Der Artikel untersucht die kirchengeschichtsdidaktische Verwendung von Filmen im Religionsunterricht. Träger konstatiert, dass kirchenhistorische Filme zwar alltägliches Wissen prägen, aber oft nur illustrativ eingesetzt werden, was problematisch ist. Eine rein illustrative Verwendung verfestigt die Illusion historischer Authentizität und verhindert die Entwicklung eines reflektierten Verständnisses für das Spannungsverhältnis zwischen historischer Faktizität und narrativ-künstlerischer Fiktion. Der angemessene kirchengeschichtsdidaktische Umgang beginnt damit, Filme als Zeugnisse von Erinnerungskulturen wahrzunehmen, die von traditionsvergewissernden, hagiographischen und zeitgebundenen Perspektiven geprägt sind. Zentral ist die Erkenntnis, dass kirchengeschichtliche Filme authentisch belegen, wie in ihrer Entstehungszeit kirchengeschichtliche Inhalte erzählt werden. Die Grundfragen beim Lernen mit Filmen lauten daher: Wie und warum wird auf diese Weise über Kirchengeschichte erzählt? Ein wichtiges Lernziel ist erreicht, wenn Lernende befähigt werden, eigene historisch plausible kirchenhistorische Narrationen zu entwerfen. Der Artikel empfiehlt die Arbeit mit repräsentativen Schlüsselszenen statt vollständiger Filme und bietet konkrete Impulse für die Praxis: In der Vorbereitung sollten Schüler-Erfahrungen und Erwartungen thematisiert werden, die Entstehung und Zeitgebundenheit des Films geklärt und gründliche kirchenhistorische Recherche betrieben werden. Bei der Präsentation lenken Beobachtungsaufträge die Aufmerksamkeit auf filmische Gestaltungsmittel und Wertungen. Eine abschließende Eigenproduktion von Kurzfilmen festigt das Problembewusstsein und die narrative Kompetenz.