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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMartina Kumlehn

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Martina Kumlehn

Bildung religiöse

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt religiöse Bildung als zentrales Thema der Religionspädagogik und erklärt, wie sie mit dem allgemeinen Bildungsbegriff verbunden ist. Religiöse Bildung wird als lebenslanger, selbstbezüglicher Prozess verstanden, der auf Sinnfragen und Orientierung zielt. Der Artikel zeigt auf, wie der Bildungsgedanke aus jüdisch-christlichen Traditionen hervorgegangen ist und welche theologischen Konzepte wie Gottesebenbildlichkeit und Rechtfertigung für religiöse Bildungsprozesse grundlegend sind. Dabei wird deutlich, dass religiöse Bildung das Vertrauen zu Gott und die menschliche Eigenverantwortung in ein produktives Verhältnis setzen muss.

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Der Artikel von Martina Kumlehn analysiert religiöse Bildung als Kernthema der Religionspädagogik und ihre historischen sowie konzeptionellen Grundlagen. Religiöse Bildung wird als unabschließbarer lebenslanger Prozess charakterisiert, der die Frage nach dem Sinn des Lebens und der existenziellen Orientierung zentral macht. Der Bildungsbegriff selbst ist in christlich-religiösen Traditionen verwurzelt, von denen er sich in der Moderne zwar verselbständigt hat, aber nicht völlig gelöst hat. Die anthropologische Grundlage bildet das biblische Motiv der Gottesebenbildlichkeit (Genesis 1,27), das nicht auf einzelne Eigenschaften abzielt, sondern auf die grundsätzliche Relationalität des Menschen zwischen Selbstverantwortung und Gottesbeziehung. Ein zentrales theologisches Deutungsmuster ist Peter Biehls Unterscheidung zwischen Personsein (von Gott geschenkt) und Subjektsein (durch Bildungsprozesse zu entwickeln). Das Konzept der Rechtfertigung und des Gottvertrauens korrespondiert mit dieser Sicht und bedeutet, dass menschliche Bildung auf einem Vertrauen in das ruht, was der Mensch nicht selbst hervorbringen kann. Die religiöse Bildung muss daher das Verhältnis zwischen Gottvertrauen und Selbstvertrauen in ihrer Eigenständigkeit bewahren, um eine authentische Selbstbildung zu ermöglichen. Der Artikel zeigt, wie religiöse und allgemeine Bildungstheorie in interdisziplinärem Dialog stehen können, ohne ineinander aufzugehen.

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