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Reliboard | Bistum Essen

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Der Sieg über den Tod: Tod und Auferstehung Jesu und ihre Bedeutung für uns

Eine Arbeitshilfe für den Religionsunterricht in der Qualifikationsphase

Veröffentlichung:20.4.2026

Die vom Bistum Essen herausgegebene Arbeitshilfe „Der Sieg über den Tod: Tod und Auferstehung Jesu und ihre Bedeutung für uns“ bietet ein umfangreiches Unterrichtsvorhaben für den katholischen Religionsunterricht in der Qualifikationsphase. Das Medium verbindet eine fachdidaktische Begründung und eine theologische Einordnung mit konkreten Stundenverläufen, Arbeitsaufträgen, Bibeltexten, Bildern, theologischen Texten, möglichen Tafelbildern und weiteren Unterrichtsmaterialien. Inhaltlich führt die Arbeitshilfe von der menschlichen Angst vor Tod und Sterben über die Passionsgeschichten und die Frage nach Verantwortung für den Tod Jesu zu verschiedenen Deutungen des Kreuzestodes. Einen Schwerpunkt bildet die Frage, ob der Tod Jesu im Sinne der Sühneopfertheologie als Geschenk verstanden werden kann. Anschließend werden die Auferstehungsberichte sowie unterschiedliche theologische Deutungen der Auferweckung Jesu behandelt. Die Arbeitshilfe nimmt dabei existenzielle Fragen der Lernenden nach Angst, Leid, Tod, Hoffnung und einem möglichen Leben nach dem Tod auf. Methoden wie Liedanalyse, Bibelarbeit, Sketchnote, Bildbetrachtung, Gruppenarbeit, Placemat, Rollenkarte, Podiumsdiskussion, Positionierung im Raum und die Gestaltung eines Instagram Beitrags ermöglichen unterschiedliche Zugänge zum Thema.

Die Arbeitshilfe des Bistums Essen stellt eine vollständig ausgearbeitete Unterrichtsreihe für die Qualifikationsphase (Q1/Q2) des katholischen Religionsunterrichts zur Verfügung. Sie umfasst neun dokumentierte Unterrichtseinheiten in vier Sequenzen: Sequenz 1 behandelt den Kreuzestod Jesu (synoptischer Vergleich der Passionsgeschichten, historisch-juristische Schuldanalyse, Sühneopfertheologie); Sequenz 2 die Auferstehung Jesu und ihre theologischen Deutungen (Marxsen, Lüdemann, Lohfink); Sequenz 3 die Eschatologie (Jüngstes Gericht, Himmel / Hölle); Sequenz 4 die interreligiöse Perspektive (jüdisches und muslimisches Verständnis von Auferstehung und Jesus). Die Arbeitshilfe enthält eine fachdidaktische Begründung der Reihenstruktur, eine theologische Sachanalyse der Deutungsmodelle des Todes Jesu, tabellarische Stundenübersichten sowie umfangreiches Arbeitsmaterial (Bibeltexte, Primärquellen, Tafelbilder, Sketchnote-Beispiele, Placemats, Instagram-Post-Aufgabe, Beobachtungsbögen für Podiumsdiskussion).

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Die Arbeitshilfe eignet sich vor allem für den Religionsunterricht in der gymnasialen Oberstufe. Einzelne Materialien können jedoch auch in anderen Bildungsgängen eingesetzt werden, wenn Sprache, Textumfang und theologischer Anspruch angepasst werden. Die gesamte Unterrichtsreihe sollte nicht als starre Abfolge verstanden werden. Lehrkräfte können einzelne Bausteine auswählen und entsprechend dem Vorwissen, dem Leistungsstand sowie den religiösen und weltanschaulichen Voraussetzungen der Lernenden zusammenstellen. Da das Medium mehrere umfangreiche theologische Texte enthält, empfiehlt sich eine sorgfältige Prüfung, welche Materialien für die jeweilige Lerngruppe geeignet sind und an welchen Stellen sprachliche Hilfen, Begriffserklärungen oder gekürzte Textfassungen notwendig werden.

