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BibleProjekt | Blogcast

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Was Matthäus 6,33 „Euch soll es zuerst um Gottes Reich gehen“ bedeutet

Veröffentlichung:11.9.2025

Der Blogcast von Bible Project setzt sich mit der Aussage aus Matthäus 6 Vers 33 auseinander und fragt danach, was es bedeutet, Gottes Reich an erste Stelle zu setzen. Der Beitrag entfaltet diese Aussage im Zusammenhang der gesamten biblischen Geschichte von der Schöpfung über den Sündenfall bis hin zu Jesus und seiner Verkündigung des Reiches Gottes. Dabei wird deutlich, dass menschliche Sicherheit oft auf Besitz und Kontrolle ausgerichtet ist, während Jesus eine andere Perspektive eröffnet, in der Vertrauen auf Gott und Liebe zum Nächsten im Zentrum stehen. Anhand von Beispielen aus dem Leben Jesu sowie der frühen Gemeinde wird gezeigt, dass das Reich Gottes bereits angebrochen ist und sich in einer Lebensweise ausdrückt, die von Großzügigkeit, Vertrauen und gegenseitiger Fürsorge geprägt ist, auch wenn die Welt weiterhin von Unsicherheit und Leid gekennzeichnet bleibt.

Das etwa fünfzehn Minuten lange Audio des BibleProject erschließt die Aussage Jesu aus Matthäus 6,33: „Euch soll es zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen.“ Ausgangspunkt ist das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit, das sich im Schutz von Eigentum, in finanzieller Vorsorge und in der Angst vor Verlust zeigt. Demgegenüber stellt Jesus eine Lebensweise, die von Vertrauen auf Gott, Gerechtigkeit und der Liebe zum Nächsten geprägt ist. Das Audio verbindet die Bergpredigt mit der Erzählung vom Garten Eden, dem Leben Jesu, der Gemeinschaft der frühen Kirche und den Erfahrungen des Apostels Paulus. Dabei wird Gottes Reich als eine bereits gegenwärtige, aber noch nicht vollendete Wirklichkeit beschrieben. Wer Gottes Reich an die erste Stelle setzt, ignoriert die eigenen Bedürfnisse nicht, sondern vertraut darauf, dass Angst, Besitz und Selbstschutz nicht das Handeln bestimmen müssen. Jesus selbst verkörpert diesen Weg bis zum Kreuz. Das Audio endet mit der Hoffnung auf eine erneuerte Welt ohne Gewalt, Mangel, Bedrohung und Tod.

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Das Audio eignet sich besonders für den Religionsunterricht ab der Sekundarstufe I und kann in Unterrichtseinheiten zur Bergpredigt, zum Reich Gottes, zur Nachfolge Jesu, zu christlicher Ethik, zu Angst und Vertrauen oder zu Gerechtigkeit und Verantwortung eingesetzt werden. Aufgrund der Länge und der hohen theologischen Dichte empfiehlt es sich, das Audio in mehrere Sinnabschnitte zu gliedern. Vor dem Hören können die Lernenden sammeln, wodurch Menschen heute Sicherheit gewinnen möchten. Denkbar sind Begriffe wie Familie, Freundschaft, Geld, Besitz, Versicherungen, Regeln, Schlösser, Passwörter oder gesellschaftliche Macht. Anschließend können die Lernenden überlegen, wann das Streben nach Sicherheit sinnvoll ist und wann es zulasten anderer Menschen geht. Auf diese Weise wird die zentrale Spannung des Audios lebensweltlich vorbereitet.

Während des ersten Hörens sollten die Lernenden zunächst den Gedankengang erfassen und zentrale Begriffe notieren. Beim zweiten Hören können Gruppen unterschiedliche Beobachtungsaufträge erhalten. Eine Gruppe untersucht die Aussagen über Sicherheit und Angst, eine weitere die Bedeutung des Reiches Gottes, eine dritte die Rolle Jesu und eine vierte die Beispiele aus Genesis, der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen. Die Ergebnisse können anschließend geordnet und miteinander verbunden werden. Hilfreich ist eine Tabelle mit den Kategorien menschliche Sicherheit, Vertrauen auf Gott, gegenwärtige Erfahrung des Reiches Gottes und zukünftige Vollendung. Bei jüngeren Lerngruppen können ausgewählte Passagen mehrfach gehört und sprachlich vereinfacht zusammengefasst werden.

