischer Haft verstarb. Der Radiobeitrag beleuchtet seinen Lebensweg, seinen Widerstand gegen totalitäre Systeme und die Bedeutung seiner Seligsprechung für die katholische Kirche in Estland wie auch für das europäische Gedenken an Märtyrer des 20. Jahrhunderts.

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Das Audio eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe zu den Themen Kirche im Nationalsozialismus und Kommunismus, Märtyrer, Heilige und Selige, Gewissensentscheidungen, Glaubenszeugnis, Verfolgung von Christinnen und Christen sowie Erinnerungskultur. Es bietet Lernenden die Möglichkeit, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Bedeutung Glaube in Zeiten politischer Unterdrückung haben kann. Als Unterrichtseinstieg können Lernende überlegen, welche Werte Menschen selbst unter Gefahr nicht aufgeben würden. Während des Hörens empfiehlt sich ein Beobachtungsauftrag, bei dem wichtige Stationen im Leben Eduard Profittlichs sowie seine Beweggründe für den Verbleib in Estland festgehalten werden. Anschließend können historische Hintergründe zur sowjetischen Herrschaft in Osteuropa erarbeitet und mit dem persönlichen Schicksal des Bischofs verbunden werden. Ebenso bietet sich ein Vergleich mit anderen christlichen Glaubenszeugen wie Maximilian Kolbe, Dietrich Bonhoeffer oder Óscar Romero an. Im Unterricht kann außerdem die Bedeutung von Seligsprechung und Martyrium erläutert und von Heiligsprechung unterschieden werden. Eine Diskussion über Zivilcourage, Verantwortung und Gewissensfreiheit eröffnet den Bezug zur Gegenwart. Das Audio eignet sich für Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Quellenarbeit, Präsentationen oder eine Podiumsdiskussion über die Frage, ob Menschen ihrem Gewissen auch dann folgen sollen, wenn ihnen dadurch Nachteile entstehen. Dadurch werden historisches Lernen, ethische Urteilsbildung und religiöse Bildung gleichermaßen gefördert.

Didaktisch eignet sich dieser Beitrag besonders, um Schülerinnen und Schüler mit dem Themenfeld Kirche im 20. Jahrhundert, Glaubenszeugnis und Märtyrertum vertraut zu machen. Das Medium bietet einen authentischen historischen Zugang und zeigt auf, wie Glaubensüberzeugung und Widerstand gegen Unrecht miteinander verwoben sein können. Methodisch kann der Unterricht mit einer Hörphase beginnen, in der die Schüler zentrale Aspekte der Biografie Profittlichs herausarbeiten. In einem nächsten Schritt können historische Kontexte (Stalinismus, sowjetische Religionspolitik, Verfolgung von Christen) recherchiert und in Bezug gesetzt werden. Eine Diskussion über Mut, Zivilcourage und die Bedeutung von Glaubenszeugnissen eröffnet den Transfer zur Lebenswelt der Jugendlichen. Kreative Methoden wären z. B. die Erstellung eines Zeitstrahls zu Märtyrern des 20. Jahrhunderts oder ein Vergleich zwischen Märtyrerzeugnissen unterschiedlicher Religionen. Ebenso lässt sich ein Bezug zur heutigen Situation von Religionsfreiheit weltweit herstellen, wodurch das Medium sowohl historisches Lernen als auch ethische und interkulturelle Bildung fördert.

Fragestellungen zum Audio mit Antworten


Wer war Eduard Profittlich?

Eduard Profittlich war ein deutscher Jesuit und katholischer Bischof in Estland. Er leitete die kleine katholische Kirche des Landes und entschied sich während der sowjetischen Besatzung bewusst, bei den ihm anvertrauten Menschen zu bleiben.


Warum gilt Eduard Profittlich als Märtyrer?

Er blieb trotz großer persönlicher Gefahr in Estland, wurde wegen seines Glaubens und seines kirchlichen Dienstes verhaftet und starb 1942 in sowjetischer Haft. Die Kirche würdigt seinen Tod deshalb als Glaubenszeugnis.


Warum ist die Seligsprechung historisch bedeutsam?

Sie ist die erste Seligsprechung in der Geschichte Estlands und besitzt deshalb eine besondere Bedeutung für die katholische Kirche des Landes sowie für die Erinnerung an die Opfer der sowjetischen Diktatur.


Was bedeutet eine Seligsprechung?

Mit einer Seligsprechung erkennt die katholische Kirche an, dass ein Mensch seinen Glauben in vorbildlicher Weise gelebt hat und als Vorbild für Christinnen und Christen verehrt werden kann. Märtyrer werden wegen ihres Glaubens besonders geehrt.


Warum verließ Eduard Profittlich Estland nicht?

Obwohl ihm eine Rückkehr nach Deutschland möglich gewesen wäre, entschied er sich, bei den ihm anvertrauten Gläubigen zu bleiben. Er verstand dies als Ausdruck seiner Verantwortung als Hirte der Kirche.


Welche christlichen Werte werden in seinem Leben sichtbar?

Sein Leben steht für Treue, Mut, Verantwortung, Nächstenliebe, Vertrauen auf Gott und die Bereitschaft, persönliche Nachteile für den Glauben und für andere Menschen in Kauf zu nehmen.


Welche Bedeutung hat seine Lebensgeschichte für die Gegenwart?

Die Geschichte Eduard Profittlichs erinnert daran, dass Religionsfreiheit, Menschenwürde und Gewissensfreiheit keine Selbstverständlichkeit sind. Sie fordert dazu auf, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und auch in schwierigen Situationen den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben.


Welche Fragen können Lernende aus dem Audio für ihr eigenes Leben mitnehmen?

Das Audio regt dazu an, über die Bedeutung von Mut, Verantwortung und Glauben nachzudenken. Es lädt dazu ein, zu überlegen, welche Werte so wichtig sind, dass Menschen selbst unter schwierigen Bedingungen an ihnen festhalten.

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