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feinschwarzHannah Ziegler

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Hannah Ziegler

Gebet, das verletzt

Veröffentlichung:1.5.2026

Die römisch-katholische Kirche scheitert fundamental in ihrer Verantwortung gegenüber Überlebenden sexueller Gewalt: Gebete ohne Gerechtigkeit, strukturelle Gewalt ohne Reformen und spirituelle Verletzung statt Heilung machen sie zu einem unsicheren Ort für Betroffene.

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Der Artikel kritisiert scharf die Heuchelei des „Gebetstags für Betroffene sexuellen Missbrauchs" der Deutschen Bischofskonferenz. Die Autorin wirft der römisch-katholischen Kirche vor, als Täterinstitution für ihre Opfer zu beten, während sie gleichzeitig die Strukturen beibehält, die sexuelle Gewalt ermöglicht haben. Entschädigungen werden verweigert, Menschenrechte nicht durchgesetzt – stattdessen dominiert ein auf Täter:innen zentriertes Konzept der Vergebung. Für Überlebende, die spirituellem Missbrauch ausgesetzt waren, wird Spiritualität dadurch zusätzlich verletzt. Die fehlende Anerkennung von Frauen, queeren Menschen und deren Berufungen zeigt, dass eine an Betroffenen orientierte Seelsorge nicht existiert. Der zweite Teil offenbart ein strukturelles Ausschlussmuster: Überlebende werden sprachlich und praktisch aus der Kirchengemeinde ausgeschlossen. Die Kirche setzt sich nicht mit ihrer eigenen Verantwortung auseinander – sie singt Lieder von Vergewaltigern, präsentiert Zitate von Tätern. Während Papst Franziskus behauptet, alle hätten einen Platz in dieser Kirche, ist das für Überlebende faktisch unwahr. Sie können ihr Leben, ihre Liebe und Berufung nicht frei leben. Im Gegensatz zur Church of England erhebt die römisch-katholische Kirche nicht einmal den Anspruch, ein sicherer Ort für Überlebende zu sein. Die Autorin konstatiert fundamental: Diese Kirche versagt in ihrem Kern. Die Bischöfe sagen zwar das, was Mitglieder hören möchten, doch ihre Aussagen entsprechen nicht der Realität von Betroffenen. Es hat sich nichts grundlegend geändert. Die Institution und ihr Machterhalt stehen immer noch im Vordergrund, während Überlebende ignoriert, abgewehrt und mit Misstrauen behandelt werden. Die Kommunikation ist unprofessionell und nicht traumasensibel.

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8.5.2026

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