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Fachverband Ethik Baden Württemberg

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Der digitale Mensch

Veröffentlichung:1.1.2016

Das Medium „Der digitale Mensch“ von Jürgen Schmieder und Kathrin Werner, erschienen in Sonntag aktuell am 17. Januar 2016, beschäftigt sich mit der zunehmenden technischen Vernetzung des Menschen und den damit verbundenen Möglichkeiten und Problemen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass digitale Geräte immer näher an den menschlichen Körper heranrücken und dabei zunehmend persönliche Daten erfassen. An verschiedenen Beispielen sogenannter Wearables wird gezeigt, wie umfassend diese Entwicklung bereits ist. Vorgestellt werden unter anderem technische Geräte für Kopf, Augen, Hals, Haut, Arme, Handgelenk, Oberkörper und Füße. Sie versprechen gesundheitliche, kommunikative, praktische oder unterhaltende Vorteile und erfassen zugleich Informationen über Körper, Verhalten und Lebensgewohnheiten. Besonders deutlich wird diese Ambivalenz am Beispiel eines Armbandes, das körperliche Werte erfasst und daraus Aussagen über Stress, Wut und Wohlbefinden ableitet. Der Text verbindet damit Technikbegeisterung und Fortschrittsversprechen mit kritischen Fragen nach Datenschutz, Privatsphäre, Selbstbestimmung und dem zunehmend vermessenen Menschen.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen lebensnahen Zugang zu grundlegenden anthropologischen und ethischen Fragen der Digitalisierung. Viele Lernende verwenden selbstverständlich Smartphones, Apps, digitale Uhren und andere vernetzte Geräte. An diese Erfahrungen kann der Unterricht anknüpfen. Als Einstieg können die Lernenden sammeln, welche digitalen Geräte sie im Alltag verwenden und welche Informationen diese Geräte über sie erfassen könnten. Dabei sollte nicht die konkrete Nutzung einzelner Lernender offengelegt werden müssen. Vielmehr kann allgemein danach gefragt werden, welche Daten beispielsweise ein Smartphone, eine digitale Uhr oder eine Gesundheitsapp grundsätzlich erfassen kann. Anschließend kann der Text erschlossen werden, indem die Lernenden die beschriebenen Geräte und ihre jeweiligen Funktionen untersuchen. Dabei können sie jeweils herausarbeiten, welchen Nutzen das Gerät verspricht, welche Daten dafür benötigt werden und welche möglichen Folgen aus der Sammlung und Auswertung dieser Daten entstehen. Auf diese Weise wird die im Text angelegte Spannung zwischen technischem Fortschritt und Schutz der Privatsphäre sichtbar.

Eine vertiefende Erarbeitung kann von der Frage ausgehen, was es bedeutet, wenn ein Mensch immer genauer vermessen und analysiert werden kann. Die Lernenden können untersuchen, welche Aspekte des Menschen durch technische Geräte messbar werden und welche möglicherweise nicht angemessen durch Daten erfasst werden können. Besonders das im Text vorgestellte Armband zur Erfassung von Gefühlen eignet sich für eine Diskussion darüber, ob Gefühle tatsächlich vollständig durch körperliche Messwerte beschrieben werden können. Daraus ergeben sich anthropologische Leitfragen wie „Was macht einen Menschen aus?“, „Bin ich die Summe meiner Daten?“ oder „Was kann Technik über einen Menschen wissen und was nicht?“ Diese Fragen ermöglichen eine unmittelbare Verbindung zu religiösen Vorstellungen vom Menschen.

