Bis zum 31. Mai 2017 können Leser online über den LiBeraturpreis abstimmen und damit Autorinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt ehren. Der Preis, organisiert vom Verein LITPROM unter Leitung von Anita Djafari, verbindet die Schönheit des Wortes mit der Freiheit der Schreibenden – besonders relevant für Frauen, denen Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung noch nicht überall selbstverständlich sind. Der Artikel stellt vier der zehn nominierten Autorinnen vor: Amanda Lee Koe schreibt melancholisch über Singapurs koloniales Erbe und die Unterdrückung durch Produktivitätsnormen; Granaz Moussavi singt in ihren Gedichten aus australischem Exil von Angst und Schrecken im Iran; Meena Kandasamy verarbeitet das historische Massaker an Dalits 1968 in Südindien als sarkastischen Roman des Widerstands; Malla Nunn entfaltet südafrikanische Rassenkonflikt als Krimi. Weitere Kandidatin Fariba Vafi erkundet in „Tarlan" die Bewegungsräume einer intellektuellen Frau während der Islamischen Revolution im Iran – das Schreiben wird zur Flucht in Selbstbestimmung. Der LiBeraturpreis, dotiert mit Preisgeld, Stipendium und Frankfurter-Buchmesse-Einladung, würdigt damit Literatur, die historisch aufgeladene Zeitreisen unternimmt und in den inneren Landschaften von Frauen die politischen Unwetter bezeugt.