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Clauß Peter SajakWiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMiriam Sophia von Eiff

Clauß Peter Sajak,

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Miriam Sophia von Eiff

Biografisches Lernen

Veröffentlichung:1.5.2026

Biografisches Lernen ist eine religionspädagogische Methode, die Schülerinnen und Schüler befähigt, ihre eigenen Lebensgeschichten aus einer Glaubensperspektive zu reflektieren. Der Artikel behandelt die historische Entwicklung vom Heiligenlernen über das Modelllernen bis zur modernen Konzeption des Biografischen Lernens. Zentral ist die Idee, dass religioses Lernen durch konkrete Vorbilder und gelebte christliche Existenz vermittelt wird. Biografisches Lernen fördert dabei gleichzeitig die individuelle Autonomie und Identitätsfindung der Lernenden.

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Der Artikel erörtert Biografisches Lernen als religionspädagogisches Konzept, das Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, ihre Lebenswege reflektierend und aus Glaubensperspektive zu betrachten. Die biblischen Texte, Heiligentraditionen und kirchengeschichtliche Beispiele dienen dabei als wichtige Lernquellen. Historisch wird die Entwicklung vom mittelalterlichen Heiligenkult über die kritische Phase nach 1968 bis zur Etablierung von Albert Banduras Modelllerntheorie nachgezeichnet. Ein paradigmatischer Wechsel fand statt: weg vom behavioristischen Nachahmungslernen hin zu einer schülerzentrierten Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie. Seit 2000 lässt sich eine Renaissance des Vorbildgedankens unter den Vorzeichen eines gereinigten Vorbild-Begriffs beobachten. Zentrale Theoretiker wie Peter Biehl betonen die dialektische Spannung zwischen Lebensgeschichte und christlichem Glauben sowie die Notwendigkeit, theologische Sachverhalte in ihren ursprünglichen Erschließungssituationen zu erfassen. Religiöses Lernen vollzieht sich faktisch immer durch Imitation und Identifikation, weshalb Vorbilder für den Religionsunterricht unverzichtbar sind. Gelebte christliche Existenz wird in konkreten Vorbildern greifbar und nachvollziehbar. Die moderne religionspädagogische Konzeption berücksichtigt die Individualität und Pluralität von Lebensbiografien in der heutigen Gesellschaft. Biografisches Lernen wird als freiheitsverbürgendes Lernen verstanden, das menschliche Autonomie wahrt und Schülerinnen und Schüler zur Selbstakzeptanz und Handlungsfähigkeit befähigt. Es verfolgt zugleich eine kognitiv-aufklärerische, affektiv-integrierende und pragmatisch-handlungsleitende Funktion.

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12.5.2026

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