Politische Bildung und Demokratiebildung sind in den letzten Jahren wieder verstärkt in den Fokus religionspädagogischer Reflexionen gerückt. Ein besonderes Zeichen der Zeit ist dabei der Aufstieg vor allem von rechts-, seltener auch von linkspopulistischen Akteur*innen, die unter anderem strategisch auf Autoritarismus als Überzeugungs- und Herrschaftsstrategie setzen. Populismus und Autoritarismus stellen daher eine zentrale Herausforderung sowohl des Bildungswesens insgesamt wie auch einer religionspädagogisch fundierten politischen Bildung dar. Die australische Politik- und Wirtschaftswissenschafterin Karen Stenner hat in ihrem Hauptwerk The Authoritarian Dynamic bereits 2005 den Aufstieg autoritaristischer und populistischer Politik luzide analysiert und bis zu einem gewissen Grad vorhergesagt. Fruchtbar an ihrem Ansatz ist, dass Sie von einem Zusammenspiel sozialer Dynamiken einerseits und psychischen Prädispositionen andererseits ausgeht, die eine Auseinandersetzung mit autoritären Persönlichkeits-/Charaktertypen notwendig macht. Aufgrund der spezifischen psychischen Prädispositionen, so Stenner, bleibt Autoritarismus eine bleibende Herausforderung der Demokratie, der durch Bildung nicht vollständig begegnet werden kann. Der Artikel bringt Stenners Ansatz mit aktuellen Perspektiven religionspädagogischer Demokratiebildung ins Gespräch und zeigt auf, wie in religiösen Lernprozessen auf die Bedürfnisse und Perspektiven von Lernenden mit autoritaris