Der Artikel dokumentiert die Geschichte und aktuelle Situation der Forderung nach Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat in der katholischen Kirche. Anlässlich des 25. Jubiläums des "Tags der Diakonin" wird die Dringlichkeit dieser Forderung mit dem Motto "Wartet nicht!" unterstrichen. Dabei wird zwischen Frustration und Hoffnung abgewogen: Einerseits ist es bedauerlich, dass trotz 25 Jahre intensiver Bemühungen, theologischer Expertisen und Argumentationen keine Änderung erfolgt ist. Andererseits zeigt sich ein deutliches Wachstum der Bewegung – aus einem kleinen Pflänzchen ist ein etablierter Baum in der deutschen Kirchenlandschaft geworden, getragen von KDFB, kfd, ZdK und dem Netzwerk Diakonat der Frau.
Ein wesentlicher Fortschritt gelang beim Synodalen Weg im März 2023: Mit 93,6% Zustimmung (einschließlich 80,7% bischöflicher Stimmen) wurde beschlossen, dass sich die deutschen Bischöfe auf weltkirchlicher Ebene für die Zulassung von Frauen zum Diakonat einsetzen – eine historisch seltene deutliche Aussage zur Unterstützung dieser Forderung. Allerdings zeigt sich auch die historische Kontinuität des unerfüllten Anliegens: Bereits die Würzburger Synode und viele nachkonziliare Synoden der 1970er und 1980er Jahre forderten fast identisch die Öffnung des wiedereingeführten Ständigen Diakonats für Frauen.
Der Artikel dokumentiert zudem die wissenschaftliche und institutionelle Begleitarbeit: Das 1997 gegründete "Netzwerk Diakonat der Frau" bereitet Frauen auf zukünftige diakonische Ämter vor; 23 Frauen haben sich bereits auf diesen Weg begeben, weitere 15 seit 2020. Papst Franziskus setzte 2016 eine paritätisch besetzte Kommission ein, um die historische Sakramentalität von Diakoninnen zu prüfen. Wissenschaftliche Kongresse (1997 Stuttgart, 2017 Osnabrück) zeigen weitreichende theologische Aufarbeitung und bekräftigen das Grundprinzip: "Nicht der Zugang von Frauen zu kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss."