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Frank Lüdke

Frank Lüdke

Die Scholastik

KG 051

Veröffentlichung:22.8.2020

Das Video gibt einen umfassenden Überblick über die Scholastik als bedeutendste Form der mittelalterlichen Theologie zwischen dem elften und fünfzehnten Jahrhundert. Es erläutert die Entstehung der europäischen Universitäten, die Verbindung von Glauben und Vernunft sowie die Entwicklung einer systematischen theologischen Wissenschaft. Im Mittelpunkt stehen bedeutende Vertreter wie Anselm von Canterbury, Petrus Abaelardus, Petrus Lombardus, Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham. Das Video zeigt, wie die Scholastik versuchte, die christliche Glaubenslehre logisch zu ordnen, philosophisch zu begründen und mit den Werken der antiken Philosophen, insbesondere des Aristoteles, zu verbinden. Darüber hinaus werden zentrale Themen wie der ontologische Gottesbeweis, die Genugtuungslehre, der Universalienstreit sowie das Verhältnis von Glaube und Vernunft dargestellt und bis in die Reformationszeit weitergeführt.

Das Video stellt die Epoche der Scholastik im Mittelalter vor. Es erläutert, wie sich im 12. und 13. Jahrhundert die großen Denkschulen an Universitäten wie Paris und Oxford herausbildeten, in denen Theologie und Philosophie systematisch miteinander ins Gespräch gebracht wurden. Zentrale Persönlichkeiten wie Anselm von Canterbury, Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham werden vorgestellt, ebenso die Methoden des quaestio-Verfahrens, der Disputation und die Grundidee, Glaube und Vernunft in Einklang zu bringen. Dabei wird aufgezeigt, wie die scholastische Methode nicht nur die mittelalterliche Theologie prägte, sondern auch das Denken bis in die Neuzeit hinein beeinflusste.



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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe sowie für Kurse zur Kirchengeschichte, Dogmatik, Philosophie und mittelalterlichen Theologie. Es ermöglicht den Lernenden einen fundierten Einblick in die Entstehung wissenschaftlicher Theologie und verdeutlicht, wie christlicher Glaube und philosophisches Denken im Mittelalter miteinander verbunden wurden. Im Unterricht kann das Medium als Einführung in die Scholastik oder als Vertiefung der mittelalterlichen Geistesgeschichte eingesetzt werden. Die Lernenden können die unterschiedlichen Denkansätze von Anselm von Canterbury, Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham vergleichen und untersuchen, welche Bedeutung Vernunft und Offenbarung für den christlichen Glauben besitzen. Ebenso bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der einzelne Theologen vorgestellt und ihre wichtigsten Gedanken präsentiert werden. Besonders geeignet ist das Video für Diskussionen über die Frage, ob Glaubensüberzeugungen logisch begründet werden können oder ob sie sich einer vollständigen rationalen Erklärung entziehen. Auch der Universalienstreit eröffnet Möglichkeiten, philosophische Grundfragen über Wirklichkeit, Sprache und Erkenntnis zu behandeln. Quellenarbeit mit ausgewählten Texten der Scholastiker, Debatten über Gottesbeweise oder die Analyse der Genugtuungslehre fördern theologisches Denken und argumentatives Arbeiten. Das Medium regt außerdem dazu an, die Bedeutung mittelalterlicher Universitäten für die Entwicklung europäischer Wissenschaft zu reflektieren und den Einfluss scholastischen Denkens auf die Reformation sowie auf die heutige Theologie zu erkennen.

Didaktisch eignet sich das Medium besonders für die gymnasiale Oberstufe, wo es darum geht, die intellektuelle Auseinandersetzung von Theologie und Philosophie nachvollziehbar zu machen. Schülerinnen und Schüler können das Video als Einführung nutzen, um die scholastische Methode kennenzulernen und deren Ziel – die rationale Durchdringung des Glaubens – zu verstehen. Methodisch bietet es sich an, im Unterricht eine Mini-Disputation zu inszenieren, bei der die Lernenden in Gruppen Argumente zu einer Fragestellung entwickeln und im quaestio-Stil einander gegenüberstellen. Auch kann das Medium als Ausgangspunkt für eine kritische Reflexion dienen: Welche Chancen und Grenzen hat das Ringen um Vernunft und Glaube heute? Verknüpfungen zur modernen Wissenschafts- und Erkenntnistheorie (z. B. Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaft) bieten sich an, ebenso eine Vertiefung durch Textarbeit mit Ausschnitten aus der Summa Theologica. So wird das Medium nicht nur informativ rezipiert, sondern aktiv in ein forschend-diskursives Unterrichtsgeschehen eingebunden.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Was versteht man unter der Scholastik?

Die Scholastik bezeichnet die wissenschaftliche Theologie des Mittelalters, die den christlichen Glauben systematisch ordnen und mit philosophischen Methoden durchdenken wollte.


2. Warum entstanden im Mittelalter Universitäten?

Sie dienten der wissenschaftlichen Ausbildung und wurden zu Zentren theologischer, philosophischer und juristischer Forschung.


3. Wer gilt als Vater der Scholastik?

Anselm von Canterbury wird häufig als Begründer beziehungsweise Vater der Scholastik bezeichnet.


4. Was bedeutet der Satz „Credo ut intelligam“?

Er bedeutet, dass der Glaube der Ausgangspunkt ist, um die Wirklichkeit tiefer verstehen zu können.


5. Was ist der ontologische Gottesbeweis?

Anselm versucht mit einem philosophischen Gedankengang zu begründen, dass Gott als höchstes denkbares Wesen notwendig existieren müsse.


6. Was erklärt die Genugtuungslehre?

Sie deutet den Tod Jesu als stellvertretende Genugtuung für die Sünde der Menschen und als Wiederherstellung der gestörten Beziehung zwischen Gott und Mensch.


7. Welche Bedeutung hatte Thomas von Aquin?

Er verband christliche Theologie mit der Philosophie des Aristoteles und schuf mit der Summa Theologiae eines der einflussreichsten theologischen Werke der Kirchengeschichte.


8. Worum ging es im Universalienstreit?

Diskutiert wurde, ob allgemeine Begriffe wie Liebe, Gutsein oder Menschsein eine eigene Wirklichkeit besitzen oder lediglich Namen für einzelne Erscheinungen sind.


9. Worin unterschieden sich Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham?

Thomas betonte die Harmonie von Glaube und Vernunft, während Ockham stärker hervorhob, dass der Glaube Bereiche umfasst, die sich nicht vollständig logisch erklären lassen.


10. Welche Bedeutung hatte die Scholastik für die Reformation?

Viele reformatorische Diskussionen entstanden auf dem Hintergrund scholastischer Denkweisen und griffen deren Fragestellungen auf.


11. Warum ist die Scholastik bis heute bedeutsam?

Sie prägte die Entwicklung wissenschaftlicher Theologie, philosophischer Argumentation und universitärer Bildung in Europa nachhaltig.


12. Welche Diskussionsfrage eignet sich für den Religionsunterricht?

Kann der christliche Glaube vollständig mit Vernunft erklärt werden oder gibt es Glaubensinhalte, die sich menschlicher Logik entziehen und dennoch sinnvoll geglaubt werden können? Begründe deine Antwort anhand der Inhalte des Videos.

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