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Mariusz ChrostowskiTheoWeb

Mariusz Chrostowski,

TheoWeb

Zum Einsatz sozialer Roboter im Religionsunterricht: Theoretische Annäherung an interaktive Lehr-Lernformen der Zukunft

Veröffentlichung:1.5.2026

Können Roboter religiöse Bildung unterstützen – und sollten sie es? Ein Religionsdidaktiker analysiert, wie soziale Roboter im Unterricht eingesetzt werden können, wo ihre Grenzen liegen und welche ethischen Fragen sich dabei stellen.

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Soziale Roboter halten Einzug in immer mehr Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens – auch in religiösen Kontexten. Der vorliegende Beitrag untersucht in einer theoretischen Analyse, wie solche intelligenten Maschinen sinnvoll in Religionsunterricht und religiöse Lernprozesse integriert werden können. Ausgehend von aktuellen Erkenntnissen der (sozial-)pädagogischen und theologischen Robotik-Forschung arbeitet der Autor systematisch drei zentrale Aspekte heraus: Zunächst werden die Hauptmerkmale sozialer Roboter im Kontext des Religionsunterrichts dargelegt. Soziale Roboter zeichnen sich durch physische Präsenz, menschenähnliche Kommunikation und umfangreiche Sensortechnik aus, die es ihnen ermöglicht, mit Menschen zu interagieren und Verhaltensnormen menschlicher Kommunikation zu befolgen. Bereits existierende Exemplare wie NAO, Veldan oder SanTO werden in religiösen Kontexten eingesetzt – vom Unterrichten von Gebetsritualen bis zur Vermittlung theologischer Inhalte. Im zweiten Schritt werden interaktive Lehr- und Lernformen religionsdidaktisch präzisiert. Der Autor argumentiert, dass Roboter dazu beitragen können, grundlegende Ziele religiöser Bildung zu erreichen: Sie können Wissen über verschiedene Religionen vermitteln, komplexe theologische Phänomene erläutern, individuelle Lernprozesse begleiten und sogar interreligiöse Dialoge simulieren. Abschließend werden kritische Konsequenzen der Integration diskutiert. Der Autor betont nachdrücklich, dass Roboter niemals die persönliche Beziehung zur Religionslehrkraft oder die Schüler-zu-Schüler-Interaktion ersetzen dürfen. Sie sind als Ergänzung, nicht als Ersatz traditioneller Unterrichtsmethoden zu verstehen. Zugleich werfen Roboter im Religionsunterricht tiefgreifende ethische und religiös-kulturelle Fragen auf – etwa zum Respekt vor religiöser Vielfalt und zur Auswirkung auf religiöse Wahrnehmungen. Der Beitrag plädiert dafür, dass Theologinnen und Theologen aktiv an der Entwicklung beteiligt werden müssen. Darüber hinaus werden Roboter selbst zu einem wichtigen Unterrichtsthema, das kritische Reflexionen über das Verhältnis von Religion und Digitalität sowie über die nicht-digitalisierbaren Aspekte des Menschlichen ermöglicht.

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urheberrechtlich geschützt

8.5.2026

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