Das Sauerländer Dorf Wormbach, eine der ältesten Urpfarreien seit etwa 754, erlebt einen tiefgreifenden Bruch. 2019 wurden Missbrauchsvorwürfe gegen den langjährigen Pfarrer bestätigt, was eine Welle des Vertrauensverlustes auslöste. Die Kirche im klassischen Sinne funktioniert dort nicht mehr – Gläubige betreten Kirche und Pfarrhaus nicht, obwohl sie an Wallfahrten und digitalen Angeboten teilnehmen. Symbolisch liegen Kirchhof und neu geschaffener Dorfplatz nebeneinander, trennen sich aber zugleich: Zwischen der katholischen Institution und dem Glaubensleben der Menschen hat sich eine tiefe Grenze gezogen. Das Missbrauchstrauma schneidet Lebensgeschichten von ihren Wurzeln ab und zerstört ganzheitliche Unversehrtheit.
Auf diese Wunde antwortet die Gemeinschaft mit dem Wunsch nach der "Himmelsleiter" – ein Kunstwerk von E-Lin, das zuvor 2012/2013 an der Kreuzbergkapelle stand. Die neue Installation auf dem Dorfplatz, mit zwei Holmen und sieben Sprossen für die sieben Dörfer des ehemaligen Kirchspiels, soll ein Ort der Heilung werden. Alle Vereine, Politik und Verwaltung zogen gemeinsam daran. Der Benediktiner-Künstler Pater Abraham Fischer verbindet das Werk mit der biblischen Jakobsleiter: Die Sprossen aus glänzendem Edelstahl strahlen Licht aus, während die Cortenstahl-Holme fest verankert sind. Engel – verstanden als heilende Gedanken Gottes – steigen auf und nieder, verkörpernd die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen, zwischen Hoffnung und wiederhergestelltem Vertrauen.