Religionspädagogisch lässt sich das Medium besonders mit der christlichen Anthropologie und der Vorstellung von der Gottesebenbildlichkeit verbinden. Die Lernenden können die Vorstellung eines vollständig vermessbaren Menschen mit der religiösen Überzeugung vergleichen, dass jeder Mensch eine unverfügbare und nicht von Leistung, Gesundheit oder messbaren Eigenschaften abhängige Würde besitzt. Dabei kann herausgearbeitet werden, dass Daten zwar bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen beschreiben können, die Person jedoch nicht zwangsläufig vollständig erfassen. In Verbindung mit biblischen Texten zur Gottesebenbildlichkeit oder zur Einzigartigkeit des Menschen kann diskutiert werden, ob es Bereiche menschlichen Lebens gibt, die sich einer technischen Vermessung entziehen. Begriffe wie Freiheit, Gewissen, Seele, Beziehung, Vertrauen, Liebe, Hoffnung und Verantwortung können dabei als mögliche Dimensionen des Menschseins untersucht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt kann auf Selbstbestimmung und Freiheit gelegt werden. Die Lernenden können überlegen, unter welchen Bedingungen die freiwillige Nutzung digitaler Geräte tatsächlich eine freie Entscheidung darstellt. Dabei können Fragen nach der Kenntnis über gespeicherte Daten, nach verständlicher Zustimmung und nach der Weitergabe persönlicher Informationen berücksichtigt werden. Methodisch eignet sich dazu eine Fallanalyse. Denkbar ist beispielsweise die Situation, dass eine App zahlreiche Gesundheitsdaten sammelt und den Nutzenden dafür individuelle Empfehlungen anbietet. Die Lernenden können Chancen, Risiken und Interessen der beteiligten Personen und Unternehmen herausarbeiten. Anschließend entwickeln sie Kriterien für einen verantwortlichen Umgang mit persönlichen Daten. Auf diese Weise wird ethische Urteilsbildung mit konkreter Handlungskompetenz verbunden.

Auch die Frage nach Selbstoptimierung bietet einen ergiebigen religionspädagogischen Zugang. Viele der im Text beschriebenen Geräte versprechen, den Körper gesünder, leistungsfähiger, attraktiver oder kontrollierbarer zu machen. Die Lernenden können untersuchen, welches Menschenbild hinter solchen Versprechen steht. Dabei können sie der Frage nachgehen, ob technische Möglichkeiten einen Druck erzeugen können, den eigenen Körper und das eigene Verhalten ständig zu beobachten und zu verbessern. Dem kann die Vorstellung gegenübergestellt werden, dass der Wert eines Menschen nicht von körperlicher Leistungsfähigkeit, Schönheit, Gesundheit oder messbaren Erfolgen abhängig ist. Auf diese Weise eröffnet das Medium eine Diskussion über Perfektion, Leistungsdenken, Selbstannahme und die Grenzen menschlicher Selbstoptimierung.

Methodisch bietet sich außerdem eine Zukunftswerkstatt an. Die Lernenden können Vorstellungen darüber entwickeln, wie ein vollständig digitalisierter Alltag in einigen Jahren aussehen könnte. Dabei sollten sowohl Chancen als auch problematische Entwicklungen berücksichtigt werden. Anschließend können die Zukunftsentwürfe anhand ethischer Kriterien überprüft werden. Leitfragen können lauten: „Welche Technik dient dem Menschen?“, „Wann beginnt Technik den Menschen zu bestimmen?“, „Welche Daten sollten privat bleiben?“, „Wer darf über persönliche Daten verfügen?“ und „Wo braucht technischer Fortschritt Grenzen?“ Die Ergebnisse können in Form von kurzen Zukunftsszenarien, Stellungnahmen, Schaubildern oder Regeln für einen verantwortlichen Umgang mit digitaler Technik festgehalten werden.

Für eine abschließende Sicherung können die Lernenden Grundsätze für einen menschenwürdigen Umgang mit digitalen Technologien formulieren und begründen. Dabei können die zuvor erarbeiteten Begriffe Menschenwürde, Freiheit, Selbstbestimmung, Verantwortung und Privatsphäre als Kriterien dienen. Besonders wichtig ist eine differenzierte Betrachtung, die digitale Technologien weder grundsätzlich ablehnt noch technischen Fortschritt unkritisch begrüßt. Vielmehr können die Lernenden erkennen, dass technische Möglichkeiten immer auch Entscheidungen darüber verlangen, wie Menschen leben wollen und welches Verständnis vom Menschen dabei leitend sein soll. Das Medium eignet sich damit besonders zur Förderung religiöser und ethischer Urteilskompetenz sowie zur Verbindung von christlicher Anthropologie mit aktuellen Fragen einer zunehmend digitalisierten Lebenswelt.


