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Goethe Institut

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Escape room - Weihnachten

Veröffentlichung:1.12.2025

Das Material „Escaperoom – Weihnachten“ stammt vom Goethe-Institut und wurde im Rahmen der Deutschstunde-Reihe entwickelt. Es handelt sich um ein spielerisches, motivierendes Unterrichtsangebot für den DaZ- und DaF-Unterricht, das sich zugleich hervorragend für den Einsatz im Religionsunterricht eignet – insbesondere für Lernenden, die Deutsch als Zweitsprache erwerben und über Weihnachten und seine Figuren mehr erfahren sollen. Die Lernenden schlüpfen in die Rolle der Helferinnen und Helfer des Weihnachtsmanns und müssen in mehreren Rätselschritten einen verlorenen Wunschzettel wiederfinden. Der Escaperoom greift typische Weihnachtselemente auf, arbeitet mit vertrauten Symbolen wie dem Weihnachtsmann und verbindet diese mit Aufgaben, Bildern und Rätseln, die sprachliches Verstehen und kulturelles Lernen fördern. Auf diese Weise entsteht eine weihnachtliche Lernumgebung, die sowohl sprachlich aktiviert als auch kulturelle Orientierung ermöglicht.

Das Bilderset besteht aus vier farbigen Illustrationen zu Advent und Weihnachten. Es zeigt verschiedene Plätzchen in Form von Sternen, Herzen, Figuren, Tannenbäumen, Häusern, einem Nikolaus und einer Lokomotive, einen geschmückten Weihnachtsbaum mit einem großen Stern, einen Adventskalender mit 25 nummerierten Feldern sowie einen dekorativen Kranz aus grünen Zweigen, Blättern, Beeren und Zapfen. Die Darstellungen sind freundlich, klar und leicht verständlich gestaltet. Sie greifen vertraute Zeichen der Adventszeit auf, enthalten jedoch keine unmittelbare Darstellung der biblischen Weihnachtsgeschichte. Auffällig ist, dass der abgebildete Kranz keine Kerzen besitzt und deshalb eher als winterlicher Schmuckkranz denn als klassischer Adventskranz erscheint. Auch der Adventskalender mit 25 Feldern weicht von der in Deutschland verbreiteten Form mit 24 Türchen ab. Diese Besonderheiten bieten geeignete Anlässe für genaues Hinsehen, Vergleichen und Nachfragen.

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Im Religionsunterricht können die Bilder als Einstieg in eine Unterrichtsreihe zu Advent, Weihnachten, christlichem Brauchtum oder religiösen Symbolen verwendet werden. Sie eignen sich besonders für die Grundschule, für sprachsensiblen Unterricht und für Lerngruppen mit Deutsch als Zweitsprache. Auch in der Sekundarstufe I können sie als Impulse für eine kritische Beschäftigung mit Weihnachtsbräuchen, Konsum und religiöser Bedeutung dienen.

Zu Beginn können die vier Bilder ohne Überschriften im Klassenraum ausgelegt oder nacheinander gezeigt werden. Die Lernenden betrachten sie zunächst still und nennen anschließend Gegenstände, Farben, Formen und Einzelheiten. Eine offene Frage wie „Was haben diese Bilder gemeinsam?“ aktiviert Vorwissen, ohne eine bestimmte religiöse Deutung vorzugeben. Die genannten Begriffe können an der Tafel gesammelt und nach Advent, Weihnachten, Winter, Essen, Dekoration und Religion geordnet werden.

Für jüngere Lernende bietet sich eine einfache Zuordnungsaufgabe an. Bildkarten mit Begriffen wie Plätzchen, Stern, Herz, Tannenbaum, Adventskalender, Kranz, Zapfen, Geschenk und Kerze werden den Illustrationen zugeordnet. Sprachlich fortgeschrittene Lernende bilden vollständige Sätze, beschreiben ein Bild oder vergleichen zwei Darstellungen. Satzanfänge wie „Auf dem Bild sehe ich“, „Das erinnert mich an“ oder „Dieses Zeichen bedeutet für mich“ unterstützen die Versprachlichung.

