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TheoWebMarion Keuchen

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Marion Keuchen

Konfessionslosigkeit im Rheinland als Herausforderung für religionspädagogisches Handeln – Empirische Daten und zukunftsweisende Impulse

Veröffentlichung:1.5.2026

Konfessionslose sind längst Realität in Taufen und Konfirmationen – doch die EKiR erfasst sie statistisch gar nicht. Ein Plädoyer für empirische Grundlagen und „passgenauere" Bildungsarbeit in einer säkularer werdenden Gesellschaft.

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Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) steht vor einer wachsenden Herausforderung: Wie gestaltet sie ihre Bildungsarbeit angesichts zunehmender Konfessionslosigkeit? Der vorliegende Artikel systematisiert diese Frage durch zehn konkrete Impulse für kirchliches Bildungshandeln, wobei die ersten fünf auf eine notwendige empirische Grundlage zielen. Die statistischen Realitäten sind dabei komplexer als auf den ersten Blick: Im EKiR-Gebiet gehören zwar noch 60 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an – deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 52 Prozent –, doch die Tendenz ist fallend. Besonders aufschlussreich sind die Kasualien als „Kontaktflächen" zwischen Kirche und Konfessionslosen: Bei Taufen zeigt sich, dass bereits 42 Prozent der getauften Kinder nicht aus Ehen stammen, in denen beide Elternteile evangelisch oder katholisch sind. Doch die bisherige Datenerfassung der EKiR lässt keine präzisen Aussagen darüber zu, wie viele Eltern konfessionslos sind. Ähnlich problematisch ist die Situation bei Konfirmationen: Obwohl 2019 mehr Konfirmationen als Taufen von Kleinkindern stattfanden – ein Zeichen für Kirchenbindung über längere Biografien hinweg – fehlen auch hier Daten zur Konfessionalität der Eltern. Der Artikel argumentiert überzeugend, dass solche differenzierten Daten unverzichtbar sind, um „passgenauer" auf konfessionslose Familienmitglieder eingehen zu können. Die Kirche müsse verstehen lernen, dass Konfessionslose nicht eine homogene Gruppe darstellen, sondern zwischen religiös Interessierten, Spirituellen, Kirchennahen und Atheisten unterschieden werden müsse. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass Bildungsarbeit – von Elementareinrichtungen bis zum Schulunterricht – eine einzigartige Häufigkeit, Dauer und Dichte von Kontaktflächen bietet. Dies macht es notwendig, die institutionelle Bildungsarbeit explizit als Ort wahrzunehmen, an dem die EKiR mit konfessionslosen Menschen zusammentrifft. Der Artikel legt nahe, dass eine veränderte Datenerfassung nicht bürokratische Spielerei ist, sondern die Grundlage für eine authentische, einladende Pastoralarbeit schafft, die Konfessionslose nicht als Defizit, sondern als Gesprächspartner ernst nimmt.

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