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feinschwarzJudith Königsdörfer

feinschwarz,

Judith Königsdörfer

Mehr Miteinander wagen!

Veröffentlichung:1.5.2026

Die weltweite Ökumene ist eine dynamische, von Frauen mitgestaltete Bewegung, die durch bewusstes Kennenlernen, Zuhören und Handeln Brücken über konfessionelle und ideologische Grenzen baut und damit dem Auftrag einer sichtbaren Einheit der Christenheit nachkommt.

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Die Autorin beschreibt die ökumenische Bewegung als lebendige und sich ständig verändernde Kraft innerhalb des Christentums. Ausgehend von frühen Jugend- und Studentenbewegungen wie der WSCF und YMCA vor über 100 Jahren führte dies zur Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948 in Amsterdam. Bemerkenswert ist die Transformation dieser Institution: Während 1948 noch 147 überwiegend westliche und protestantische Kirchen vertreten waren, stammen heute mehr als zwei Drittel der 348 Mitgliedskirchen aus Afrika, Asien, der Karibik und dem Nahen Osten. Die theologischen Ausrichtungen werden durch Befreiungs- und postkoloniale Theologie geprägt, und es wird angestrebt, alle Gremien durch Vielfalt – Frauen, Jugendliche, Indigene und Menschen mit Behinderungen – zu prägen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Ökumenischen Forum Christlicher Frauen in Europa (ÖFCFE), das 1982 gegründet wurde. In einer Zeit physischer und mentaler Mauern in Europa machten sich Frauen verschiedenster Konfessionen auf, um sich kennenzulernen und Brücken zu bauen. Ruth Epting beschreibt diese Pionierinnen als Frauen aus bewegtem Berufs- und Familienleben, die hoffnungsvoll an einer partnerschaftlichen Gemeinschaft unter Gleichwertigen arbeiteten. Sie betont, dass die „erstaunlichsten Durchbrüche" durch Hören, Annehmen und Handeln entstanden. Die Autorin reflektiert abschließend, dass bewusstes Kennenlernen der Anderen eine gleichzeitig große Herausforderung und leichte Aufgabe darstellt. Sie plädiert für Räume echter Begegnung, in denen Altvertrautes hinterfragt und ein gewagtes, überraschendes Miteinander möglich wird. Religion und christlicher Glaube sind keineswegs statisch, sondern dynamische Kräfte, die Auseinandersetzung und Prozess als Kern ihres Auftrags verstehen.

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