Das Plätzchenbild eignet sich für eine Wahrnehmungsübung. Die Lernenden suchen bestimmte Formen, zählen gleiche Motive und beschreiben Unterschiede. Anschließend überlegen sie, welche Formen einen Bezug zu Advent oder Weihnachten besitzen. Sterne und Tannenbäume können religiös oder kulturell gedeutet werden, während Lokomotive, Bär und Lebkuchenhaus eher die spielerische Seite des Festes zeigen. Die Lernenden können ein Plätzchen auswählen und erklären, weshalb es ihnen gefällt oder welche Geschichte dazu passen könnte.

Der Stern bietet einen Übergang zur biblischen Weihnachtsgeschichte. Er kann mit der Erzählung von den Sterndeutern im Matthäusevangelium verbunden werden. Dabei sollte verdeutlicht werden, dass der Stern nicht zur Erzählung von den Hirten im Lukasevangelium gehört. Lernende können untersuchen, welche Bedeutung der Stern als Zeichen für Orientierung, Hoffnung und die Suche nach Jesus besitzt. Sie können einen Stern gestalten und darauf schreiben oder zeichnen, was ihnen im Leben Orientierung gibt.

Das Weihnachtsbaumbild kann zunächst sachlich beschrieben werden. Die Lernenden benennen Stamm, Zweige, Farben, Schmuck und Stern. Danach wird nach der Bedeutung immergrüner Pflanzen gefragt. Der Baum kann als Zeichen für Leben, Hoffnung und Beständigkeit erschlossen werden. Gleichzeitig kann besprochen werden, dass der Weihnachtsbaum nicht aus der biblischen Geburtserzählung stammt, sondern zu den später entstandenen Weihnachtsbräuchen gehört.

Eine kreative Methode besteht darin, den abgebildeten Weihnachtsbaum mit selbst gestalteten Symbolen zu ergänzen. Die Lernenden können Papierkugeln beschriften, die für Freude, Frieden, Hoffnung, Liebe, Gerechtigkeit oder Gemeinschaft stehen. Danach erläutern sie ihre Auswahl. In älteren Lerngruppen kann diskutiert werden, welche Bedeutung der Baum neben Geschenken, Werbung und Konsum noch besitzt.

Das Bild des Adventskalenders lädt zum Zählen und genauen Betrachten ein. Die Lernenden entdecken, dass 25 Felder dargestellt sind. Anschließend vergleichen sie dies mit dem verbreiteten Adventskalender, der am ersten Dezember beginnt und am 24. Dezember endet. Sie können vermuten, weshalb die Illustration ein zusätzliches Feld enthält. Dadurch lernen sie, Bilder nicht nur als Schmuck, sondern als Medien mit überprüfbaren Aussagen zu betrachten.

Die Klasse kann einen eigenen Adventskalender gestalten. Hinter jedem Feld befindet sich kein Gegenstand, sondern ein Gedanke, eine Aufgabe, ein Bibelvers, eine Hoffnung oder eine freundliche Handlung. Mögliche Aufgaben sind jemandem helfen, sich entschuldigen, einen Dank formulieren, auf etwas verzichten oder einem einsamen Menschen Aufmerksamkeit schenken. So wird die Adventszeit als Zeit der Erwartung und bewussten Vorbereitung erschlossen.

Der grüne Kranz eignet sich besonders für einen Bildvergleich mit einem klassischen Adventskranz. Die Lernenden benennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Sie erkennen, dass dem abgebildeten Kranz die vier Kerzen fehlen. Danach kann die Bedeutung des Adventskranzes erarbeitet werden. Seine Kreisform kann für Ganzheit und Ewigkeit stehen, das immergrüne Material für Leben und Hoffnung und die vier Kerzen für die vier Adventssonntage.

Die Lehrkraft kann einen echten Adventskranz mitbringen oder gemeinsam mit den Lernenden ein Bodenbild gestalten. Vier Kerzen werden nacheinander den Begriffen Hoffnung, Frieden, Freude und Liebe zugeordnet. Zu jedem Begriff sammeln die Lernenden Beispiele aus ihrem Alltag oder aus aktuellen gesellschaftlichen Situationen. Offenes Feuer darf nur unter unmittelbarer Aufsicht verwendet werden. Elektrische Kerzen bieten eine sichere Alternative.