Prüfungsfragen


Aufgabe 1 – Textverständnis: Zusammenfassen

Operator: zusammenfassen

Fasse die zentralen Aussagen des Artikels „Der digitale Mensch“ in eigenen Worten zusammen. Gehe dabei insbesondere auf die Entwicklung tragbarer Technologien und die von den Autoren dargestellten Möglichkeiten und Risiken ein.


Aufgabe 2 – Untersuchung der Argumentation: Analysieren

Operator: analysieren

Analysiere, wie die Autoren die zunehmende Digitalisierung und Vermessung des Menschen darstellen. Untersuche dabei den Einstieg mit dem Beispiel des Autohändlers, die Auswahl und Anordnung der Beispiele sowie die Wirkung dieser Darstellung auf die Leserinnen und Leser. Belege deine Aussagen am Text.


Aufgabe 3 – Sprache und Wirkung: Erläutern

Operator: erläutern

Erläutere anhand von mindestens drei Textbeispielen, mit welchen sprachlichen Mitteln die Autoren ihre Haltung gegenüber den vorgestellten Technologien vermitteln. Berücksichtige beispielsweise rhetorische Fragen, Vergleiche, Übertreibungen oder ironische Formulierungen.


Aufgabe 4 – Chancen und Risiken: Erörtern

Operator: erörtern

Erörtere die Chancen und Risiken von Wearables und anderen Technologien, die persönliche Daten erfassen. Beziehe die Aussagen des Artikels ein und ergänze eigene Argumente und Beispiele.


Aufgabe 5 – Stellungnahme: Beurteilen

Operator: beurteilen

Beurteile die Aussage:

„Der komplett vernetzte Mensch profitiert stärker von den neuen technischen Möglichkeiten, als dass er durch sie gefährdet wird.“

Begründe dein Urteil nachvollziehbar und beziehe dich auf den Artikel.


Musterlösungen / Erwartungshorizont

Aufgabe 1 – Zusammenfassung

Der Artikel „Der digitale Mensch“ von Jürgen Schmieder und Kathrin Werner aus dem Jahr 2016 beschäftigt sich mit der zunehmenden Vernetzung des Menschen durch digitale Geräte und insbesondere durch sogenannte Wearables.

Zu Beginn verdeutlichen die Autoren die Problematik anhand eines Gedankenexperiments. Ein Autohändler, der persönliche Informationen über die Unfälle eines Kunden gesammelt hätte und diese für ein Verkaufsgespräch nutzen würde, würde vermutlich auf Ablehnung stoßen. In der digitalen Welt akzeptierten Menschen dagegen häufig, dass technische Geräte umfangreiche persönliche Daten sammeln.

Die Autoren beschreiben anschließend die Entwicklung hin zu einem immer stärker vernetzten Menschen. Geräte befinden sich nicht mehr nur in der Umgebung des Menschen, sondern werden unmittelbar am Körper getragen. Fitnessarmbänder können beispielsweise nicht nur Schritte und den Puls messen, sondern auch Rückschlüsse auf Schlaf, sportliche Aktivitäten und das Privatleben ermöglichen.

Anhand zahlreicher Beispiele zeigen die Autoren, wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten ist. Vorgestellt werden unter anderem ein Helm gegen Haarausfall, eine technische Brille, ein Übersetzungsgerät, ein UV-Sensor für die Haut, intelligente Kleidung, ein Armband zur Erfassung von Gefühlen sowie beheizbare intelligente Schuhe

Der Artikel macht damit einerseits deutlich, dass solche Technologien praktische, medizinische oder sicherheitsbezogene Vorteile besitzen können. Andererseits weist er auf die Gefahr hin, dass immer mehr persönliche und teilweise sehr intime Informationen über Menschen gesammelt, ausgewertet und gespeichert werden.


Aufgabe 2 – Analyse der Argumentation

Die Autoren beginnen ihren Artikel mit einem Gedankenexperiment. Sie übertragen das Sammeln persönlicher Daten zunächst auf eine Alltagssituation. Ein Autohändler verfügt über Informationen zu früheren Unfällen eines Kunden und verwendet diese, um ihm ein neues Auto zu verkaufen. Die meisten Menschen würden ein solches Verhalten vermutlich als übergriffig empfinden.

