Die Autorin, eine Biblikerin, reflektiert über die Frage, woher Motivation und Inspiration für theologische Arbeit in einer Kirche kommen kann, die von Skandalen, strukturellem Frauenausschluss und Reformstagnation geprägt ist. Sie konstatiert, dass die exegetische Forschung längst dokumentiert hat, welche bedeutsamen Rollen Frauen in den ersten christlichen Gemeinden innehatten – als Diakoninnen, Apostolinnen, Gemeindeleitende und Predigerinnen wie Phöbe, Priska oder Junia. Dieses Wissen habe jedoch strukturell bislang kaum etwas bewirkt.
Anstatt diese bekannten Fakten zu wiederholen, wendet sich die Autorin bewusst ab von einer weiteren Aufzählung der positiven weiblichen Vorbilder. Sie argumentiert, dass solche Wiederholungen wenig Kraft haben, wenn sie nicht zu konkreten Veränderungen führen. Stattdessen ruft sie dazu auf, sich von einer anderen Qualität inspirieren zu lassen: von der Anstößigkeit, Widerständigkeit und Unangepasstheit jener Frauen, die nicht „nett" waren, sondern „laut und nervig". Diese radikale Haltung, die Bereitschaft zur Innovation und Partizipation, die Verweigerung gegenüber einengenden Strukturen – das ist die eigentliche Inspirationsquelle für eine zukunftsgerichtete Theologie, die bereit ist, etablierte Ordnungen zu hinterfragen und zu transformieren.