Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Jahrgangsstufen 10 bis 13 innerhalb der Themen Gott, Religionskritik, Glaube und Wissenschaft, Religion und Gesellschaft, Sinn des Lebens sowie Religionen der Gegenwart. Die Dokumentation eröffnet den Lernenden einen multiperspektivischen Zugang zur Gottesfrage und fördert die Fähigkeit, unterschiedliche wissenschaftliche, philosophische und religiöse Positionen miteinander zu vergleichen. Zu Beginn der Unterrichtseinheit kann die Frage diskutiert werden, welche Vorstellungen die Lernenden mit Gott verbinden und welche Bedeutung Religion in ihrem eigenen Lebensumfeld besitzt. Während der Filmsichtung bietet sich ein Beobachtungsauftrag an, bei dem die Lernenden Argumente sammeln, die für die Bedeutung von Religion sprechen, sowie Positionen, die Religion kritisch hinterfragen.
Im Anschluss können die verschiedenen Erklärungsmodelle miteinander verglichen werden. Dabei wird deutlich, dass Religion sowohl aus theologischer als auch aus naturwissenschaftlicher, psychologischer und soziologischer Perspektive betrachtet werden kann. Besonders gewinnbringend ist die Auseinandersetzung mit Religionskritik durch Ludwig Feuerbach sowie mit evolutionsbiologischen und neurobiologischen Erklärungsansätzen. Ebenso können die gesellschaftlichen Funktionen von Religion wie Gemeinschaft, Sinnstiftung, Identitätsbildung und moralische Orientierung herausgearbeitet werden. Darüber hinaus bietet die Dokumentation Anlass, historische Beispiele für religiös motivierte Konflikte kritisch zu reflektieren und zwischen dem Missbrauch von Religion und ihrem eigentlichen religiösen Anspruch zu unterscheiden.
Methodisch eignen sich Gruppenarbeiten, Debatten, Partnergespräche, Pro Kontra Diskussionen sowie die Arbeit mit Argumentationskarten. Eine Lerngruppe kann unterschiedliche Positionen vertreten, etwa die Sichtweise der Religionskritik, der Evolutionsbiologie, der Theologie oder der Religionssoziologie. Ebenso kann eine Podiumsdiskussion zur Frage durchgeführt werden, ob Religion heute noch notwendig ist oder ob sie durch andere Formen der Sinnstiftung ersetzt werden kann. Abschließend können die Lernenden ihre eigene Position zur Gottesfrage schriftlich reflektieren und begründet darstellen. Das Medium fördert dadurch religiöse Urteilskompetenz, Dialogfähigkeit, Medienkompetenz sowie die Fähigkeit, komplexe weltanschauliche Fragestellungen differenziert zu beurteilen.
Der Religionssoziologe Detlef Pollack hält Religion für eine wichtige Triebfeder der zwischenmenschlichen Kooperationsbereitschaft. Und da Religionen und Götter ein weltweites Phänomen sind, stellt sich auch die Frage: Sind wir von Natur aus darauf programmiert, an höhere Wesen zu glauben? Psychologen und Biologen haben Erstaunliches herausgefunden: Auch Kinder, die nicht religiös erzogen wurden, sind oft bereit, die Existenz übernatürlicher Mächte zu akzeptieren. Der Persönlichkeitspsychologe Christian Kandler wies anhand von Zwillingsstudien nach, dass der individuelle Grad der Religiosität sogar ein vererbbares Persönlichkeitsmerkmal ist.
Doch ob religiös veranlagt oder nicht: Religion hat seit jeher auch die Funktion eines sozialen Regelwerks. Wie also beeinflusst die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft unser Denken und Handeln? Wann wirkt Religion als Kitt und wann als Keil für das Miteinander? Die Religionswissenschaftlerin Edith Franke und die Religionsanthropologin Anne-Laure Zwilling erklären, wie Religion als identitätsstiftender Kult, aber auch als harte Abgrenzung funktioniert – und was das mit dem Erstarken atheistischer Bewegungen zu tun hat.