Die 2020er-Jahre sind geprägt von tiefgreifenden Krisen – Pandemie, Klimakrise, geopolitische Spannungen. Doch wie nehmen Bildungswissenschaftler*innen, Psycholog*innen und Soziolog*innen diese Herausforderungen wahr? Eine umfassende Literatursichtung in deutschsprachigen Fachzeitschriften von 2020 bis 2023 sucht nach Antworten – aus ausdrücklich religionspädagogischer Perspektive. Der Beitrag analysiert zentrale Themenbereiche, die in benachbarten Disziplinen diskutiert werden: psychosoziale Auswirkungen von Flucht und Migration, psychoanalytische Deutungen der Pandemie, Fragen zu mentaler Gesundheit und kollektiver Resilienz. Besonders interessant ist die Frage, wie sich apokalyptische Dimensionen in gegenwärtigen Krisennarrativen manifestieren – etwa bei Klimaaktivist*innen, die sich als „Letzte Generation" bezeichnen. Der Untersuchungsansatz verbindet systematische Literaturrecherche mit interdisziplinärem Austausch und verfolgt dabei die Leitfrage, welche konzeptionellen Strömungen dominieren: Werden gegenwärtige Krisen als Dauerzustand oder als grundlegende Transformation wahrgenommen? Mit seinem „religionspädagogischen Auge" eröffnet der Artikel neue Perspektiven auf einen Forschungsgegenstand, der in der theologischen Diskussion bislang unterbeleucht geblieben ist.