Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für Unterrichtsreihen zu Fundamentalismus, Religion und Gewalt, religiöser Identität, Toleranz, Pluralität, Menschenrechten und dem Verhältnis von Religion und Demokratie. Didaktisch sinnvoll ist ein Zugang, der nicht mit Definitionen beginnt, sondern an Erfahrungen und Fragen der Lernenden anknüpft. Die im Material vorgesehenen Bildkarten und Fragen ermöglichen einen offenen Einstieg, bei dem Lernende eigene Vorstellungen formulieren und unterschiedliche Wahrnehmungen miteinander vergleichen können. Die Bilder können anschließend thematisch geordnet werden, etwa nach Ursachen, Motiven, Kennzeichen und Folgen fundamentalistischen Denkens. Genau diese Öffnung des Themas und die Beteiligung aller Lernenden nennt das Medium als Ziel des Einstiegs. Daran anschließend können Lernende Merkmale fundamentalistischer Denkweisen herausarbeiten und zwischen intensiv gelebter Religiosität, konservativen religiösen Überzeugungen, Fundamentalismus und gewaltorientierter Radikalisierung unterscheiden. Diese Differenzierung ist religionspädagogisch besonders wichtig, damit Religion nicht pauschal mit Fundamentalismus oder Gewalt verbunden wird. Ein weiterer Schwerpunkt kann auf den Bedürfnissen liegen, an die fundamentalistische Gruppen anknüpfen. Das Material nennt unter anderem Identität, Orientierung, Lebenssinn, Zugehörigkeit, Sicherheit und die Erfahrung, Teil einer größeren Mission zu sein. Lernende können diese Bedürfnisse zunächst unabhängig vom Fundamentalismus diskutieren und anschließend untersuchen, weshalb einfache Antworten, klare Regeln und starke Gruppenzugehörigkeit attraktiv erscheinen können. Methodisch besonders ergiebig ist die Beschäftigung mit Gruppendruck. Das im Medium vorgeschlagene Asch Experiment kann dazu genutzt werden, die Wirkung von Mehrheitsmeinungen auf Wahrnehmung und Urteilsbildung zu untersuchen. Reflexionsfragen nach eigenen Erfahrungen mit Gruppendruck übertragen die Erkenntnisse auf die Lebenswelt der Lernenden. Die anschließende Beschäftigung mit der Unterscheidung zwischen der eigenen Gruppe und den Anderen ermöglicht es, Mechanismen von Abwertung, Ausgrenzung und Feindbildbildung zu analysieren. Dabei sollte die Lehrkraft auf eine respektvolle Gesprächskultur achten und religiöse Traditionen nicht anhand extremistischer Ausprägungen beurteilen lassen. Aussagen des Materials können zudem kritisch geprüft und mit den Grundrechten, Religionsfreiheit, Menschenwürde und demokratischen Prinzipien in Beziehung gesetzt werden. Besonders geeignet sind Fallanalysen, Positionslinien, strukturierte Diskussionen, Partnerarbeit und Kleingruppenarbeit. Bei biografisch oder religiös sensiblen Fragen sollte niemand zur Offenlegung persönlicher Glaubensüberzeugungen gedrängt werden. Als Abschluss bietet sich eine Reflexion darüber an, woran Lernende problematische Absolutheitsansprüche erkennen, wie sie Gruppendruck begegnen können und welche Bedeutung Perspektivenvielfalt und Toleranz für das Zusammenleben besitzen. Damit wird nicht lediglich Wissen über Fundamentalismus vermittelt, sondern die religiöse und ethische Urteilskompetenz der Lernenden gestärkt. Das Medium selbst hebt Perspektivenvielfalt, religiöses Grundwissen und Toleranz als zentrale Erkenntnisbereiche hervor und versteht Toleranz dort als begrenzt, wo Menschenrechte missachtet sowie Menschen diskriminiert oder unterdrückt werden.
Der Einstieg gelingt über eine Version der Reise nach Jerusalem. Es ist auch möglich thematische Fragen zu stellen. So kann ein Überblick über Vorwissen und Vorurteile der Lerngruppe gewonnen werden. In einem ersten Schritt wird ein Fragebogen zu religiösem Fundamentalismus bearbeitet. Die 30 Fragen ergeben ein Bild des eigenen Wissens und eigener Vorurteile. Zwei Seiten mit Fotos die ausgelesen werden könne, um daran Beispiele für religiösen Fundamentalismus zu entdecken.
In einem weiteren Schritt wird ein Steckbrief eines religiösen Fanatikers erstellt. Dazu werden Eigenschaften gesammelt, die eine solche Person auszeichnen.
Der anschließende Schritt thematisiert Gruppendruck und wie er zur Übernahme von Denk- und Verhaltensweisen führen kann. Dieser Vorgang ereignet sich auch bei Personen, die in eine Gruppe fanatisierter Personen hineinkommen. Dazu wird ein Video mit einem Experiment zu Wahrnehmung herangezogen. Striche unterschiedlicher Länge werden auf den längsten Strich untersucht. Das Experiment zeigt, wie Menschen gegen ihre Wahrnehmung handeln, wenn eine Gruppe eine andere Wahrnehmung hat.
Der nächste Schritt zeigt ein weiteres Element radikaler Gruppen auf, das Erzeugen von Freund- Feinbildern und die darüber aufgebaute Abgrenzung nach außen. Das Wir-Gefühl wertet die Gruppen Mitglieder auf und wertet Außenstehende ab. Dazu wird in Gruppenarbeit eine eigene Gruppe thematisiert und in Abgrenzung zu anderen untersucht. Eine Tabelle mit Impulsfragen erleichtert dies.
Ein weiterer Schritt untersucht die Prioritäten von Jugendlichen anhand einer Liste von Beispielen. Dabei wird aufgezeigt, dass fundamentalistisches Denken immer einen Zweck erfüllt, z.B. die Erwachsenen zu provozieren oder Macht in einer Gruppe zu erlangen. Ein weiteres Material regt die Selbstanalyse darüber an, welche Schutzmethoden gegen die Übernahme fundamentalistischer Denkstrukturen selbst angewendet werden. Dazu wird eine Liste angeboten. Weitere Felder sind Punkte die schwer fallen, oder persönlich ausprobiert werden sollen.