Anschließend stellen die Autoren die rhetorische Frage, weshalb ein vergleichbares Verhalten bei digitalen Geräten deutlich weniger Widerstand hervorruft. Dadurch werden die Leser dazu gebracht, ihr eigenes Verhalten gegenüber digitalen Technologien zu hinterfragen.

Gary Kovacs verstärkt diese Problematik durch den Hinweis auf die stark zunehmende Zahl vernetzter Geräte. Besonders wichtig ist dabei die Entwicklung, dass die Technik dem Menschen körperlich immer näher kommt. Die Autoren beschreiben eine Entwicklung „vom Computer in der Ecke über den Laptop in der Tasche und das Smartphone in der Hand“ bis hin zu Wearables. Dadurch entsteht der Eindruck einer zunehmenden Verschmelzung von Mensch und Technik.

Im Hauptteil ist der Artikel nach Körperteilen aufgebaut. Die Beispiele führen „von Kopf bis Fuß“. Dadurch wird die zentrale Aussage des Artikels anschaulich: Praktisch der gesamte menschliche Körper kann inzwischen technisch erfasst oder erweitert werden.

Die Autoren wählen dabei sowohl nützliche als auch ungewöhnlich oder sogar absurd wirkende Geräte aus. Eine intelligente Jacke kann beispielsweise bei einem Unfall medizinische Daten bereitstellen und damit einen konkreten Sicherheitsnutzen besitzen. Andere Produkte, etwa die auffällige technische Brille oder der Laserhelm gegen Haarausfall, wirken dagegen ungewöhnlich.

Durch diese Mischung entsteht kein ausschließlich technikfeindliches Bild. Vielmehr zeigen die Autoren die Möglichkeiten der neuen Technologien, weisen aber gleichzeitig auf deren problematische Seiten hin. Besonders kritisch erscheint die umfassende Sammlung persönlicher Daten. Die Leser sollen sich deshalb fragen, welchen Preis sie für den Komfort digitaler Geräte bezahlen und wie viel Kontrolle über persönliche Informationen sie abgeben möchten.


Aufgabe 3 – Sprache und Wirkung

Die Autoren verwenden verschiedene sprachliche Mittel, um den Artikel anschaulich und zugleich kritisch zu gestalten.

Ein wichtiges Mittel sind rhetorische Fragen. Bereits zu Beginn fragen sie sinngemäß, was ein vernünftiger Mensch tun würde, wenn ein Autohändler plötzlich über seine früheren Unfälle Bescheid wüsste. Eine Antwort wird nicht wirklich erwartet. Stattdessen sollen die Leser über ihr eigenes Verhalten nachdenken.

Daneben verwenden die Autoren ironische und wertende Formulierungen. Der Autohändler wird beispielsweise als „dreister Typ“ bezeichnet. Dadurch wird das Sammeln persönlicher Informationen zunächst bewusst negativ dargestellt. Diese Bewertung wird anschließend auf die digitale Datensammlung übertragen.

Auch Vergleiche und Anspielungen spielen eine wichtige Rolle. Einige Geräte werden mit Gegenständen aus Science-Fiction-Filmen verglichen. Der Übersetzer wird zudem mit den „Babelfischen“ aus Douglas Adams' Per Anhalter durch die Galaxis in Verbindung gebracht. Solche Anspielungen lockern den Text auf und machen deutlich, dass Technologien, die früher nur in der Science-Fiction vorstellbar waren, zunehmend Realität werden.

Außerdem findet sich teilweise Übertreibung. Die Aussage, es gebe Produkte gegen Haarausfall in etwa so zahlreich „wie ein Mensch Poren auf dem Kopf hat“, ist nicht wörtlich zu verstehen. Sie soll die große Anzahl solcher Produkte humorvoll hervorheben.

Insgesamt entsteht dadurch ein journalistischer Stil, der Information mit Unterhaltung und Kritik verbindet. Die Autoren informieren über technische Entwicklungen, schaffen aber gleichzeitig eine gewisse Distanz zu den Werbeversprechen der Hersteller.


