Gerhard Bohne (1895–1977) zählt zu den bedeutendsten Protagonisten der Evangelischen Unterweisung in Deutschland und vertritt eine Generation von Religionspädagogen, die von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis in die Bundesrepublik hinein wirkte. Seine theologische Orientierung wurde maßgeblich durch die Lutherrenaissance, die Wort-Gottes-Theologie Karl Barths und seine prägende Kriegserfahrung im Ersten Weltkrieg geprägt. Bohne engagierte sich in der Weimarer Republik intensiv im Thüringer ‚Schulkampf' für das evangelische Schulwesen und setzte sich gegen die Freidenkerbewegung durch. Seine Dissertation zur religiösen Entwicklung in der Pubertät (1920) und sein einflussreiches Werk ‚Das Wort Gottes und der Unterricht' (1929) prägen die Religionsdidaktik bis in die 1960er Jahre. Obwohl NSDAP-Mitglied, unterstützte Bohne keinen völkischen Religionsunterricht und mied später eine kritische Auseinandersetzung mit seiner NS-Vergangenheit. Parallelen verbinden ihn mit Martin Rang und Helmuth Kittel, mit denen er eine jahrzehntelange Lehrkarriere an akademischen Institutionen teilte. Sein bedeutendster akademischer Einfluss lag in der Unterstützung des problemorientierten Religionsunterrichts durch seinen Schüler Hans Bernhard Kaufmann, wobei Bohne selbst diesem modernen Ansatz nicht vollständig folgen konnte. Der Artikel kontextualisiert Bohnes Biografie und Werk umfassend in den theologiegeschichtlichen und zeithistorischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts und dokumentiert damit ein Stück Institutionsgeschichte der Religionspädagogik.