Der Artikel von Thomas Heller behandelt Geld aus wissenschaftlicher Perspektive als Phänomen mit drei Kernfunktionen: Bewertung, Wertaufbewahrung und Tausch. Historisch zeigt sich eine lange Entwicklung von Tauschgeld (Äxte, Getreide, Gold) bis zu modernen Formen wie Münz-, Papier- und Buchgeld. Aus systemtheoretischer Sicht nach Luhmann ist Geld das Medium des Wirtschaftssystems, das die Regulierung sozial konstituierter Knappheiten ermöglicht. Neben dieser Grundfunktion übt Geld vielfältige weitere Funktionen aus: es fördert sowohl Gleichheit als auch Ungleichheit, kann psychologische Defizite kompensieren und erzeugt paradoxerweise neue Bedürfnisse nach sich selbst. Als dominantes universales Medium greift Geld über das Wirtschaftssystem hinaus auf Religion, Recht und Wissenschaft über. Im Alltag durchdringt Geld das menschliche Leben umfassend, wobei dieser Primat nicht erst gegenwärtig, sondern historisch nachweisbar ist. Für Kinder und Jugendliche wächst die Bedeutung von Geld mit zunehmendem Alter deutlich an, vermittelt durch Sozialisationsprozesse wie Taschengeld, Kaufentscheidungen und Medienkonsum. Der Artikel verweist auch auf biblische und religiöse Perspektiven auf Geld, die für die Religionspädagogik relevant sind.