Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, da es zentrale Fragen des Erwachsenwerdens und der Persönlichkeitsentwicklung aufgreift. Aufgrund der ruhigen Erzählweise und der emotionalen Tiefe empfiehlt sich eine schrittweise Erschließung ausgewählter Filmszenen. Die Lernenden können die Entwicklung der Beziehung zwischen Léo und Rémi analysieren, Gefühle und Motive der Figuren nachvollziehen und über den Einfluss von Gruppendruck, Rollenbildern und gesellschaftlichen Erwartungen reflektieren. Methoden wie Standbildarbeit, Figureninterviews, innerer Monolog, Tagebucheinträge oder Perspektivwechsel unterstützen die empathische Annäherung an die Handlung und fördern die Fähigkeit, unterschiedliche Sichtweisen wahrzunehmen. Gesprächsphasen ermöglichen es, über Freundschaft, Vertrauen, Verlust, Schuld und Versöhnung ins Gespräch zu kommen und diese Erfahrungen mit biblischen Impulsen zu verbinden. Dabei bieten sich Bezüge zu Themen wie Nächstenliebe, Annahme, Trost, Hoffnung und der Würde jedes Menschen an. Ebenso kann der Film genutzt werden, um über stereotype Vorstellungen von Männlichkeit, den Umgang mit Gefühlen sowie die Bedeutung von Offenheit und gegenseitigem Respekt zu sprechen. Die Arbeit mit dem Medium fördert Empathie, Urteilskompetenz, religiöse Sprachfähigkeit und die Bereitschaft, eigene Erfahrungen mit Freundschaft, Ausgrenzung und Versöhnung zu reflektieren. Gleichzeitig stärkt die Analyse der filmischen Gestaltung die Medienkompetenz und das Verständnis dafür, wie filmische Bilder Emotionen, Beziehungen und innere Entwicklungen sichtbar machen.
Der Film 'Close' eignet sich für den Einsatz ab der 10. Klasse (FSK 12, empfohlen ab 15) im Religionsunterricht, Ethik, Psychologie und Pädagogik sowie in Deutsch und Französisch. Das Begleitmaterial bietet eine tiefgehende Analyse der Hauptfigur Léo und seiner Freundschaft zu Rémi, deren Bruch und die Auswirkungen auf beide Jungen. Didaktisch-methodisch wird der Film eingesetzt, um Themen wie Freundschaft, Geschlechterrollen, Männlichkeitsbilder, Suizidprävention und Trauerarbeit zu behandeln. Die Materialien umfassen unter anderem: Figurenanalyse, Plakatgestaltung, Diskussion über Suizid, Analyse filmischer Mittel (Licht, Farbe, Musik), Auseinandersetzung mit hegemonialer Männlichkeit nach Connell, Reflexion eigener Erfahrungen, Rollenspiele und Schreibaufgaben. Für den Religionsunterricht sind Anknüpfungspunkte zu Fragen der Verantwortung für andere, Trauer, Schuld, Trost und Gemeinschaft gegeben. Besonders wertvoll sind die Materialien zur Suizidprävention: Sie fördern Resilienz, die Achtsamkeit auf Warnsignale, Gesprächskultur und die Vermittlung von Hilfeangeboten. Die Einbindung von Interviews mit Expertinnen ermöglicht eine verantwortungsvolle und reflektierte Thematisierung von Suizid im Unterricht.