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Abdelkratie

Abdelkratie

Menschenrechte - Was darfst du?

Veröffentlichung:11.3.2026

Das YouTube-Video „MENSCHENRECHTE – Was darfst du?" (Abdelkratie / bpb, 2020, ca. 8,5 Min.) ist das zweite Video der Abdelkratie-Reihe des Creators Abdelkarim, produziert in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. In humoristisch-satirischem Stil erklärt das Video Grundlagen der Menschenrechte: ihre universelle Geltung für jeden Menschen unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Herkunft (UN-Erklärung 1948); ihre Funktion als Schutz vor staatlicher Willkür; Staatsformen, die Menschenrechte verweigern; den Nationalsozialismus als historisches Extrembeispiel für systematische Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Völkermord; die Situation in Deutschland heute (Bundesverfassungsgericht als Beschwerdeinstanz) sowie die Rolle internationaler Institutionen (EU, UN, Amnesty International, Human Rights Watch). Im satirischen Koch-Einschub wird rechtsextremes Denken als „braune Suppe" aus Überlegenheitsgefühl und Hass dekonstruiert. Das Video schließt mit einem Appell zur aktiven Verteidigung der Menschenrechte: Menschenrechte seien wie Muskeln – man müsse sie stärken, damit sie schützen können.

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KlassenstufeDas Video ist primär für die Sekundarstufe I geeignet, insbesondere für die Klassenstufen 7–9. Durch seinen niedrigschwelligen, humorvollen Stil erreicht es auch leistungsschwächere Lernende und Schüler*innen mit geringem Vorwissen. Mit ergänzenden Vertiefungsaufgaben lässt es sich auch in der Einführungsphase der Oberstufe (Jahrgangsstufe 10/11) einsetzen. Für die Grundschule ist es nicht geeignet.Thematische Verortung im katholischen RUDas Video stammt aus dem politischen Bildungskontext und ist nicht explizit religiös ausgerichtet. Es bietet dem katholischen RU dennoch vielfältige und substanzielle Anknüpfungspunkte.Menschenwürde als theologische Grundlage der Menschenrechte: Die Aussage, dass Menschenrechte jedem Menschen allein aufgrund seines Menschseins zukommen, hat eine theologische Tiefendimension, die im kath. RU explizit gemacht werden kann. Die Gottebenbildlichkeit (imago Dei, Gen 1,26–27) und die Überzeugung, dass jeder Mensch von Gott gewollt und geliebt ist, bilden die theologische Grundlage für die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Die Katholische Soziallehre (insbesondere die Enzyklika Pacem in Terris, Johannes XXIII., 1963) hat die Menschenrechte als Ausdruck der gottgegebenen Würde ausdrücklich bekräftigt. Das Video kann als Einstieg dienen, um die Frage zu stellen: Woher kommen diese Rechte – sind sie nur staatlich verliehen oder haben sie eine tiefere Grundlage?Erinnerungskultur, Schuld und Verantwortung: Der Abschnitt über den Nationalsozialismus bietet eine direkte Verbindung zu Themen der Erinnerungskultur im RU. Die sachliche, aber klare Benennung der Opfergruppen des NS-Regimes (Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, Zeugen Jehovas u. a.) ist für den RU besonders wertvoll, weil sie die Breite der Verfolgung sichtbar macht und Anlässe schafft, über christliche Mitverantwortung und das Versagen der Kirchen zu sprechen. Im kath. RU kann daran die Frage geknüpft werden, was es bedeutet, aus den Fehlern der Geschichte Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen (vgl. das Schuldbekenntnis Johannes Pauls II. im Heiligen Jahr 2000).Nächstenliebe, Solidarität und prophetischer Auftrag: Abdelkarims Schlussappell – sich solidarisch mit allen Menschen zu zeigen, auch wenn es einen selbst nicht betrifft – ist anschlussfähig an das christliche Gebot der Nächstenliebe, an die Option für die Armen der Befreiungstheologie und an das prophetische Erbe des Alten Testaments. Die Propheten Israels haben immer wieder gegen die Unterdrückung der Schwachen aufgerufen (Amos, Micha, Jesaja). Das Video bietet einen zugänglichen, lebensweltnahen Einstieg in diesen prophetischen Impuls.Umgang mit Rechtsextremismus und Feindbildern: Die Koch-Satire über die „braune Suppe" des Rechtsextremismus ist eine ungewöhnlich direkte und wirkungsvolle didaktische Methode, um das Denkmuster von Rassismus und Überlegenheitsideologie zu entlarven. Im kath. RU kann das verbunden werden mit der Frage, wie christlicher Glaube Menschen dazu befähigt, Menschenfeindlichkeit zu widerstehen – auch wenn Druck von Gruppe oder Gesellschaft ausgeübt wird.Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung: Das Video endet mit einem konkreten Handlungsaufruf (gegen rassistische Sprüche argumentieren, auf Demos gehen, Menschenrechtsorganisationen unterstützen, fremde Menschen grüßen). Diese Handlungsebene ist im kath. RU anschlussfähig an Themen wie Zivilcourage, christliches Zeugnis in der Gesellschaft und diakonisches Handeln. Der Satz „Menschenrechte sind wie Muskeln: Wenn du sie nicht stärkst, können sie dich nicht schützen" eignet sich gut als Merksatz oder Ausgangspunkt für eine Reflexionsaufgabe.Methodische EinsatzmöglichkeitenDas Video eignet sich als motivierender Einstieg in eine Unterrichtseinheit zu Menschenwürde, Menschenrechten oder Zivilcourage. Die Länge von ca. 8,5 Minuten ermöglicht den unkomplizierten Einsatz in einer Einzelstunde. Nach der Sichtung empfiehlt sich ein strukturiertes Unterrichtsgespräch zu den Leitfragen: Was sind Menschenrechte und warum gelten sie für alle? Was passiert, wenn ein Staat sie nicht achtet? Was kann ich selbst tun?Das Video lässt sich produktiv mit dem Religionsfreiheits-Video derselben Reihe kombinieren (s. dort), da beide thematisch zusammenhängen und denselben Creator und Stil verwenden. Eine Doppelstunde mit beiden Videos bietet eine kompakte, lebensweltnahe Einführung in Grundrechte und religiöse Freiheit.Als kreative Transferaufgabe können Schüler*innen eine eigene „Kochrezept-Satire" entwickeln, z. B. für die Zubereitung von Vorurteilen oder für ein Rezept gegen Diskriminierung. Das fördert analytisches und kreatives Denken und ermöglicht eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema.Für eine vertiefende Einheit bietet sich die Gegenüberstellung von UN-Menschenrechtserklärung (Art. 1–3) und einem kurzen Abschnitt aus Pacem in Terris oder aus Gaudium et Spes (GS 26–27) an: Wie begründen Völkerrecht und kirchliche Lehre die Menschenrechte – und wo berühren sie sich?Das Video kann auch als Ausgangspunkt für eine Recherchephase zu aktuellen Menschenrechtsverletzungen (z. B. via Amnesty International) genutzt werden, an die sich ein Unterrichtsgespräch über die Rolle der Kirche als prophetische Stimme anschließt.Hinweise zur DifferenzierungDas Video ist sprachlich niedrigschwellig und auch für Schüler*innen mit Deutsch als Zweitsprache gut geeignet. Für leistungsstarke Lernende empfiehlt sich die Vertiefung durch den Originaltext der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 1948) oder durch einen Vergleich mit der EU-Grundrechtecharta. Besonders ertragreich ist für diese Gruppe auch die Frage, ob Menschenrechte ohne eine theologische oder metaphysische Grundlage auf Dauer tragfähig begründet werden können – eine Frage, die im kath. RU der Oberstufe produktiv bearbeitet werden kann.Hinweis zum Einsatz im UnterrichtDas Video ist auf YouTube frei zugänglich und wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung produziert. Es handelt sich um das zweite Video der Abdelkratie-Reihe; das erste Video zur Religionsfreiheit (s. dort) ist thematisch unmittelbar anschlussfähig. Beide Videos gemeinsam ergeben ein kohärentes Minimodul zu Grundrechten, das sich für eine 2–3-stündige Einheit im RU eignet.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Video

urheberrechtlich geschützt

11.3.2026

konfessionelle Kooperation ,Interreligiöser Dialog

Anregung

Menschen & Welt ,Religionen

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