Für die biblische Vertiefung bietet sich ein Vergleich mit Matthäus 6,25 bis 34 an. Die Lernenden prüfen, welche Aussagen des Bibeltextes im Audio aufgenommen, erläutert oder weitergeführt werden. Ergänzend können Genesis 3, Apostelgeschichte 2,42 bis 47, Matthäus 26,36 bis 46 und 1 Korinther 15,54 bis 57 einbezogen werden. Dabei sollte deutlich werden, dass Jesu Aufforderung nicht als Versprechen eines problemlosen Lebens missverstanden werden darf. Das Audio betont ausdrücklich, dass gläubige Menschen weiterhin Armut, Krankheit, Gewalt und unerfüllte Bedürfnisse erleben können. Gottes Fürsorge darf deshalb nicht so ausgelegt werden, als seien Leid oder materielle Not Zeichen mangelnden Glaubens. Diese Unterscheidung ist für eine theologisch verantwortete Auseinandersetzung besonders wichtig.

Zur persönlichen Erschließung können die Lernenden konkrete Situationen aus ihrem Alltag betrachten. Sie können beispielsweise fragen, ob Angst vor Ausgrenzung, Misserfolg oder materiellem Verlust ihr Verhalten beeinflusst. Danach entwickeln sie Handlungsmöglichkeiten, bei denen Liebe, Gerechtigkeit und gegenseitige Unterstützung Vorrang erhalten. Geeignet sind Fallbeispiele zu Zivilcourage, Teilen, Konsum, Konkurrenz, sozialer Ungleichheit oder dem Umgang mit ausgegrenzten Personen. In einem Rollengespräch können verschiedene Positionen vertreten werden, etwa die Haltung einer Person, die vor allem ihre eigene Sicherheit schützen möchte, und die Haltung einer Person, die trotz eines persönlichen Risikos solidarisch handelt.

Als kreative Sicherung können die Lernenden einen inneren Monolog, ein Gebet, einen Tagebucheintrag oder eine kurze Audiobotschaft zu Matthäus 6,33 verfassen. Eine weitere Möglichkeit ist die Gestaltung eines Bildes von einer Welt, in der Sicherheit nicht durch Abgrenzung, sondern durch gegenseitige Liebe entsteht. Abschließend sollte gemeinsam reflektiert werden, welche Aussagen des Audios überzeugen, welche Fragen offenbleiben und an welchen Stellen Widerspruch entsteht. Die Leistung der Lernenden kann anhand ihrer Fähigkeit beurteilt werden, den Begriff Reich Gottes zu erklären, biblische Bezüge herzustellen, die Spannung zwischen gegenwärtiger Erfahrung und zukünftiger Hoffnung zu beschreiben und eigene Urteile nachvollziehbar zu begründen.


Fragestellungen zum Audio mit Antworten

1. Welcher Bibelvers steht im Mittelpunkt des Audios?

Im Mittelpunkt steht Matthäus 6,33. Jesus fordert dazu auf, zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit zu suchen. Das Audio untersucht, was diese Aussage für das Leben in einer von Unsicherheit und Gefahren geprägten Welt bedeutet.

2. Welches menschliche Grundbedürfnis greift das Audio auf?

Das Audio beschäftigt sich mit dem Bedürfnis nach Sicherheit. Menschen schützen ihre Wohnungen, Fahrzeuge, digitalen Daten, ihren Besitz und ihre gesellschaftliche Stellung. Dieses Verhalten ist zunächst verständlich. Problematisch wird es, wenn der eigene Schutz wichtiger wird als die Bedürfnisse und die Würde anderer Menschen.

3. Was bedeutet Gottes Reich im Audio?

Gottes Reich bezeichnet eine wirkliche Welt unter Gottes guter Herrschaft. Sie ist von Liebe, Gerechtigkeit, Versorgung, Frieden und verlässlicher Gemeinschaft geprägt. Mit Jesus ist dieses Reich bereits angebrochen, aber es ist noch nicht vollständig verwirklicht.

4. Bedeutet die Suche nach Gottes Reich, dass Menschen ihre Bedürfnisse ignorieren sollen?

Nein. Jesus bestreitet nicht, dass Menschen Nahrung, Kleidung, Schutz und ein Zuhause benötigen. Er fordert auch nicht dazu auf, Gefahren leichtfertig zu übersehen. Entscheidend ist, dass die Sorge um das eigene Leben nicht zur höchsten Priorität wird und nicht dazu führt, andere Menschen zu vernachlässigen oder zu schädigen.

5. Welchen Gegensatz beschreibt das Audio?

Das Audio stellt ein Leben aus Angst einem Leben aus Liebe gegenüber. Angst kann Menschen dazu bringen, Besitz anzuhäufen, sich abzugrenzen und mit anderen zu konkurrieren. Die Liebe ermöglicht Vertrauen, Großzügigkeit, Teilen und gegenseitige Unterstützung.