Eine weiterführende Aufgabe besteht darin, die Bilder nach ihrer Nähe zur christlichen Weihnachtsbotschaft zu ordnen. Dabei gibt es nicht nur eine richtige Lösung. Die Lernenden begründen ihre Entscheidungen und entdecken, dass ein Gegenstand unterschiedliche religiöse, familiäre und kulturelle Bedeutungen besitzen kann. Ein Stern kann ein Schmuckstück, ein Naturphänomen, ein Hoffnungssymbol oder ein Zeichen aus der Weihnachtsgeschichte sein.

Die Bilder können außerdem den Einstieg in einen Vergleich zwischen biblischer Weihnachtsgeschichte und heutigem Weihnachtsfest bilden. Auf einer Seite werden Elemente der Illustrationen gesammelt, auf der anderen Figuren und Motive aus den Evangelien. Dadurch wird sichtbar, dass Weihnachtsbaum, Adventskalender und Plätzchen nicht in den biblischen Texten vorkommen. Maria, Josef, Jesus, Hirten, Engel und die Krippe fehlen dagegen auf den Bildern. Die Lernenden können anschließend eine fünfte Illustration entwerfen, die die religiöse Bedeutung von Weihnachten ergänzt.

In religiös vielfältigen Lerngruppen sollte niemand voraussetzungslos als christlich oder als mit Weihnachtsbräuchen vertraut angesprochen werden. Lernende können erzählen, welche Feste, Speisen, Lichter, Kalender oder Symbole in ihren Familien wichtig sind, müssen aber keine persönlichen Erfahrungen offenlegen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden wahrgenommen, ohne Feste gleichzusetzen oder zu bewerten.

Als Abschluss können die Lernenden eine Bildbeschreibung, eine Symbolkarte, ein Adventsgedicht oder eine kleine Ausstellung gestalten. Für eine mündliche Sicherung wählt jede Person ein Bild und vervollständigt den Satz „Dieses Bild zeigt für mich Advent, weil“. Ältere Lernende können eine kritische Werbeanalyse durchführen und untersuchen, ob die Bilder eher religiöse Hoffnung, familiäre Gemütlichkeit oder kommerzielle Weihnachtsstimmung vermitteln.

Obwohl der Escaperoom zunächst für den Sprachunterricht konzipiert wurde, eignet er sich aufgrund seiner zugänglichen Struktur und seines spielerischen Zugangs ausgezeichnet für den katholischen Religionsunterricht mit DaZ-Schülerinnen und -Schülern. Viele Lernende begegnen im Alltag dem Weihnachtsmann häufiger als religiösen Symbolen wie der Krippe oder biblischen Erzählungen – der Escaperoom bietet daher einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema Weihnachten, der im Religionsunterricht weitergeführt werden kann. Nach der erfolgreichen Lösung der Aufgaben kann ein Gespräch darüber stattfinden, woher die Figur des Weihnachtsmanns stammt, welche Bedeutung Weihnachten für Christen hat und wie sich religiöse und kulturelle Elemente unterscheiden. Der Escaperoom schafft einen sicheren, spielerischen Raum, in dem DaZ-Lernende sprachlich aktiv werden, Rätsel lösen, Begriffe im Kontext anwenden und zugleich weihnachtliche Traditionen kennenlernen.

Für ru-digital bietet sich der Escaperoom besonders an, weil er digitale und analoge Elemente verbinden kann. Lernende können Rätsel gemeinsam am Tablet lösen, QR-Codes scannen oder Bilder und Objekte ordnen. Gleichzeitig lässt er sich gut in eine Unterrichtsreihe einbetten, in der christliche Symbole wie das Christkind, die Krippe oder adventliche Rituale im Anschluss thematisiert werden. Der Escaperoom eignet sich auch für kooperative Lernformen, bei denen sprachliche und soziale Kompetenzen gleichermaßen gefördert werden. So unterstützt das Goethe-Institut-Material ein ganzheitliches Lernen, das Sprachförderung, kulturelle Bildung und religiöse Orientierung sinnvoll miteinander verbindet.

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