Die Selbstbezeichnung „Last Generation" von Klimaaktivist*innen wird oft als apokalyptische Weltuntergangsrhetorik kritisiert – doch eine differenzierte Analyse zeigt ein komplexeres Bild. Der vorliegende Artikel beleuchtet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen apokalyptischem Denken in der Klimabewegung und biblischer Apokalyptik. Während biblische Texte von einer göttlichen Offenbarung ausgehen und Trost in der Hoffnung auf göttliche Erlösung spenden, argumentieren Klimaaktivist*innen wissenschaftlich fundiert und zielt ihr Protest auf unmittelbare politische Handlung und Systemveränderung. Beide Formen der Apokalyptik eint jedoch eine prophetische Kritik an herrschenden Strukturen, eine entlarvende Deutung der gegenwärtigen „Zeichen der Zeit" und der Aufruf zu Widerstand gegen übermächtige Kräfte des Bösen bzw. der Zerstörung. Der Artikel arbeitet heraus, dass apokalyptisches Denken nicht primär zeitliche Ankündigungen des Weltuntergangs meint, sondern eine ethisch-kritische Perspektive darstellt, die von einer bedrohten Zukunft her die Gegenwart anspricht. Besonders relevant für die Religionspädagogik ist die Frage nach inter- und intragenerationaler Gerechtigkeit: Die Last Generation artikuliert nicht nur ökologische Besorgnis, sondern auch tiefe Ungerechtigkeit gegenüber zukünftigen Generationen. Der Artikel konkretisiert religionspädagogische Prinzipien – wie sie im Schwerter Konsent formuliert wurden – für den Umgang mit dieser Generation und eröffnet damit Wege zu einer politisch orientierten religiösen Bildung für nachhaltige Entwicklung, die Hoffnung jenseits bloßer Fortschrittsoptimismen ermöglicht.