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TheoWebVanessa HenkeJulia LemkeMagdalena Buddeberg

TheoWeb,

Vanessa Henke,

Julia Lemke,

Magdalena Buddeberg

Bildung für nachhaltige Entwicklung vor dem Hintergrund dystopischer Zukunftsperspektiven: Zum Umgang mit Klimaemotionen in schulischen Lernprozessen

Veröffentlichung:1.5.2026

Angst vor der Klimakrise lähmt statt zu motivieren – wenn die Schule nicht lernt, Emotionen ernst zu nehmen. Ein Plädoyer für emotionssensible Nachhaltigkeitsbildung mit echten Partizipationsmöglichkeiten.

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Wenn Jugendliche sich mit der Klimakrise auseinandersetzen, entstehen oft intensive Emotionen – Angst, Sorge, Wut, Verzweiflung. Dass diese Gefühle nicht bloße Nebenschauplätze sind, zeigen internationale Studien eindrucksvoll: 84 Prozent der 16- bis 25-Jährigen sind mindestens moderat besorgt um den Klimawandel. Gleichzeitig offenbaren sich dabei tiefe Widersprüche: Menschen, die pessimistisch in die Zukunft blicken, zeigen zwar theoretisch mehr Bereitschaft für nachhaltiges Engagement – ergreifen aber faktisch weniger nachhaltige Maßnahmen. Ein zentraler Grund liegt darin, dass pessimistische Zukunftserwartungen und das Gefühl von Machtlosigkeit Menschen entmutigen können, überhaupt zu handeln. Dieser Artikel argumentiert für eine emotionssensible Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schule. Die Autorin geht der Frage nach, wie schulische BNE gestaltet werden kann, wenn sie Emotionen ernst nimmt und gleichzeitig dystopische Zukunftsvorstellungen nicht ignoriert. Dafür werden zunächst neurowissenschaftliche Grundlagen vermittelt: Emotionen und kognitive Prozesse sind eng miteinander verflochten und beeinflussen sich gegenseitig. Sie prägen, wie Menschen lernen, Aufmerksamkeit richten und Probleme lösen. Besonders wichtig für die schulische Praxis ist die Erkenntnis, dass sowohl positive als auch negative Emotionen das Lernen beeinflussen können – aber in sehr unterschiedlicher Weise. Während moderate positive Emotionen die Konzentration und Gedächtnisleistung fördern, können emotional überfordernde Zustände kognitive Funktionen beeinträchtigen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, dass Schulen negative Emotionen wie Angst vor der Klimakrise oft verdrängen oder minimieren, statt sie als legitim anzuerkennen. Der Artikel fordert stattdessen einen differenzierten Umgang: Die Anerkennung von Ängsten und Sorgen ist notwendig, muss aber durch die Kultivierung von Hoffnung und utopischen Perspektiven ergänzt werden. Besonders bedeutsam ist dabei die Erfahrung von Partizipation – wenn Schüler*innen real mitgestalten und eigene Handlungsfähigkeit erleben können, trägt das zur Bewältigung unsicherer Zukünfte bei und eröffnet Wege aus der Lähmung durch Hoffnungslosigkeit.

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