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Maren Behrensen

Gender, Migration und die populistische Ökonomie der Aufmerksamkeit

Veröffentlichung:1.5.2026

Gender wird in medialen und politischen Debatten als bedeutungslose „Nebensächlichkeit" abgetan, während ihm gleichzeitig zivilisationszerstörende Kraft zugeschrieben wird – ein Widerspruch, der die eigentlichen Probleme betroffener Menschen unsichtbar macht.

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Der Artikel analysiert die paradoxe Behandlung von Genderthemen in deutscher Medien- und Politiklandschaft. Anhand einer Karnevals-Äußerung einer Parteivorsitzenden zur Toilettenfrage zeigt der Autor, wie die öffentliche Debatte von einer „Empörungsindustrie" bestimmt wird, die Geschlechterdebatten einerseits als unwichtige Nebensächlichkeiten darstellt, andererseits mit großem Aufwand und Emotionalisierung behandelt – ohne dabei die betroffenen Menschen selbst zu Wort kommen zu lassen. Der Autor vergleicht diese Dynamik mit der Behandlung des Migrationsthemas: Beide Bereiche werden von einer verzerrten Aufmerksamkeitsökonomie geprägt, die spezifische, oft instrumentalisierte Einzelaspekte überbetont, während strukturelle Probleme ausgeblendet werden. Bei Migration lenkt die Fokussierung auf Grenzfragen von der Klimakatastrophe ab, bei Gender werden echte Probleme wie sexualisierte Gewalt oder die Situation intergeschlechtlicher Kinder ignoriert. Statt dessen wird Gender-Kritik auf Karikaturen wie „Gendersternchen und Hashtags" reduziert, während der „Gender-Ideologie" gleichzeitig zivilisationszerstörende Wirkung vorgeworfen wird – ein logischer Widerspruch, der der ideologischen Funktion dieser Debatte entspricht.

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