Didaktisch folgt die Arbeitshilfe den Prinzipien der Korrelation und der Elementarisierung. Die christliche Botschaft von Kreuz und Auferstehung wird mit Erfahrungen der Lernenden verbunden. Besonders geeignet sind deshalb lebensweltliche Einstiege über Angst, Traueranzeigen, Bilder, Musik, Erfahrungen mit Abschied und Vorstellungen vom Leben nach dem Tod. Bei solchen Einstiegen ist allerdings auf Freiwilligkeit und persönliche Grenzen zu achten. Lernende dürfen nicht dazu gedrängt werden, eigene Verlusterfahrungen oder Ängste offenzulegen. Vor Beginn der Reihe sollte die Lehrkraft darauf hinweisen, dass das Thema belastende Erinnerungen auslösen kann und dass persönliche Äußerungen freiwillig bleiben. Bei einem aktuellen Trauerfall in der Klasse ist zu prüfen, ob eine zeitliche Verschiebung, eine veränderte Schwerpunktsetzung oder die Einbeziehung von Schulseelsorge und Beratung sinnvoll ist.

Der Einstieg über das Lied „Angst“ von den Toten Hosen ermöglicht eine emotionale Annäherung. Die Lernenden können zunächst sprachliche Bilder untersuchen und anschließend allgemein über Erscheinungsformen und Folgen von Angst sprechen. Der Übergang zur Frage nach der Angst Jesu sollte behutsam erfolgen. Dabei ist zu vermeiden, Jesus lediglich als problemloses Vorbild für die Bewältigung von Angst darzustellen. Gerade der Vergleich der Evangelien eröffnet die Möglichkeit, unterschiedliche christologische Akzente wahrzunehmen. Im Markusevangelium begegnet Jesus als verzweifelter und leidender Mensch, während Lukas und Johannes andere Akzente wie Vertrauen, Vergebung, Souveränität und Vollendung setzen. Die Lernenden sollten erkennen, dass die Evangelien keine neutralen Berichte sind, sondern theologisch geprägte Deutungen.

Für den Vergleich der Passionsgeschichten bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an. Jede Gruppe untersucht einen Evangelientext nach denselben Kriterien. Dazu gehören der Ablauf der Ereignisse, die letzten Worte Jesu, seine Gefühle, sein Verhältnis zu Gott und die jeweilige Deutung seines Todes. Die Ergebnisse können durch Zeichnungen, Sketchnotes oder strukturierte Tabellen gesichert werden. Wichtig ist, dass die kreative Gestaltung nicht an die Stelle einer genauen Textarbeit tritt. Ein gemeinsames Raster erleichtert anschließend den Vergleich und verhindert, dass die Präsentationen lediglich nebeneinanderstehen. Die Methode mit den Bildelementen der Arma Christi kann das erworbene Wissen vertiefen. Vor der Deutung sollten die Lernenden die einzelnen Gegenstände zunächst beschreiben, den entsprechenden Szenen der Passion zuordnen und ihre symbolische Bedeutung erläutern.

Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Unterrichtsstunde zur Verantwortung für den Tod Jesu. Die historisch problematische Behauptung, das jüdische Volk trage die Schuld am Tod Jesu, muss eindeutig zurückgewiesen werden. Die biblischen Texte sind in ihren historischen Entstehungsbedingungen und ihrer Wirkungsgeschichte zu betrachten. Die Lehrkraft sollte zwischen der römischen Herrschaft, beteiligten jüdischen Autoritäten, innerjüdischen Konflikten und späteren christlichen Schuldzuweisungen unterscheiden. Pauschale Aussagen über Jüdinnen und Juden dürfen nicht unkommentiert bleiben. Die Auseinandersetzung mit Antijudaismus und Antisemitismus sollte als eigenes Lernziel benannt werden. Beim Einsatz von Bildern aus Yad Vashem oder Auschwitz ist zu prüfen, ob der Zusammenhang fachlich nachvollziehbar hergestellt wird. Bilder des Holocaust dürfen nicht lediglich als emotionalisierender Einstieg verwendet werden. Sie benötigen eine historische Einordnung, eine klare Fragestellung und eine respektvolle Nachbereitung.