6. Warum wird die Erzählung vom Garten Eden erwähnt?

Der Garten Eden steht für eine Welt, in der Menschen in Gemeinschaft mit Gott leben und seiner Weisheit vertrauen. Genesis 3 beschreibt dagegen, wie Misstrauen, Angst, Schuld, Schmerz und Tod in die menschliche Erfahrung eintreten. Das Audio versteht Jesu Botschaft vom Reich Gottes als Einladung, wieder nach Gottes Weisheit zu leben.

7. Inwiefern ist Jesus ein Vorbild für diese Lebensweise?

Jesus stellt Liebe, Gottes Willen und die Zuwendung zu anderen über seine persönliche Sicherheit. Er verzichtet auf Gewalt und selbstsüchtigen Schutz. Besonders deutlich wird dies in seinem Leiden und am Kreuz. Auch in Gethsemane verschweigt Jesus seinen Wunsch zu leben nicht, ordnet ihn aber dem Willen Gottes unter.

8. Welche Bedeutung hat die frühe Kirche für das Thema?

Die Gemeinschaft der frühen Kirche zeigt nach Apostelgeschichte 2 beispielhaft, wie Gottes Reich schon in der Gegenwart erfahrbar werden kann. Menschen teilen ihren Besitz, unterstützen einander und gestalten ihr Zusammenleben nach dem Vorbild Jesu.

9. Verspricht Jesus allen Glaubenden sofortige Sicherheit und ausreichenden Besitz?

Nein. Das Audio weist darauf hin, dass auch Menschen, die Jesus treu folgen, unter Armut, Hunger, Krankheit, Unterdrückung oder Gewalt leiden können. Selbst Jesus lebte in Armut und wurde getötet. Die Zusage Gottes wird deshalb mit der zukünftigen Vollendung seines Reiches verbunden.

10. Wie kann Gottes Reich heute an die erste Stelle gesetzt werden?

Menschen können sich von Liebe statt von Angst leiten lassen, Bedürftige unterstützen, Besitz teilen, Ungerechtigkeit widersprechen und auf Gewalt verzichten. Sie können ihre Bedürfnisse ehrlich wahrnehmen und zugleich die Bedürfnisse anderer achten. Besonders in solidarischen Gemeinschaften wird diese Lebensweise sichtbar.

11. Was bedeutet die Aussage, Gottes Reich sei bereits da und noch nicht vollendet?

Gottes Reich ist bereits dort erfahrbar, wo Menschen im Sinne Jesu lieben, teilen, vergeben und gerecht handeln. Zugleich bestehen weiterhin Leid, Gewalt, Ungerechtigkeit und Tod. Die vollständige Verwirklichung des Reiches Gottes bleibt daher eine Hoffnung für die Zukunft.

12. Welche zentrale Botschaft vermittelt das Audio?

Die zentrale Botschaft lautet, dass wahre Sicherheit nicht allein durch Besitz, Macht oder Abgrenzung entsteht. Jesus lädt Menschen zu einem Leben ein, das auf Gottes Treue vertraut und der Liebe Vorrang vor Angst und Selbstschutz gibt. Diese Lebensweise nimmt die kommende Erneuerung der Welt bereits in der Gegenwart vorweg.


Für den Religionsunterricht eröffnet der Blogcast vielfältige didaktische Möglichkeiten, insbesondere im Bereich der ethischen Bildung und der Auseinandersetzung mit zentralen neutestamentlichen Texten. Er eignet sich gut als Impuls für eine Unterrichtseinheit zur Bergpredigt oder zum Thema Reich Gottes. Methodisch kann der Audio Beitrag zunächst als Hörverstehen eingesetzt werden, bei dem Schülerinnen und Schüler zentrale Begriffe wie Reich Gottes, Sicherheit oder Vertrauen herausarbeiten. Anschließend bietet sich eine strukturierende Weiterarbeit an, etwa durch das Erstellen von Gegenüberstellungen zwischen menschlichen Sicherheitsstrategien und der von Jesus beschriebenen Lebensweise. Eine vertiefende Phase kann in Form von Diskussionen erfolgen, in denen die Lernenden die Umsetzbarkeit von Jesu Forderung im eigenen Alltag reflektieren. Kreative Methoden wie das Verfassen eigener Tagebucheinträge aus der Perspektive von Jüngerinnen und Jüngern oder das Entwickeln kurzer Hörbeiträge fördern die persönliche Aneignung. Zudem kann der Text mit biblischen Originalstellen verglichen werden, um hermeneutische Kompetenzen zu stärken. Die Thematik bietet darüber hinaus zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Lebenswelt der Lernenden, etwa im Umgang mit Angst, Leistungsdruck oder dem Bedürfnis nach Sicherheit, wodurch eine existenzielle Auseinandersetzung angeregt wird.

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