Aufgabe 4 – Erörterung

Wearables bieten zahlreiche Chancen. Fitnessarmbänder und Smartwatches können Menschen beispielsweise dabei unterstützen, ihre Bewegung und sportlichen Aktivitäten zu beobachten. Informationen über Schritte, Puls oder Schlaf können dazu beitragen, das eigene Verhalten bewusster wahrzunehmen. Auch im medizinischen Bereich können tragbare Geräte hilfreich sein. Der im Artikel beschriebene Chip in einer Jacke könnte Rettungskräften nach einem Unfall wichtige medizinische Informationen liefern. Technische Kleidung kann außerdem die Sicherheit erhöhen, beispielsweise durch Beleuchtung für Fahrradfahrer oder Warnsysteme für gefährliche Gase.

Darüber hinaus können digitale Geräte den Alltag komfortabler machen. Ein automatischer Übersetzer könnte die Kommunikation zwischen Menschen erleichtern. Intelligente Schuhe könnten beispielsweise die Füße wärmen und gleichzeitig Informationen über die tägliche Bewegung liefern.

Diesen Vorteilen stehen jedoch erhebliche Risiken gegenüber. Besonders problematisch ist die Sammlung persönlicher Daten. Wearables können nicht nur harmlose Informationen wie die Anzahl der Schritte erfassen. Aus den Daten können möglicherweise auch Rückschlüsse auf Schlafgewohnheiten, Aufenthaltsorte, Gesundheitszustand oder emotionale Situationen gezogen werden.

Ein Weiteres Problem besteht darin, dass Nutzer möglicherweise nicht genau wissen, welche Daten gespeichert werden und wer darauf zugreifen kann. Werden solche Informationen an Unternehmen weitergegeben oder für Werbung verwendet, kann die Privatsphäre erheblich eingeschränkt werden.

Auch die dauerhafte Selbstbeobachtung kann kritisch gesehen werden. Wenn Menschen ständig überprüfen, wie viele Schritte sie gegangen sind, wie gut sie geschlafen haben oder wie hoch ihr Stresslevel ist, besteht die Gefahr, dass Zahlen und Messwerte einen immer größeren Einfluss auf das eigene Verhalten bekommen.

Insgesamt besitzen Wearables somit sowohl Chancen als auch Risiken. Entscheidend ist nicht allein die Technik selbst, sondern vor allem, welche Daten erhoben werden, wie transparent dies geschieht, wo sie gespeichert werden und wer darüber verfügen darf.


Aufgabe 5 – Beurteilung

Die Aussage, der vernetzte Mensch profitiere stärker von neuen Technologien, als dass er durch sie gefährdet werde, lässt sich nicht uneingeschränkt bestätigen.

Für die Aussage spricht, dass digitale Technologien zahlreiche praktische Vorteile bieten. Der Artikel nennt Geräte, die die Sicherheit erhöhen, gesundheitliche Informationen erfassen oder alltägliche Tätigkeiten erleichtern. Besonders sinnvoll erscheinen Anwendungen, bei denen technische Geräte in Gefahrensituationen helfen können.

Gegen die Aussage spricht jedoch die umfangreiche Erfassung persönlicher Daten. Gerade das Beispiel des Fitnessarmbands verdeutlicht, dass aus scheinbar einfachen Messwerten sehr persönliche Informationen entstehen können. Problematisch wird dies insbesondere dann, wenn Nutzer nicht wissen, wer diese Informationen erhält und zu welchem Zweck sie ausgewertet werden.

Das Beispiel des Autohändlers am Anfang des Artikels macht diesen Widerspruch besonders deutlich: In einer direkten persönlichen Situation würden viele Menschen eine derartige Sammlung von Informationen ablehnen. Bei digitalen Geräten akzeptieren sie sie möglicherweise, weil die Datenerhebung weniger sichtbar ist.

Zu einem begründeten Urteil kann man daher kommen, indem man Nutzen und Risiken gegeneinander abwägt: Vernetzte Geräte können das Leben erleichtern und die Sicherheit verbessern. Ihre Vorteile sind jedoch besonders dann überzeugend, wenn Nutzer selbst bestimmen können, welche Daten erhoben, gespeichert und weitergegeben werden. Fehlt diese Kontrolle, können die Risiken für Privatsphäre und Datenschutz erheblich sein.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.2 Anthropologie und Religion.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 3. Der Mensch und seine Verantwortung.

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