Die Beschäftigung mit der Sühneopfertheologie verlangt eine sorgfältige Begriffsklärung. Begriffe wie Opfer, Sühne, Stellvertretung, Sünde, Bund, Erlösung und Versöhnung sollten nicht vorausgesetzt werden. Die Lernenden benötigen Kenntnisse über die jeweiligen alttestamentlichen Bezüge und deren ursprüngliche Bedeutung. Dabei sollte das Judentum nicht nur als Vorstufe des Christentums dargestellt werden. Die Texte zu Opfertier, neuem Bund, Gottesknecht und Sündenbock können arbeitsteilig bearbeitet werden. Für die Gruppenarbeit eignet sich das Placemat, da zunächst individuelle Gedanken festgehalten und anschließend gemeinsame Ergebnisse formuliert werden. Die Leitfrage, ob Jesu Tod ein Geschenk sei, eröffnet eine kontroverse Diskussion. Die Lernenden sollten unterschiedliche Antworten entwickeln dürfen und auch problematische Gottesbilder benennen können. Dazu gehört etwa die Frage, ob ein Gott, der den Tod seines Sohnes verlangt, als liebender Gott verstanden werden kann. Ziel ist keine verpflichtende Zustimmung, sondern ein begründetes theologisches Urteil.

Bei der Behandlung der Auferstehung sollte zwischen historischer Rekonstruktion, biblischem Zeugnis, theologischer Deutung und persönlichem Glauben unterschieden werden. Die Lernenden können Auferstehungsberichte vergleichen und herausarbeiten, welche Erfahrungen, Motive und Glaubensaussagen darin sichtbar werden. Die theologischen Positionen von Willi Marxsen, Gerhard Lohfink und Gerd Lüdemann ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Frage, wie Auferstehung verstanden werden kann. Für die Textarbeit sind Rollen und Positionskarten hilfreich. Auf ihnen werden zentrale Aussagen, Argumente, Voraussetzungen und mögliche Einwände festgehalten. Eine Podiumsdiskussion kann die Positionen miteinander ins Gespräch bringen. Damit die Diskussion nicht bei einer bloßen Darstellung stehen bleibt, sollten Beobachtungsgruppen auf Argumentationsweise, Menschenbild, Gottesbild, Verständnis von Wirklichkeit und Bedeutung der Auferstehung achten.

Die abschließende Positionierung im Raum fördert die persönliche Urteilsbildung. Neben den vorgegebenen theologischen Positionen sollte ein freier Standort vorgesehen werden, damit Lernende eine eigene oder noch unentschiedene Auffassung ausdrücken können. Niemand sollte zu einem persönlichen Glaubensbekenntnis gedrängt werden. Die Lehrkraft muss zwischen der sachlichen Beurteilung einer theologischen Position und einer persönlichen religiösen Entscheidung unterscheiden. In einer religiös und weltanschaulich vielfältigen Lerngruppe können zusätzlich jüdische, muslimische, humanistische und religionskritische Vorstellungen von Tod, Gericht, Auferstehung und einem möglichen Leben nach dem Tod einbezogen werden. Dabei sollten Angehörige einer Religion nicht automatisch als Auskunftspersonen für ihre gesamte Tradition behandelt werden.

Zur Ergebnissicherung eignet sich ein fortlaufendes Lernjournal. Darin können die Lernenden zentrale Begriffe, offene Fragen, Veränderungen ihrer Auffassung und besonders überzeugende Argumente festhalten. Alternativ können sie ein theologisches Glossar, eine vergleichende Übersicht, einen reflektierten Instagram Beitrag, einen Brief, einen Podcast oder einen Essay gestalten. Eine mögliche Abschlussaufgabe lautet, die Bedeutung von Tod und Auferstehung Jesu für Menschen heute begründet zu beurteilen. Die Bewertung sollte sich auf fachliche Richtigkeit, Textbezug, Differenzierungsfähigkeit, Argumentation und begründete Urteilsbildung beziehen. Persönliche Glaubensüberzeugungen dürfen nicht bewertet werden.


Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe (Q1/Q2, NRW), explizit am Kernlehrplan für die Sekundarstufe II Gymnasium/Gesamtschule Katholische Religion NRW (2014) sowie an den Zentralabitur-Vorgaben orientiert.

Curriculare Einbettung: Die Reihe deckt einen der zentralen Inhaltsfelder des Abiturs in NRW ab und berührt folgende Kompetenzbereiche: Sachkompetenz (Deutungen des Todes Jesu darstellen und beurteilen, Auferstehungsglauben erläutern), Urteilskompetenz (Verantwortung für den Tod Jesu beurteilen, Relevanz von Glaubensaussagen heute erörtern), Methodenkompetenz (kriterienorientierte Textanalyse, synoptischer Vergleich, Podiumsdiskussion) sowie Handlungskompetenz (angemessen über Sinn und Transzendenz sprechen). Theologisch werden folgende Inhalte erschlossen: Christologie (historischer Jesus, leidender und auferstehender Christus), Soteriologie (Sühneopfertheologie in vier Zugängen: Opfertier, neuer Bund, Gottesknecht, Sündenbock), Eschatologie sowie interreligiöse Hermeneutik. Die fachdidaktische Rahmung erfolgt explizit über die Prinzipien der Korrelation (nach Würzburger Synode) und der Elementarisierung.

