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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftManfred Riegger

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Manfred Riegger

Erfahrung

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt den Begriff "Erfahrung" als zentrales Konzept der Religionspädagogik. Ausgehend von drei alltäglichen Bedeutungen des Wortes (Informationsvermittlung, unmittelbares Erleben, Kennenlernen durch Reisen) wird gezeigt, dass Erfahrungsbezug in Schule und Kirche weit verbreitet ist, aber oft unklar bleibt, was damit gemeint ist. Der Autor diskutiert verschiedene historische Ansätze und moderne theoretische Konzepte, um zu verdeutlichen, dass ein differenziertes Verständnis von Erfahrung für religiöse Lernprozesse unverzichtbar ist. Die kontroverse Frage, ob Erfahrung von den eigenen Erlebnissen der Schüler oder von fremden religiösen Erfahrungen ausgehen sollte, zieht sich durch die religionspädagogische Forschung.

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Der Artikel behandelt Erfahrung als Leitkonzept der Religionspädagogik, das in allen maßgeblichen Lehrplänen verankert ist, aber begriffstheoretisch häufig unklar bleibt. Riegger unterscheidet zunächst drei alltägliche Bedeutungen von Erfahrung: Informationsvermittlung über Geschehnisse, unmittelbares Erleben und Fühlen, und etymologisch das Bereisen und Durchwandern als Weg zu Vertrautheit und Klugheit. In der Religionspädagogikgeschichte zeigen sich Konjunkturen des Erfahrungsbezugs (liberale Religionspädagogik, Korrelationsdidaktik) und Abbrüche (Evangelische Unterweisung, kerygmatische Bewegung). Seit 2000 findet eine Neubestimmung statt, die zwischen zwei Perspektiven unterscheidet: Die erste nutzt lebensweltliche Erfahrungen von Schülern als Ausgangspunkt; die zweite sieht Chance in fremden religiösen Erfahrungen. Peter Biehl hat sich seit den 1970er Jahren mit kritischem Erfahrungsverständnis auseinandergesetzt, während Bernhard Grümme einen alteritätstheoretischen Ansatz auf Basis asymmetrischer Dialogstrukturen entwickelt, der die Fremdheit und Autorität der biblischen Botschaft bewahrt. Käbisch und Schröder zeigen rezeptionsgeschichtliche Forschungswege auf, die philosophische, psychologische und soziologische Perspektiven einbeziehen. Der Artikel betont, dass Erfahrung im religiösen Lernen verschiedene Formen annimmt: elementare Erfahrungen, Symbolerfahrungen und Schlüsselerfahrungen sind empirisch belegt. Das zentrale Problem bleibt die fehlende begriffliche Klarheit: Unterschiedliche Autoren, theologische Disziplinen und selbst einzelne Werke verwenden Erfahrung in variierenden Bedeutungen. Der Artikel fordert daher eine Umreißung der Vielfalt von Erfahrungsverständnissen unter Berücksichtigung ihrer Strukturmerkmale, ohne dabei in ein inhaltlich unbestimmtes Verständnis zu verfallen. Schließlich wird eine anthropologische Perspektive angestrebt, die Erfahrung im Kontext menschlichen Daseins und menschlicher Lebensorientierung klärt.

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