Methodische Stärken: Die Reihe besticht durch eine konsequent korrelationsdidaktische Struktur: Der Einstieg über das Lied „Angst" der Toten Hosen (UE 1) erschließt das existenzielle Grundthema lebensweltlich, bevor die biblisch-theologische Auseinandersetzung beginnt. Methodisch besonders hervorzuheben sind die arbeitsteilige Gruppenarbeit mit Placemat-Sicherung (UE 5: Sühneopfertheologie), die Podiumsdiskussion mit Rollenkarten (UE 8: Auferstehungsdeutungen nach Marxsen / Lohfink / Lüdemann) sowie die kreativ-digitale Transferaufgabe (Instagram-Post zu „Jesu Tod – ein Geschenk?"). Die Sketchnote-Methode zur Visualisierung der Passionsgeschichte (UE 3) fördert kreative Verarbeitung komplexer Bibeltexte. Die historisch-juristische Quellenarbeit (UE 4: außerbiblische Belege zur Kreuzigung, Schuldfrage) ist methodisch anspruchsvoll und öffnet zugleich den wichtigen antijudaismuskritischen Diskurs. Die Bildimpulse (Arma Christi, Yad Vashem / Auschwitz) setzen theologische und ethische Reflexionen in Gang, die über das rein Bibelkundliche deutlich hinausgehen.

Differenzierung: Die Arbeitshilfe ist für eine leistungsstarke gymnasiale Oberstufenlerngruppe konzipiert und differenziert primär durch Aufgabenformate (EA → PA → GA) und unterschiedlich anspruchsvolle Textgrundlagen (Einsteigerbibel-nahe Texte für UE 1–2 vs. theologische Fachquellen von Jon Sobrino, Willi Marxsen, Gerd Lüdemann, Gerhard Lohfink in UE 5–8). Eine explizite Binnendifferenzierung für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler ist nicht vorgesehen; für inklusive Settings müssten Texte adaptiert werden.

Mögliche Unterrichtsszenarien (Auswahl):

  • Einstieg in die Reihe: Lied „Angst" der Toten Hosen als affektiver Zugang zu Sterblichkeit und Gottesvertrauen; Überleitung zur Frage: „Hatte Jesus Angst?"
  • Passionsarbeit: Synoptischer Gruppenvergleich (Mk / Lk / Joh) mit Sketchnote-Visualisierung; Arma-Christi-Bildanalyse als Vertiefung
  • Schuld- und Verantwortungsfrage: Außerbiblische Quellen zur Kreuzigung im römischen Reich; Antijudaismus-Diskurs als gesellschaftspolitischer Transfer
  • Sühneopfertheologie: Placemat-Gruppenarbeit zu vier alttestamentlichen Deutungsmodellen; Abschluss: kreative Reflexion über Instagram-Post
  • Auferstehungsdeutungen: Rollenkarten-Podiumsdiskussion (Marxsen / Lohfink / Lüdemann); Vier-Ecken-Positionierung als körperaktive Stellungnahme


Hinweise und Grenzen: Die Arbeitshilfe ist für NRW konzipiert und am dortigen Kernlehrplan ausgerichtet; eine Übertragung auf andere Bundesländer erfordert lehrplanbezogene Anpassungen. Sequenz 3 (Eschatologie) und Sequenz 4 (interreligiöse Perspektive) sind in der vorliegenden PDF lediglich als Überschriften ohne ausgearbeitetes Material aufgeführt; hier müssen Lehrkräfte eigenständig Material ergänzen. Der Fokus der Sachanalyse auf die Sühneopfertheologie (Sobrino) ist bewusst didaktisch reduziert; im Abiturkontext könnten weiterführende dogmatische Deutungsmodelle ergänzt werden. Die Materialien sind professionell gestaltet und sofort unterrichtspraktisch einsetzbar.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.4 Vom Tod zum Leben. Leiden, Kreuz und Auferstehung.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 1. Sterben und Tod, Erlösung und Auferstehung.

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